Stolberg - „Kinder- und Jugendperspektive”: Das neue Team will präsent sein

„Kinder- und Jugendperspektive”: Das neue Team will präsent sein

Von: Michael Grobusch
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Wollen den Antragsberechtigten
Wollen den Antragsberechtigten die Möglichkeiten des Bildungs- und Teilhabepaketes näherbringen: Katja Giesen (v.l.), Michael Jansen, Angela Kaesler, Frank Döhla, Barbara Strauch und Verena Ringering. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Das erste Erfolgserlebnis hat es schon gegeben: „Ich hätte nicht gedacht, dass es uns in so kurzer Zeit gelingen würde, ein solch kompetentes Team zusammenzustellen”, zeigt sich Josef Offergeld angesichts der großen Nachfrage auf dem Markt und des dennoch gut gelaufenen Auswahlverfahrens sehr zufrieden.

So hat es sich also mittlerweile gefunden und auch eingefunden, das sechsköpfige Team der „Kinder-und Jugendperspektive”, das soziale Arbeit im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets leisten und den potenziellen Antragsberechtigten das vorhandene Angebot näherbringen soll.

Genau 4,54 Stellen finanziert der Bund zunächst bis Mitte 2014 zu diesem Zweck. Gut zwei Jahre bleiben den neu eingestellten Fachleuten somit, um Strukturen zu schaffen und Erfolge zu erzielen, die als gute Argumente für eine Fortsetzung des Projektes dienen können.

Wenn dieses Ziel auch bei allen Mitarbeitern zweifellos eine Rolle spielt, so stehen derzeit grundsätzlich doch ganz andere Dinge im Vordergrund. Zum Beispiel die Steigerung des Bekanntheitsgrades. Vornehmlich Schulen und Kindertagesstätten wurden und werden in einer ersten Phase kontaktiert, um das neue Angebot und die dazu gehörigen Fachleute bekannt zu machen. „Die Lehrer und Erzieherinnen sind ein ganz wichtiger Multiplikator”, weiß Katja Giesen. Sie sollen für einen möglichst großen Informationsfluss in Richtung Eltern und deren Kinder sorgen. Auch Infoabende werden mit dieser Zielrichtung organisiert.

Am Sozialraum orientiert

Anders als in vielen Kommunen der Region sind die Sozialarbeiter den Sozialräumen in Stolberg und nicht einzelnen Schulen zugeteilt worden. Zwischenzeitlich geäußerter Kritik aus diesem Kreis begegnet Josef Offergeld gleich mit mehreren Hinweisen: „Wir haben damit kein Alleinstellungsmerkmal.

Die Stadt Grevenbroich beispielsweise geht genauso vor.” Und noch etwas gibt der zuständige Abteilungsleiter zu bedenken: „Es existiert keine rechtliche Grundlage, die besagt, dass wir die Kollegen als Schulsozialarbeiter einsetzen müssen.” Viel sinnvoller erscheine es aus Sicht des Jugendamtes, das neue Angebot in das bestehende soziale Netzwerk in Stolberg einzubinden. Und dies sei in seiner Struktur an den Sozialräumen orientiert.

So gibt es auch für jeden der sechs Kollegen, die ihre Büros im Josefshaus am Kaplan-Dunkel-Platz eingerichtet haben, eine feste Zuteilung (siehe Box unten). „Das hat den großen Vorteil, dass es feste Ansprechpartner für einen klar definierten Bereich gibt”, betont der bisherige mobile Jugendsozialarbeiter Frank Döhla, der seinen dienstlichen Tätigkeitsschwerpunkt als Koordinator in die Jugend- und Kinderperspektive verlagert hat. Dazu soll es zukünftig auch möglichst flächendeckend feste Sprechstunden in den Einrichtungen geben - wobei einige Schulen und Kitas, so Döhla, von dem Angebot keinen Gebrauch machen werden, weil ihre Klientel von den Hilfsmöglichkeiten des Bildungs- und Teilhabepaketes nicht bzw. kaum tangiert wird.

Weil für manchen potenziellen Antragsberechtigten wiederum in der eigenen Kita oder Schule die Hemmschwelle für eine Kontaktaufnahme zu hoch ist, bietet das neue Team ab kommender Woche immer donnerstags von 15.30 bis 17.30 Uhr eine Sprechstunde im Josefshaus an. Zudem soll eine telefonische Kontaktaufnahme auch kurzfristig ermöglicht werden: Alle Mitarbeiter des Teams verfügen über ein Diensthandy.

