Stolberg - Klavierkonzert mit Hindernis: Stadtfest stört Pianoklänge

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Klavierkonzert mit Hindernis: Stadtfest stört Pianoklänge

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
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Der russische Pianist Georgy Voylochnikov begeisterte die Zuhörer mit seinen Darbietungen trotz der störenden Geräuschkulisse.Hartmut Kleis konnte sich beim Künstler für die Umstände nur entschuldigen. Foto: C. Hahn

Stolberg. Irgendwie war Hartmut Kleis die Sache peinlich. Den russischen Pianisten Georgy Voylochnikov bat der Organisator des Stolberger Musiksommers um „Entschuldigung für die Umstände, die eines klassischen Konzerts eigentlich unwürdig sind“. Doch der Preisträger des „Euregio Piano Award“ von 2016 nahm die Geräuschkulisse, die da vom Stadtfest in der Altstadt zum Rittersaal der Burg hoch schallte, gelassen.

Gegen die Übermacht der trivialen Klänge setzte der Ausnahmeinterpret die wuchtigen Akkorde und Klangfarben von Bela Bártòks „Improvisationen“. Denn wer sich – wie auch die Künstler der beiden vorangegangenen Konzerte auf der Burg und im Museum Zinkhütter Hof – ganz auf die Macht der Musik verlässt, der ist auch nicht verlassen.

Voylochnikov, wie auch die zwei anderen Künstlerkollegen unstreitig ein großer Meister des Konzertflügels, ließ sich in diesem Sinne nicht eine Sekunde lang beirren und präsentierte den rund 30 Zuhörern das ganz Spektrum seines Könnens.

Romantische Schule

Dass auch der ausdrucksstarke, bisweilen sogar auftrumpfende Aspekt der russisch-romantischen Schule nicht ohne Rückbindung an die gebändigte Formen der Klassik auskommt, demonstrierte der Gast zu Beginn mit Joseph Haydns Klaviersonate in F-Dur.

Unterhaltsam moderiert

Zwei mit reicher Empfindung dargebotene Werke von Johannes Brahms, die „Klavierstücke“ ebenso wie die „7 Fantasien“, rundeten das Programm ab, das vom Leiter des Geilenkirchener Piano-Wettbewerbs, dem Pianisten Florian Koltun, kenntnisreichen und unterhaltsam moderiert wurde.

Bei reduzierter Lärmkulisse wurde dann der zweite Teil des Sonntagabends vollends zum Genuss, nicht nur wegen des wie aus tiefster Seele interpretierten zweiten Brahms-Werks. Denn Prokofievs Sonate Nr. 4, ein sperriges Werk vor dem Herrn, ließ der Gast in tausend Farben leuchten – nicht unbedingt mit Leichtigkeit (denn die war in dem Werk ohnehin nicht angelegt), aber dennoch in allen Stimmungs- und Rhythmuswechseln zwingend und für die Musikfreunde im Rittersaal gut nachzuvollziehen. Mit herzlichem Beifall bedankten sich die Zuhörer für die souveräne und zu jedem Zeitpunkt hoch virtuose Leistung Voylochnikovs. Die liebevoll herbei geklatschte Zugabe blieb natürlich nicht aus.

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