Kirche St. Hubertus: Führung zum Auftakt der Jubiläumsfeiern

Von: Christoph Hahn
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Kelche und noch viel mehr: Zum Einstieg in die 150-Jahr-Feiern der Büsbacher Kirche St. Hubertus machte Pfarrer Jürgen Urth die Gläubigen in der Sakristei mit den hier aufbewahrten Kostbarkeiten bekannt. Foto: C. Hahn

Stolberg-Büsbach. Hochwürden hat schon mal angefangen: Mit einer Führung durch die Sakristei und ihre Schätze machte Pfarrer Jürgen Urth die Gläubigen mit den Kostbarkeiten der Pfarrkirche St. Hubertus bekannt. Damit leitete der Büsbacher Ortsgeistliche zugleich die 150-Jahr-Feiern des Gotteshauses an der Ecke Oberstein-/Konrad-Adenauer-Straße ein, die in einem feierlichen Hochamt am Sonntag, 22. Juni, 11 Uhr, gipfeln.

Mit dem Angebot trafen Urth und die, die sonst noch dem Leben in und um St. Hubertus Gestalt geben, voll ins Schwarze. Denn nicht einmal die berühmte Kirchenmaus hätte in der Sakristei noch Platz gefunden – so stark war der Andrang, zumal sich nicht gerade wenige Menschen zur Maiandacht und der nachfolgenden Abendmesse versammelt hatte.

Wie sich Büsbachs Geschichte in Kelchen, Monstranzen und Priestergewändern widerspiegelt: Das Interesse, solche Zusammenhänge aufzuspüren, war merklich groß. Und so strömten die Interessenten nach dem letzten Amen die Treppen zum Altarraum hinauf und weiter in die Sakristei, als Pfarrer Urth sie nach der Messe mit einladender Handbewegung hinzu bat.

Der Pfarrer brachten seinem vielköpfigen Auditorium zuerst einmal die Kirchengeschichte ihrer Heimat nahe. Einst habe Büsbach in politischer wie in kirchlicher Hinsicht zu Kornelimünster gehört. Am Sonntag sei ein langer Fußmarsch zum Hauptort des Münsterländchens, damals noch Sitz des Fürstabtes aus dem Orden der Benediktiner, angesagt gewesen, denn: „Unsere Pfarrkirche war die Bergkirche St. Stephanus.“

Bereits 1680 sei eine erste Büsbacher Kirche an der heutigen Ecke Hostert-/Konrad-Adenauer-Straße verbürgt gewesen. Bis zur Weihe des heutigen Sakralbaues am 23. Juni 1860 durch den Kölner Weihbischof Baudri sei es aber noch ein langer Weg gewesen – wobei der Gottesdienst, so Urth, schon eine anstrengende Geschichte war: „Das dauerte von 7 Uhr am Morgen bis 16 Uhr am Nachmittag.“

Mit großer Liebe wandte sich Urth im Folgenden den eigens von ihm und Küster Ludwig Wolters aufgebauten Messgeräten zu. Dabei ging es nicht nur um Bestandteile wie die roten Edelsteine des Kelchs, die die Wunden Christi am Kreuz versinnbildlichen sollen. Es ging auch um den Sinn dieser kostbaren Dinge. So erfuhren die Zuhörer, warum immer ein Kruzifix auf dem Altar stehen muss – und zwar so, dass der die Messe feiernde Priest den Corpus, die Darstellung Jesu, sehen kann: „Der Priester muss immer auf das Kreuz schauen können.“

Dass sich in der Sakristei von Büsbach noch heute Spuren der Reichsabtei Kornelimünster finden, erfuhren die Gläubigen ebenso: „Vieles ist von dort zu uns gekommen.“ Zusammenhänge zwischen Symbolen und Sinninhalten legte der Gastgeber immer wieder offen – zum Beispiel, als es darum ging, warum ein Priester seinen Alltagsdress aus- und ein kostbar mit Stickereien dekoriertes Messgewand anzieht: „Das bedeutet: Ich trete als sündhafter Mensch zurück und lege das Kleid Christi an.“

Theologie, die vom Himmel auf die Erde niedersteigt: Das hat den Büsbachern in der Sakristei von St. Hubertus offenbar gut gefallen. So dankten sie ihrem Pfarrer mit herzlichem Applaus für seine Erklärungen, durch die die im Grunde mehr als 150 Jahre währende Historie von St. Hubertus den Menschen von heute ein ums andere Mal nahe kam.

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