Stolberg - Kerschgens stärkt den Stammsitz Stolberg

Kerschgens stärkt den Stammsitz Stolberg

Von: Michael Grobusch
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Stolberg. So ganz stimmt das ja eigentlich nicht, wenn Heinz Herbort ankündigt: „Weitere Investitionen sind vorerst kein Thema.“ Denn immerhin 500.000 bis 600.000 Euro werden für den Um- und Ausbau des Verwaltungsgebäudes veranschlagt, der im Herbst begonnen und im späten Frühjahr 2014 abgeschlossen werden soll.

Eher schon trifft die Aussage – und so ist sie auch gemeint – auf die technische Ausstattung der Firma Kerschgens zu. Gerade noch hat das Stolberger Familienunternehmen für gut eine Million Euro ein neues Blechbearbeitungszentrum eingerichtet. Und damit eine ganze Serie von Anschaffungen abgeschlossen, die sich in drei Jahren auf rund elf Millionen Euro summieren. „Jetzt haben wir die Kompetenz, die uns noch fehlte. Damit sind wir optimal aufgestellt“, frohlockt Herbort.

Besagte Kompetenz war in erster Linie von den Stammkunden eingefordert worden. „Wir sind fast schon gedrängt worden, unser Portfolio zu erweitern“, berichtet der geschäftsführende Gesellschafter. Denn während die Kerschgens-Gruppe spätestens mit der Inbetriebnahme des Formstahl-Centers im vergangenen Herbst eine Ausnahmestellung in der Stahlanarbeitung erreicht hatte, fehlte bis dato ein entsprechendes Pendant im Blech-Bereich. Diese Lücke ist nun geschlossen.

Immer stärker positioniert sich der einst klassische Stahlhändler auf dem Markt der Anarbeitung. Sie macht beim Formstahl mittlerweile einen Anteil von 90 Prozent aus. „Das eigentliche Handelsgeschäft steht stark unter Druck“, berichtet Heinz Herbort. Und er räumt ein: „Wenn wir nur dieses Handelsgeschäft betreiben würden, hätten wir existenzielle Probleme.“ Niedrige Preise, geringe Margen und ein zunehmender Trend zum Internet als Marktplatz würden insgesamt wenig attraktive Rahmenbedingungen ergeben. Und das in einem Sektor, den Herbort immer noch als einen „relativ regionalen“ bezeichnet. „Der Radius liegt bei 200 bis 250 Kilometer.“

So soll es auch in Zukunft bleiben. Geografische Expansionen schließt der Geschäftsführer aus, eher das Gegenteil deutet er für die kommenden Jahre an. Die Standorte Bitburg, Trier und Viersen sind gesetzt, das Gelände der früheren Wilhelms Industriebedarf GmbH + Co. KG in Würselen, das Kerschgens 2002 übernommen hat, soll hingegen mittelfristig aufgegeben und das Geschäft samt der Mehrzahl der rund 50 Beschäftigten nach Stolberg verlagert werden. Herbort prognostiziert „große Synergieeffekte“.

Die Basis hierfür wird durch den Erweiterungsbau an der Steinbachstraße geschaffen. Dort sollen demnächst alle Vertriebsmitarbeiter zentral ansässig sein statt wie bisher an unterschiedlichen Orten und in diversen Büros. Knapp 350 Quadratmeter werden dafür zur Verfügung gestellt. Und die Pläne, die am kommenden Donnerstag auch Thema im städtischen Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt sein werden, sehen die Option für eine Aufstockung vor, falls sich das Geschäft von Kerschgens weiter positiv entwickeln und somit zusätzlicher Personal- und Platzbedarf entstehen sollte.

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