Kirchenkonzert mit Werken österreichischer Komponisten

Von: mlo
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Heekyung Min, Solistin aus Köln (im schwarzen Kleid), ließ im Verbund mit dem Chor unter Leitung von Gunther Antensteiner das Konzert zu einem wahren Highlight werden. Foto: M.L. Otten
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Joachim Peters las aus Werken österrreichischer Autoren.

Stolberg. Die Kantorei unter Leitung von Gunther Antensteiner veranstaltete in der Finkenbergkirche gemeinsam mit dem Kirchenchor St. Cäcilia Münsterbusch, der Sopranistin Heekyung Min und Organistin Misun Kim-Antensteiner ein großartiges Kirchenkonzert mit Solo-, Chor- und Orgelwerken bekannter österreichischer Komponisten. Es war ihr Beitrag zum Festival „Stolberg goes Österreich“ am Wochenende.

Zwischen den musikalischen Vorträgen zitierte Joachim Peters aus Alsdorf Texte österreichischer Autoren.

Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Nach der Begrüßung durch Pfarrer Axel Neudorf startete das Ehepaar Antensteiner mit dem „Adagio/Vivace“ aus der Symphonie Nr. 97 in C-Dur von Joseph Haydn. Die Bearbeitung zu vier Händen für Orgel begann mit einer feierlichen langsamen Einleitung und steigerte sich dann zu einem klangprächtigen Finale.

Auszüge aus Peter Härtlings sinnlichem und faszinierendem Roman über den Komponisten Franz Schubert schlossen sich an. „Härtling“, so beschrieb es Peters, „entwirft hier ein modernes literarisches, sehr bewegendes Bild vom begnadeten Musiker, der nur 31 Jahre alt wurde“. Franz Schubert ist das Genie, der leise Rebell, der unglücklich Liebende, der bürgerliche Komponist in einer hausbackenen und konservativen Zeit. Er kann zwar von der Gesellschaft leben, die ihn vergöttert. Doch das Glück findet er in den Salons der vergnügungs-süchtigen Wiener Gesellschaft nicht, sondern allein in der Kunst.

Erster Schwerpunkt

Einen ersten musikalischen Schwerpunkt setzte die Chorgemeinschaft dann mit Franz Xaver Grubers Deutscher Messe, die in hiesigen Breiten eher unbekannt ist. Man kennt Gruber als Komponist des Weihnachtsliedes „Stille Nacht, heilige Nacht“. Dennoch gefiel auch die Messe, die sich an alpenländische Weisen orientierte, in Stolberg und machte große Freude.

Als leidenschaftlicher Musikhörer hat der Theologe Hans Küng das Verhältnis von Mozart zur Religion untersucht. „Ganz fein und dünn ist die Grenze zwischen Musik und Religion“, so Küng, „in gewissen Momenten ist es dem Menschen gegeben, sich so weit zu öffnen, dass er in dem unendlich schönen Klang den Klang des Unendlichen hört“. Für Mozart war die Musik Glückseligkeit und kein Lebensprogramm. Er machte sich keine Gedanken über den Sinn des Lebens, wollte weder dozieren noch belehren, sondern einfach nur den Klang des Schönen zum Ausdruck bringen.

Und so war der letzte Block dem gefeierten Wunderkind Wolfgang Amadeus Mozart gewidmet. Gunther und Misun Kim Antensteiner boten in einer Bearbeitung für Orgel zu vier Händen eine ausdrucksstarke Interpretation seiner Fantasie in f-Moll, der Chor holte im eindrucksvollen „Ave Verum“ jede menschliche Regung ans Licht, während die Sopranistin Heekyung Min aus Köln sich mit der meisterhaften Arie „Ach, ich fühl’s, es ist verschwunden“ der Pamina aus der Zauberflöte präsentierte, dabei einfühlsam von Gunther Antensteiner am Klavier begleitet.

Nun las Joachim Peters einen Brief von Mozart an sein „Bäsle“ (Cousine) in Mannheim vor. Zuvor hatte er erläutert, dass Mozart auch ein sehr produktiver Briefeschreiber war. Briefe gingen an Freunde, Bekannte und Vorgesetzte, vor allem aber an seine Familie. Als seine häufigsten Briefpartner gelten sein Vater Leopold und seine drei Jahre jüngere Base.

Dabei fällt eine ungewöhnliche Ausdrucksweise auf: von schalkhaft lustig bis zu drastisch und derber Art. Die Schlussarie „Alleluja“ aus der Motette Exsultate, jubilate ist ein Koloratur-Bravourstück für jede Sopranistin. Und die Künstlerin aus Köln meisterte diese Partie mühelos. Im „Laudate Dominum“ zog sie alle Register und ließ das innige Gebet im Verbund mit dem Chor zu einem wahren Hörgenuss werden. Für den kräftigen Applaus der Besucher dankte der Chor mit der Wiederholung des „Ave Verums“.

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