Kita-Streik: Großer Andrang im Streikcafé von Verdi

Von: Michael Grobusch
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Viel los war gestern am ersten Öffnungstag des Verdi-Streik-Cafés in der Stolberger Altstadt. Fast alle der rund 130 am Ausstand beteiligten Erzieherinnen und Erzieher hatten sich dort am Mittag eingefunden. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Einen ersten Erfolg hat Verdi im Tarifstreit des öffentlichen Sozial- und Erziehungsdienstes aus Sicht von Joachim Paul schon erzielt: „Wir sind mit rund 130 Kolleginnen und Kollegen am Ausstand beteiligt, unsere Mitglieder sind ausnahmslos seit Montag dabei. Es gibt also keine Streikbrecher.“

Und der Verdi-Vertrauensleute-Sprecher für die Stadtverwaltung Stolberg ist zuversichtlich, dass das auch so bleibt. „Denn die Stimmung ist hervorragend und die Bereitschaft, für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen, unverändert groß.“

Davon konnte man sich Dienstag in der Altstadt überzeugen. Ab 13 Uhr hatte dort erstmals das Streikcafé von Verdi im „Piano“ geöffnet. Der Andrang war bis in den Nachmittag hinein so groß, dass zeitweise nicht alle Beteiligten im Inneren der Gaststätte einen Platz fanden. So wurde mitunter auch im Freien – bei Gulaschsuppe, Bockwurst und Brötchen – die Lage erörtert und das weitere Vorgehen abgestimmt.

Sicher ist: Auch Mittwoch werden die 19 städtischen Kitas allesamt geschlossen bleiben. Wegen Christi Himmelfahrt und des anschließenden Brückentages, an dem viele Einrichtungen ohnehin nicht besetzt sein sollten, wird es dann eine erste Gelegenheit zum Durchatmen geben.

Das gilt auch für die vom Streik betroffenen Eltern und Kinder. Für 82 Mädchen und Jungen sind mit Blick auf  Mittwoch Anträge auf einen Platz in der „alternativen Betreuung“ gestellt worden, die das Jugendamt in den Kitas Holderbusch, Berthold-straße, Höhenstraße und Rektor-Soldierer-Weg anbietet – nach vorheriger Prüfung der Dringlichkeit.

Gleichbleibende Nachfrage

„Die Besetzung ist zum Teil wechselhaft, die Nachfrage insgesamt aber nahezu gleich“, berichtet Sebastian Heyn. Fast immer sei die berufliche Verpflichtung der Grund dafür, dass die Betreuung nicht gewährleistet werden könne.

„Trotz der organisatorischen Probleme, die mit dem Arbeitskampf verbunden sind, haben fast alle Eltern uns gegenüber aber Verständnis für die Anliegen der Streikenden geäußert“, betont Heyn. Dies sei auch in den wenigen Fällen so gewesen, in denen Eltern direkt die vier beschränkt geöffneten Einrichtungen angesteuert hätten und dort abgewiesen worden wären. „Sie haben dann, wie ihnen empfohlen worden ist, das Jugendamt kontaktiert. Und wir haben wiederum geprüft, ob es sich nach unserer Definition um einen Härtefall handelt.“

Inwiefern dieser Tarifkonflikt für die Streikenden zum Härtefall werden könnte, bleibt abzuwarten. Zwar ist der Ausstand offiziell unbefristet, die konkreten Planungen aber laufen zunächst einmal bis zum Ende der nächsten Woche. „Wir haben immer gesagt, dass wir gesprächsbereit sind. Das setzt aber voraus, dass die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände ein wirklich verhandelbares Angebot vorlegt“, bekräftigt Joachim Paul.

Ein solches aber sei derzeit nicht in Sicht. „Deshalb gehen unsere Aktionen weiter“, kündigt der Vertrauensleute-Sprecher ab. Am Montag werden die Stolberger Gewerkschaftsmitglieder mit dem Bus zur zentralen Streik-Kundgebung in Düren fahren. Und am Dienstag wollen sie in ihrer eigenen Stadt ein deutliches Ausrufzeichen setzen.

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