Kita-Ausbau: Stadt greift Kirche kräftig unter die Arme

Von: Michael Grobusch
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22 zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren sollen durch den Um- und Ausbau der katholischen Kita St. Sebastianus Atsch geschaffen werden. Foto: J. Lange

Stolberg. Zur Sicherung der U3-Betreuung will die Stadt Stolberg neue Wege beschreiten: Erstmals soll nicht nur der Anteil eines freien Trägers an den Betriebskosten, sondern sogar ein Teil der Investitionen für den Ausbau übernommen werden. Konkret geplant ist das für die katholische Kita St. Sebastianus in der Atsch, wo insgesamt 22 zusätzliche Betreuungsplätze für unter Dreijährige vorgesehen sind.

Die Erweiterung der Einrichtung ist im Rahmen der Gesamtplanung des Jugendamtes schon seit 2010 ein Thema. Doch die Verwirklichung der letzten Stufe scheiterte seitdem immer wieder an in Aussicht gestellten, aber letztlich doch nicht bewilligten Zuschüssen. Nun aber hat der Bund sein vorerst letztes Förderprogramm vorgezogen und kann sich in der Atsch mit genau 355.661,94 Euro beteiligen.

Das ist zwar viel Geld, aber dennoch weniger als die ursprünglich einmal von der Stadt angesetzten 389.000 Euro. Und nicht nur darin liegt ein Problem der Finanzierung: War in einem ersten Kostenvoranschlag noch von 700.000 Euro ausgegangen worden, werden in den aktualisierten Planungen 950.000 Euro angesetzt. Höhere Preise, aber auch eine höherwertige Ausstattung, nicht zuletzt auch mit Blick auf die inklusive Nutzung, sind nach Angaben der Verwaltung die Gründe hierfür.

Weil die Pfarre St. Lucia ihren Anteil aber maximal um 50.000 auf dann 350.000 Euro aufstocken kann, springt nun die Stadt in die Bresche. „Das ist ein ganz wichtiger Schritt zur Bedarfsdeckung in Stolberg“, erklärte Robert Voigtsberger am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung. Und er verwies darauf, „dass die möglichen Alternativen für die Stadt teurer ausfallen würden“. Etwa der Neubau einer eigenen Einrichtung im Sozialraum Atsch. „Dieser würde uns, inklusive des Grundstückes, das noch gefunden werden müsste, zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Euro kosten“, rechnet der Erste Beigeordnete hoch.

Und weil sich bei einer kirchlichen Trägerschaft der Landesanteil erhöhe, würde der städtische Anteil an den Betriebskosten um jährlich rund 13.000 Euro geringer ausfallen als beim Betrieb einer eigenen Kita. Voigtsberger sieht weitere gute Argumente für den nun angepeilten Weg, den der Jugendhilfeausschuss in seiner Sitzung am 26. Februar freimachen soll. „Wenn die Kindpauschalen für die Personalkosten nicht ausreichen sollten, liegt das Risiko des Mehraufwandes beim Träger. Das ist in diesem Fall die Pfarre St. Lucia.“ Und: „Mit der Instandhaltung und Wartung des Gebäudes und Geländes werden wir nichts zu tun haben.“

Neben der Zustimmung der Stolberger Politik in Jugendhilfe-, Hauptausschuss und Rat, die alleine schon aufgrund der gewaltigen Stimmenmehrheit der Großen Koalition als sicher gilt, gibt es zuvor noch eine weitere Hürde zu nehmen: Am 19. Februar wird sich der Vermögensverwaltungsrat des Bistums Aachen mit dem Thema Kita-Ausbau in der Atsch beschäftigen. Auch hier wird die positive Entscheidung aber dem Vernehmen nach nur noch eine Formsache sein.

Einen Durchbruch gibt es derweil auch bei den Bemühungen um den Umbau der städtischen Kita Mozartstraße: Das Land wird der Stadt Stolberg 108.000 Euro aus nicht verbrauchten Fördermitteln überweisen. Damit steht der Umwandlung einer Regelgruppe und der Schaffung von sechs weiteren U3-Plätzen nichts mehr im Wege.

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