Kita Notbetreuung: Zahl der Plätze wird verdoppelt

Von: Michael Grobusch
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Ein Ende des Tarifstreits und damit des Kita-Streiks ist nicht in Sicht. Erzieherinnen und Sozialarbeiter wollen ihren Protest auch in Stolberg in der kommenden Woche fortsetzen. Foto: M. Grobusch
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Die verfügbaren Kräfte werden gebündelt: Robert Voigtsberger kündigt an, dass ab Dienstag 160 Notbetreuungsplätze zur Verfügung stehen.

Stolberg. Der Streik in den städtischen Kitas geht am Dienstag in die dritte Woche. Und weil sich die Gewerkschaften und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) in der Zwischenzeit kein bisschen nähergekommen sind, ist ein Ende des Tarifkonfliktes im öffentlichen Sozial- und Erziehungsdienst nicht in Sicht. Für die Eltern und ihre Kinder setzt sich die Belastungsprobe also fort.

Und sie wird intensiver. Entsprechend erfreut dürften die Betroffenen die Ankündigung von Robert Voigtsberger aufnehmen, dass die Plätze in der sogenannten „alternativen Betreuung“ verdoppelt werden.

„Ab nächster Woche sind wir in der Lage, die Betreuung von 160 Kindern zu gewährleisten“, erklärte der Erste Beigeordnete Freitag gegenüber unserer Zeitung. Die Rückkehr einiger bis dato streikenden Erzieherinnen an ihren Arbeitsplatz macht dies laut Voigtsberger möglich.

Das trifft sich gut, denn die Nachfrage steigt mit zunehmender Dauer des Ausstandes: „Uns liegen bereits 140 Anfragen für nächste Woche vor“, berichtet der Beigeordnete. Insgesamt sind derzeit 1029 Kinder in den 19 städtischen Kitas eingeschrieben.

Das Auswahl- und Prüfungsverfahren für die „alternative Betreuung“ wird beibehalten. Nur Kinder, bei denen ein unzweifelhafter Härtefall festgestellt worden ist, erhalten vom Jugendamt einen Platz in der Notbetreuung. Und Robert Voigtsberger betont in diesem Zusammenhang noch einmal: „Es ist nicht möglich, eine der vier Einrichtungen, in denen eine Betreuung angeboten wird, ohne vorherige Absprache mit dem Jugendamt aufzusuchen.“

Zu diesen geprüften Fällen gehören im Übrigen ab nächster Woche auch einige Kinder, bei denen das Jugendamt unabhängig von der Betreuungssituation eine „dringende pädagogische Notwendigkeit“ festgestellt hat.

Die Zahl 4 wird auch nach Pfingsten Bestand haben, Plätze gibt es weiterhin in der Kita Holderbusch, Bertholdstraße, Höhenstraße und Rektor-Soldierer-Weg. „Wir halten an diesen Einrichtungen fest, weil sie mit Blick auf die verschiedenen Sozialräume günstig liegen und sich diese Auswahl in der Praxis bewährt hat“, so der Beigeordnete.

„Bis zu 12.000 Teilnehmer“

Etwas erstaunt zeigte sich Joachim Paul über die deutliche Erhöhung der Platzzahl. „Von unseren Mitgliedern wird keiner den Streik abbrechen“, versicherte der Verdi-Vertrauensleute-Sprecher für die Stadtverwaltung Stolberg. Vielmehr sei die Entschlossenheit auch nach zwei Wochen Arbeitskampf unverändert groß.

Das sollen, so Paul, auch die Arbeitgeber zu spüren bekommen. Während der Aktionsplan für die Tage nach Pfingsten am Freitagnachmittag noch vorbereitet wurde, stand die zentrale Kundgebung der kommenden Woche bereits fest: Ziel einer großen Demonstration soll am Donnerstag die Mitgliederversammlung der VKA in Frankfurt sein. „Wir rechnen mit bis zu 12.000 Teilnehmern“, freut sich Joachim Paul auf großen Andrang.

Großen Andrang wird es einmal mehr auch am Dienstag in der Stolberger Altstadt geben, wenn im „Piano“ das Streikcafé geöffnet hat. Bei dieser Gelegenheit will Verdi auch das strategische Vorgehen über die letzten Mai-Tage hinaus besprechen. Denn, so der Stolberger Vertrauensleute-Sprecher: „Es ist zu befürchten, dass ein annehmbares Angebot der Arbeitgeber weiter auf sich warten lassen wird.“

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