Kinder der Hermannschule werden von der Muse geküsst

Von: kol
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Von der Yehudi-Menuhin-Stiftung und Künstlern gefördert: Die Kinder der Hermannschule nehmen an „MUS-E” teil. Foto: K. Linden

Stolberg. Yehudi Menuhin war nicht nur ein Virtuose an der Geige. Der 1999 verstorbene amerikanische Künstler war auch ein Visionär: „Kulturelle Vielfalt als Bereicherung zu interpretieren, nicht als Bedrohung, das war Menuhins Vision”, sagt Benjamin Wimmer.

In diesem Geiste wurde nach dem Tod des jüdischen Violinisten die Yehudi-Menuhi-Stiftung gegründet, deren Marketingleiter Wimmer ist. Kuratoriumsvorsitzende ist die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth.

Das Vorzeigeprojekt der Stiftung: „MUS-E”, ein Programm für Grundschulen, mit dem Kinder aus sozial benachteiligten Gegenden künstlerisch gefördert werden sollen. Mit dabei ist ist die Hermannschule in Stolberg-Mühle, als eine von nur zwei Schulen im Kreis Aachen.

Dass in dem Projekt Kinder von der Muse geküsst werden, die sonst „nicht unbedingt vom Leben geküsst sind” ist für Schulleiterin Renate Krickel nicht der einzige Grund, warum MUS-E „genau das Richtige ist für unsere Internationale Begegnungsschule”.

„Wir sind eine sehr exotische Schule”, sagt Renate Krickel”, auch weil wir so international sind. Kinder aus über 30 Ländern gehen derzeit zur Hermannschule. „Das kann man auch als Qualität sehen”, sagt Krickel: „Unsere Kinder sind alle zweisprachig.”

Insgesamt sechs Klassen der ersten und dritten Schuljahre nehmen derzeit am Muse-Projekt teil, das vom Land NRW aus Mitteln des Programms Soziale Stadt gefördert wird.

Jeweils einmal pro Woche kommen fünf Künstler in die Klassen, um mit den Schülern zu arbeiten. Die bildenden Künstlerinnen Heidi Theissen und Gerda Zuleger, Musikerin Ruth Schmithüsen, Geschichtenerzählerin Regina Sommer und Bernd Braks, der die Sparte Theater abdeckt.

„Ich habe mit Begeisterung wahrgenommen, dass Kinder, die sonst kaum sprechen, sich mit Hilfe der Kunst plötzlich darstellen”, lobt Renate Krickel das Projekt. Außerdem bekämen Kinder, die sonst Schwierigkeiten beim Lernen der klassischen Fächer haben, durch die Kunst ihre Erfolgserlebnisse.

Doch das Projekt gibt den Kindern nicht nur viel, es nimmt sie auch in die Pflicht. Für die Hermannschule bedeutet das, sich in den Prozess der Sozialen Stadt Velau/Mühle einzubringen, ähnlich wie das auch die Kogelshäuserschule tut. „Wir müssen und wollen uns im Viertel engagieren”, sagt Krickel und betont, dass vieles bereits im Gang ist: „Hier bewegt sich was.”
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