Kenneth McCluskey in Stolberg: Eine „so schöne und saubere Stadt“

Von: Dirk Müller und Jürgen Lange
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Ein richtiger Tourist: Kenneth McCluskey ist eigens nach Stolberg gekommen, um die Stadt besser kennenzulernen, in der er am 13. Juni zum zweiten Mal mit seiner Band spielt. Stundenlang stöbert er mit Kulturmanager Max Krieger durch die Altstadt. Foto: D. Müller, J. Lange
Kenneth McCluskey Stolberger Stadthalle
25. Januar 2007: Kenneth McCluskey beim Commitments-Konzert in der Stolberger Stadthalle. Foto: D. Müller, J. Lange
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Der Kaiserplatz als eine stilvolle Konzertarena und ein Rathaus als Backstage-Bereich ist für die Commitments und Rolf „Charly“ Braun (r.) neu. Foto: D. Müller, J. Lange
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Kleine Anprobe im Rittersaal der Stolberger Burg: Hier wird nach dem Konzert auf dem Kaiserplatz der Commitments-Film gezeigt. Foto: D. Müller, J. Lange
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Kneipen wie in Irland: Otto Matheis (l.) ist einer ihrer Wirte. Foto: D. Müller, J. Lange

Stolberg. An diesem Tag ist er nicht nur der Manager, sondern auch ein einfacher Tourist, und er ist zweifelsohne ein Star: Millionen Menschen weltweit haben ihn als Derek „the Meat­man“ Scully in dem Film „The Commitments“ gesehen, die Konzerte der aus dem Film hervorgegangenen Band „The Stars of the Commitments“, bei der er die Bassgitarre spielt, haben ebenfalls Millionen von Musikfans live erlebt.

Doch Starallüren hat Kenneth McCluskey überhaupt nicht. Er ist der Typ sympathischer Mann von nebenan, nur dass er tatsächlich nicht aus der Nachbarschaft kommt, sondern den Weg aus Dublin angetreten hat, um die Kupferstadt zu besuchen. „Es ist toll, wieder in Stolberg zu sein. Vor allem weil ich heute Zeit habe, mir mehr von der schönen Stadt anzuschauen“, sagt McCluskey.

Mit den Stars der Commitments war er Anfang 2007 bereits in Stolberg, und auf Einladung von Kulturmanager Max Krieger verbringt der Star jetzt einen langen Nachmittag in der Kupferstadt, um sich auf das Festival „Stolberg goes Irland“ einzustimmen.

„Dann wird es so sein wie bei fast allen Konzerten: Wir reisen an, checken im Hotel ein, sehen uns die Bühne an und machen den Soundcheck. Danach wird gegessen, wir ziehen uns um und treten auf. Anschließend wird geschlafen und am nächsten Tag weitergereist. Von dem Ort, an dem wir spielen bekommen wir also nicht viel mit, heute ist das anders, und ich genieße es“, beschreibt McCluskey. Zuvor gibt es eine Stärkung und anregende Gespräche mit dem ausnehmend „normalen“ Star.

Viel Zeit für die Kupferstadt

Doch diesmal hat „Ken“ jenseits des Konzertgeschehens Zeit mitgebracht. „Ich bin um 3 Uhr aufgestanden, um rechtzeitig zum Flughafen zu kommen“, erzählt der Dubliner. Nach knapp zwei Stunden Flug landet die Maschine gehen 10 Uhr in Düsseldorf. Dort holt Max Krieger den guten Bekannten ab und steuert die Altstadt mit ihrer Burg an.

Am Alter Markt wird erst einmal ausgiebig geplaudert über Musik, über Sprachen und ihre Dialekte, über Religion und sehr viel über lokale Geschichte. Das „The Savoy“ kennt er bereits von seinem letzten Besuch in Stolberg. Vor acht Jahren wurde hier nach dem Konzert noch lange gefeiert. Jetzt bestellt der weltbekannte Gitarrist erst einmal ein einfaches „Wiener Snitzel“ mit „French Fries“ (Pommes Frites), aber bitte wegen des umfangreichen Frühstücks nur „als kleine Portion“, und die Cola dazu bleibt frei von irischem Whiskey.

Burg, Altstadt und Kaiserplatz

„Natürlich hat der Film mein Leben verändert“, gibt der Musiker unumwunden zu. „Ich habe vorher in einer Band gespielt, und wir haben Konzerte in Clubs gegeben. Nach dem Film haben wir auf der ganzen Welt und auch den großen Bühnen getourt.

