Stolberg-Zweifall - Keramikkunst vereint mit Ölmalerei

Keramikkunst vereint mit Ölmalerei

Von: Heike Eisenmenger
Letzte Aktualisierung:
Die neue Ausstellung im Zweifa
Die neue Ausstellung im Zweifaller Kloster zeigt Werke von Fritz und Helga Tervooren. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Zweifall. Auge in Auge mit Jesus: Es ist dieses feingemalte Gesicht, es sind die dunklen Augen, die den Betrachter unmittelbar anblicken, die fesseln.

Es ist ein Bild. Gemalt hat es Fritz Tervooren aus Brand. Gemeinsam mit seiner Frau Helga wird er seine Werke ab dem kommenden Sonntag im Karmelitinnenkloster in Zweifall aus.

Er ist der Maler, sie die Keramikkünstlerin. Das Kloster sei ideal, um Kunst zu zeigen, finden die Eheleute, die das Menschsein thematisieren. Die 65 in Öl gemalten Bilder und 20 Keramikarbeiten werden im Gebetsraum in der oberen Etage der Klosterkapelle ausgestellt. Der warme Glanz des Parketts, die schlichten Gebetsbänke, das aufwendig gearbeitete Gitter und die hohen Kirchenfenster erzeugen eine Atmosphäre, die den Besucher innehalten lässt.

In dieser Atmosphäre der Einkehr Kunst zu präsentieren, bietet sich an. „Der Lichteinfall ist einfach traumhaft. Die Wirkung der Bilder ist morgens eine andere als am späten Nachmittag, weil das Licht ein ganz anderes ist”, sagt Helga Tervooren, die für die Volkshochschule Stolberg an der Frankentalstraße Keramikkurse gibt.

Der Lichteinfall wird auch das fünf Meter hohe und drei Meter breite Kreuz in Szene setzen. Es besteht aus verschiedenen, gleich großen Bildern. Das Kreuz ist sicherlich eines der auffälligsten Exponate der Ausstellung.

Spannender Rundgang

Die Bilder von Fritz Tervooren zu beschreiben, ist nicht einfach. Seine Bilder lassen sich nicht einordnen. Würde man es nicht wissen, könnte man glauben, dass die Werke von unterschiedlichen Künstlern gemalt worden seien. Das macht den Rundgang natürlich spannend.

Ein Bild scheint wie aus dem Herzen des tiefsten Russlands entsprungen. Es ist eine Ikone mit einem Heiligenbild, das der 55-Jährige auf eine Schrankwand gemalt hat und dem er durch geschicktes Abflämmen eine Patina des Alters verliehen hat. Im Kontrast dazu steht das Bild eines kauernden, nackten Mannes. Und im krassen Gegensatz steht auch die Abbildung einer urbanen Landschaft, die farbenfroh leuchtet.

Man will sie anfassen, fühlen: Das ist der Wunsch, den man beim Betrachten der Keramikarbeiten von Helga Tervooren verspürt. Die 54-Jährige arbeitet mit zum Teil sehr alten Keramiktechniken. Durch das Anzünden von Sägemehl in einer Tonne erzeugt sie ungewöhnliche Effekte im Material, sowohl farblich wie auch die Oberflächenstruktur betreffend. Die Aachenerin arbeitet in der figürlichen Darstellungen. Es ist die Versinnbildlichung der fünf Sinne, die sie beschäftigt.

„Ich liebe Nasen, Augen, Gesichter, Hände”, erklärt Helga Tervooren begeistert und wiegt in ihrer Hand eine kleine Skulptur - eine Frau mit schlanker Silhouette, deren Rock dank einer geschickten Technik schwarz-weiß durchzogen ist.

Vernissage findet am Sonntag um 16 Uhr statt

Die Vernissage findet am kommenden Sonntag, 11. September, um 16 Uhr in der Kapelle des Karmelklostesr, Klosterstraße 40 in Zweifall, statt. Zu sehen sind die Exponate dort sechs Wochen lang.

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