Dabei legen sie auf eine Feststellung Wert, um Missverständnisse zu vermeiden: „Unser Aufgabengebiet ist das Bildungs- und Teilhabepaket.” Bei Themen, die klassischerweise dem Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) zuzuordnen sind, werde hingegen an die zuständigen Stellen verwiesen. „Hier können die Kollegen nur die Kontaktvermittlung übernehmen und als Lotsen fungieren”, stellt Josef Offergeld fest.

Die Vereine in Stolberg werden die nächste große Zielgruppe der „Kinder- und Jugendperspektive” sein. Auch hier wollen die Mitarbeiter sich vorstellen und für ihre Arbeit und die damit verbundenen Möglichkeiten für Hilfsbedürftige werben. „Der nächste große Arbeitsschritt wird dann sein, die Angebote, die über das Bildungs- und Teilhabepaket abgedeckt werden können, darzustellen”, kündigt Frank Döhla an. Dabei hat er schon eine immer wiederkehrende Problematik in den Blick genommen: Die Maßgaben für die Leistungen sind nicht immer schlüssig. So werde beispielsweise der Vereinsbeitrag für ein Kind übernommen, nicht aber die erforderliche Ausrüstung und Kleidung. Eine ähnliche Schwierigkeit gibt es im Bereich Musik. Geld wird nur für den Unterricht bereitgestellt, nicht aber für den Kauf oder das Ausleihen des Instrumentes.

Josef Offergeld hat für solche Fälle schon eine Abhilfe in Erwägung gezogen. „Wir haben ja das Projekt Kinderarmut. Hier sehe ich eine große Schnittstelle.” Das Jugendamt will nun prüfen, inwieweit es Möglichkeiten der Co-Finanzierung für Fälle wie die beispielhaft genannten gibt.

Mittel für eigene Projekte

Ganz wichtig ist dem Abteilungsleiter, dass die bereitgestellten Bundesmittel nicht komplett in das Personal fließen. „Wir haben uns auch Projektmittel vorbehalten”, erklärt Offergeld. Ein erstes eigenes Projekt will das Jugendamt in dem Sommerferien initiieren. In der vierten und fünften Woche soll 30 Kindern ein Ferienspielprogramm mit integrativem Charakter angeboten werden.

Ob solche Aktionen sich dauerhaft etablieren lassen, hängt von der weiteren Finanzierung ab. Und die wiederum steht in einem direkten Zusammenhang mit dem Erfolg der Arbeit des neuen Teams. „Entscheidend ist, wie wir eine Dokumentation hinbekommen, die diesen Erfolg belegt”, meint Frank Döhla. Als einen wesentlichen, Faktor sieht Josef Offergeld dabei die Zahl der in ihrer Entstehung begleiteten und abgegeben Anträge. „Hier haben wir einen messbaren Faktor.” Selten könne die Effektivität von (präventiver) Jugendarbeit aufgezeigt werden. „In diesem Fall biete sich aber die Möglichkeit.”

Ansprechpartner und ihre Zuständigkeitsbereiche

Frank Döhla:Propst-Grüber-Hauptschule, Koordination, Telefon 99779721, 0170/5797326.

Verena Ringering: Förderschule Stolberg (Talstraße), Grundschule Prämienstraße, Kitas St. Hubertus, Höhenkreuzweg, Haus Maria im Venn, Montessori Kinderhaus, Auf der Liester, Telefon 99779724, 0151/46717287.

Angela Kaesler: Grundschulen Hermannstraße, Donnerberg, Atsch, Bischofstraße, Kitas Franziskus-straße, Saarstraße, Mozartstraße, Clara Fey, Höhenstraße, Wiesenstraße, St. Sebastianus, Tagesstätte für spanische Kinder, Zwergenburg, Telefon 99779722, 0151/46717289.

Katja Giesen: Grundschulen Grüntalstraße, Mausbach, Breinig, Zweifall, Gressenich, Kitas Vicht, St. Barbara, Steinweg, Zauberkiste, Bergstraße, St. Markus Mausbach, Rektor-Soldierer-Weg, Cornelia-straße, Bertholdstraße, Breiniger Berg, Gressenich, Schevenhütte, Foxiusstraße, Telefon 99779726, 0151/46717286.

Barbara Strauch: Berufskolleg, Realschule I, Goethe-Gymnasium, Kitas Am Holderbusch, Pirolweg, Zweifall, Telefon 99779725, 0151/46717290.

Michael Jansen: Hauptschule Kogelshäuserstraße, Realschule Mausbach, Ritzefeld-Gymnasium, Telefon 99779727, 0151/46717288.

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