Klassik-Festival: Abschluss mit Waidosch und Ganger

Von: mlo
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Applaus am Ende der Vorführung: Sängerin Ilona Waidosch und Pianist Ted Ganger zum Finale des Klassik-Festivals. Nicht alle Gäste waren mit der Darbietung der Künstler zufrieden. Foto: M. L. Otten

Stolberg. Mezzosopran und Klavier war das letzte Konzert des 2. Klassikfestivals benannt. Die Ausführenden waren Ilona Waidosch und Liedbegleiter Ted Ganger. Der Pianist, Solorepetitor und Kapellmeister an verschiedenen Opernhäusern, hatte auch eigene Songs geschrieben, die er an diesem Abend zu Gehör brachte und auf dem herrlichen Flügel im Museum Zinkhütter Hof untermalte.

Wenn es nicht klappen würde, meinte er augenzwinkernd, läge es nicht am Instrument. Beim Stolberger Klassikfestival standen Ted Ganger mit Ilona Waidosch zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne. Die Beiden bestritten das Programm „Feeling My Way“ abwechselnd und nahmen die Zuhörer mit auf eine musikalische Lebensreise, angetrieben von Sehnsüchten, Liebe, Trieben, Enttäuschungen und Frustationen. Da war viel von Träumen die Rede, von Versöhnung, Veränderung und Straßen, die gegangen werden müssen.

Keine Schublade

Ted Gangers Songs passen in keine herkömmliche Schublade. In einer einzigartigen Mischung aus Pop, Musical und Klassik beschäftigen sie sich mit persönlichen Erlebnissen und Gefühlen, die allen Menschen bekannt sind. Man läuft hinter etwas her, was es nicht gibt, unschuldige Liebe stand der erfahrenen gegenüber, und man singt eine Hymne auf das Licht jenseits der Dunkelheit.

Er präsentierte die in englischer Sprache verfassten Lieder witzig oder melancholisch, böse, zärtlich, traurig oder aber heiter, provozierend und versöhnlich. Sie unterhielten, regten zum Nachdenken an und berührten unmittelbar.

Der Schwerpunkt der Sängerin, die in Italien und Deutschland als freischaffende Künstlerin tätig ist, liegt bei der französischen Oper sowie bei Verdi und Wagner. Und so war es nicht verwunderlich, dass sie aus „Samson und Dalila“ von Camille Saint-Saens zwei verführerische Arien der Priesterin des Dagon sang.

Gedichte von Mathilde Wesendonck hatte Richard Wagner zu einem Liederzyklus verarbeitet, aus dem sie das letzte Klavierlied „Träume“ interpretierte. Vom französischen Komponisten Ernesto Chausson stammte „La caravane“, von Franz Schubert die „Gefrorne Tränen“, das dritte Lied der Winterreise. Im „Traum“ von Frederico Mompou, das Ilona Waidosch auf Katalanisch sang, war der Liebende der Seufzer in einem Blumenmeer auf der nackten Haut der Geliebten.

Ein Zeitgenosse Puccinis war Francesco Paolo Tosti, dessen „Ideale“ viele Sänger und Sängerinnen im Programm haben, und das auch im Zinkhütter Hof auf die Bühne kam. Die „Mattinata“ von Ruggero Leoncavallo und das „Somewhere“ von Leonard rundeten den Finalabend ab.

Obwohl die Sängerin über eine große und dramatische Stimme verfügte, waren die Darbietungen nicht immer überzeugend. Die Reaktionen unter den Zuhörern waren vielfältig und teilweise so kritisch, dass einige Personen im Saal sich schon in der Pause der Veranstaltung verabschiedeten.

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