Ich liebe es, und es ist fantastisch, dass ich genau das bis heute machen kann.“ McCluskey erzählt offen von sich selbst und seiner Karriere, interessiert sich aber zum Beispiel auch für die drei Kirchen in der Altstadt, möchte wissen, was es mit dem Kupferhof Rose auf sich hat. „Bei den Konzerten bleibt einfach keine Zeit, um sich die Städte anzusehen“, sagt Kenneth. Aber für Stolberg hat er sie sich genommen.

Nach dem Essen zieht es ihn zuerst an die Burg. In Irland gebe es sehr viele Burgen, die meisten seien aber nicht so beeindruckend wie das „Stolberger Castle“, denn das „wächst ja richtig aus dem Felsen heraus“.

Im Rittersaal bewundert der Musiker die „Knight’s Armours“ (Ritterrüstungen) und probiert sogleich den Flügel aus, bevor Krieger ihm erklärt, dass der Rittersaal nach dem großen Commitments-Konzert bei „Stolberg goes Irland“ zum Kinosaal werde, da dort der Film gezeigt wird, der McCluskeys Leben veränderte. Der weitere Weg führt über Eselsgasse, Burgstraße, Klatter­straße und Steinweg zum Kaiserplatz, wo „The Stars from the Commitments“ am Samstag, 13. Juni, um 20 Uhr auftreten.

„Das ist eine tolle Konzertarena“, schwärmt Kenneth: „Und ein Rathaus als Backstage-Bereich haben wir in all den Jahren auch noch nie erleben dürfen“. Als Vorgruppe wird die Band „Chain of Fools“ spielen, deren Stolberger Gitarrist Rolf „Charly“ Braun heute Krieger und McCluskey begleitet und dabei ein wenig den „Stadtführer“ mimt.

Denn auf dem Weg von Burg zu Kaiserplatz und zurück erweist der irische Star sich als sehr interessierter und faszinierter Stolberg-Besucher. Sein Blick fällt in einem Schaufenster auf historische Postkarten des Steinwegs aus der Kaiserzeit. „Das könnte auch in England sein“, meint der Ire beim Blick auf Fassaden und die Kleidung der Menschen. Kaum eine Jahreszahl an den Giebeln der historischen Häuser von Alt- und Neustadt bleiben dem sachkundigen Besucher verborgen. Die Kneipen natürlich ebenso wenig.

Krieger zeigt dem Gast die Gaststätten, die an der „Irish Pub Night“ am Freitag, 12. Juni, und an der „Irish Old City Night“ nach dem Commitments-Konzert am Samstag teilnehmen.

Die Altstadtkneipen seien „sehr irisch“ befindet McCluskey und zieht immer wieder Parallelen zwischen der Stolberger Altstadt und der „Old Town of Dublin“. Das pittoreske und historische Ambiente der kleinen Straßen und Gassen sei durchaus vergleichbar – es gebe aber auch Unterschiede: „Stolberg is a very clean City“, sagt McCluskey. Der Kupferstädter Rolf „Charly“ Braun fragt staunend nach, und der irische Musikerkollege lobt erneut die Sauberkeit in Stolberg: Müll, Unrat oder Graffiti müsse man lange suchen, um fündig zu werden.

Großes, echtes Interesse

McCluskey hält auf dem Weg häufig an, bewundert die Architektur, liest Inschriften und Informationstafeln an Häusern. Der Star nimmt sich Zeit und stellt Fragen zu Stolberger „Stars“. „Wer war Dr. Kortum?“, „Was hat Johann Wilhelm Meigen gemacht?“, „Warum heißt der Platz am Rathaus ,Ludwig-Philipp-Lude-Platz‘?“ und mehr möchte der Film- und Musikstar gerne erfahren.

Sein Interesse an Stolbergs Geschichte und an der Gegenwart der Kupferstadt ist echt, McCluskey saugt Details und Informationen förmlich auf. „Stolberg und Irland als Motto des Kulturfestivals: Das passt wirklich gut zusammen“, ist sein Fazit. Und er freue sich besonders darauf, zum dritten Mal nach Stolberg zu kommen und mit den „Stars from the Commitments“ auf dem Kaiserplatz zu spielen – „in einer Stadt, die ich sehr mag und jetzt auch viel besser kenne“.

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