Kitas: Nach der dritten Verhandlungsrunde drohen Streiks

Von: dim
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Stolberg. „Jetzt kommt es auf alle an“, richtete Joachim Paul, Sprecher der Vertrauensleute beim Personalrat der Stadt Stolberg, das Wort an die zahlreich erschienenen Erzieherinnen und Sozialarbeiter in der Gaststätte „Piano“.

Bei dem Informationstreffen brachte der zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretär Mathias Dopatka keine gute Kunde, als er von dem Auftakt der Tarifverhandlungen für Sozial- und Erziehungsberufe berichtete. Die Gewerkschaft Verdi fordert eine Aufwertung der Berufe – auch finanziell: Durch verbesserte Eingruppierungen sollen Erzieherinnen und Sozialarbeiter künftig durchschnittlich rund zehn Prozent mehr Gehalt bekommen.

„Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände erkennt die Bedeutung der Arbeit im Sozial- und Erziehungsdienst an, sieht aber keinen Grund für bessere Bezahlung“, erklärte Dopatka. Die derzeit geltenden Eingruppierungen und damit Gehaltsstufen würden aber noch aus dem Jahr 1991 herrühren. „Die Anforderungen von Qualifikation und Ausbildung sowie die täglichen Herausforderungen, das Tätigkeitsfeld und die Verantwortung in den Berufen sind seitdem allerdings stetig gewachsen. Alldem werden die veralteten Eingruppierungen und damit die Bezahlung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst nicht gerecht. Natürlich habt Ihr Euren Beruf aus Idealismus gewählt, aber Idealismus zahlt leider nicht die Miete“, sprach der Gewerkschaftssekretär zu den Stolberger Erzieherinnen und Sozialarbeitern.

Daher plane Verdi erste Warnstreiks im Umfeld der zweiten Verhandlungsrunde am 23. März. Etwa in Aachen, denn „zu den Verhandlungsführern für NRW zählt der Oberbürgermeister Marcel Philipp“, führte Dopatka aus. Im Vorfeld der dritten Verhandlungsrunde am 9. April rufe Verdi ebenfalls zu Warnstreiks auf.

„Kommt auch die dritte Verhandlungsrunde zu keinem für uns annehmbaren Ergebnis, gehen wir in Erzwingungsstreik“, sagte der Gewerkschaftssekretär. Verdi werde sich im Vorfeld des möglichen Erzwingungsstreiks bemühen, mit Informationen bei Veranstaltungen und durch Flyer und Briefe „die Eltern mit ins Boot zu holen. Außerdem werden wir, wenn die Kitas geschlossen bleiben, seitens der Verdi Notgruppen einrichten, um die Eltern nicht zu sehr zu belasten.“

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