Kinder lernen Welt der Ureinwohner Amerikas kennen

Von: Thomas Waltl
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Indianer Dirk gab den Kindern auf der Wolff-Farm Tipps, wie das Schnitzen richtig funktioniert. Foto: T. Waltl
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In den seltenen Fällen von schlechtem Wetter nutzen die Teilnehmer die Tipis als gemütlichen Rückzugsort.

Stolberg-Gressenich. Einmal eine Reise in die Welt der Ureinwohner Amerikas, der Indianer und Trapper zu machen, ist ein Traum, den wohl viele Kinder hegen. Für 31 Mädchen und Jungen wurde dieser Traum jetzt wahr. Denn das Jugendzentrum „Westside“ bietet bereits zum zweiten Mal die beliebten Indianerferienspiele an.

Um das Ganze auch möglichst authentisch und originalgetreu nachzustellen, wurde der Indianerverein „Blackfoot-Tribes“ aus Düren mit ins Boot geholt. Und so standen auf der Wolff-Farm in Gressenich weiße Tipis und Zelte, die schon von weitem jedem signalisierten, dass hier Indianer anzutreffen sind.

Die Lage am ruhigen Waldesrand hätte für das Indianercamp nicht besser sein können. Hier durften die Kinder täglich von 9.30 bis 16 Uhr die Lebensweise der Indianer und Trapper in vielen lustigen Spielen erleben und kennenlernen. Beim Bogenschießen und Pfeilwerfen waren vor allem Konzentration und Genauigkeit gefordert, schließlich durften die Acht- bis Zwölfjährigen sogar mit echten und damit gefährlichen Utensilien spielen. Für Guido Bracke, dessen Indianername Tatanka lautet, hatte das durchaus Sinn: „Den Kindern wird heutzutage viel zu wenig zugetraut. Wenn sie aber mit echten Pfeilspitzen schießen, dann entwickeln sie ein Bewusstsein dafür, dass damit nicht zu spaßen ist. In den zwei Wochen hat sich auch kein einziger Teilnehmer verletzt.“

In den zwei Camp-Wochen auf der Farm waren Handys übrigens verboten. Den Kindern wurde beigebracht, dass auch die Natur viel zu bieten hat. Sie hatten zum Beispiel ihren Spaß bei den Spielen im Wald. Sie fanden Knochen und Vulkansteine und sahen auch das ein oder andere Tier in der freien Natur.

Die Planung für das Camp hat Ralf Esser vom Jugendzentrum mit seinem Team schon vor einem halben Jahr aufgenommen: „Wir haben Indianerspiele aus verschiedenen Lektüren gesammelt und dann ein Programm für alle Witterungsverhältnisse erstellt, schließlich können sich die Indianer und Trapper das Wetter ja nicht aussuchen.“ Bei Regen fanden die Kinder Unterschlupf in den Tipis, machten es sich auf echten Bisonfellen gemütlich und wärmten sich am Lagerfeuer. „Unser Camp soll aber nicht nur Bespaßung sein“, stellt der ausgebildete Sozialpädagoge Esser klar, „die Kinder sollen auch etwas lernen, ihre Sinne schärfen und richtigen Teamgeist entwickeln.“

Dass diese Ziele erreicht wurden, zeigte sich bei den Vorbereitungen für das kleine Abschlussfest am letzten Tag. Eine Kindergruppe sorgte für das Lagerfeuer, ein paar Mädchen probten die Lieder, die sie dann am Abend sangen, während eine andere Gruppe Paprika, Zwiebeln und Bohnen für das Abendessen am Lagerfeuer schnitt. Zu diesem Fest kamen dann auch die Eltern der frisch gebackenen Indianer und Trapper und konnten sehen, wie gut die Kleinen schon mit Pfeil und Bogen umgehen können.

Nachdem dann auch der letzte Sonnentanz getanzt worden war, bauten Tatanka und seine Kollegen die Tipis wieder ab und nahmen die Flagge der Vereinigten Staaten, die während der beiden Wochen auf der Farm im Wind geweht hatte, vom Mast herunter. Ein Zeichen, dass die Ureinwohner nicht mehr in Gressenich auf der Pirsch sind. Zumindest bis zum nächsten Jahr.

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