Keine Verschnaufpause für Winterdienst

Von: Lukas Franzen
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Stolberg. Über die Frage, ob eine weiße Weihnacht den Stolbergern nun nicht vergönnt war oder ihnen erspart blieb, lässt sich streiten. Fakt ist: Pünktlich zum Ende der Weihnachtstage rieselte plötzlich der Schnee. Und geht es nach den Wettervorhersagen für die nächsten Tage, dürfte er bei Temperaturen um die Null-Grad-Grenze so schnell nicht wieder schmelzen.

Ein weißes Silvester: nicht ausgeschlossen. Arbeit garantiert für das Technische Betriebsamt der Stadt, kurz TBA.

Auch wenn der erste Schnee des Winters erst nach Weihnachten fiel, sind die Mitarbeiter des Technischen Betriebsamts bereits seit dem ersten Weihnachtstag im Einsatz, um die Straßen von Schnee und Glatteis zu befreien. Denn: „Sobald die Temperaturen auf null Grad zugehen, müssen wir reagieren“, sagt Heinz Heitkämper, stellvertretender Amtsleiter.

Deswegen war es auch nicht der erste Einsatz in dieser Winterdienstsaison, die stets von Anfang November bis Ende März reicht. Am 7. November rückte der Winterdienst zum ersten Mal aus. Und auch in den vergangenen Tagen hieß es für nahezu alle Mitarbeiter: Winterdienst statt Winterurlaub. Selbstverständlich werde niemand gezwungen, trotz Urlaubs zu arbeiten, betont der stellvertretende Amtsleiter. Aber die meisten Helfer seien froh über den Zusatzverdienst. „Deswegen funktioniert der Winterdienst auch während der Urlaubszeit.“

Während auf den Straßen der Stadt die Räumfahrzeuge ab 4.30 Uhr nicht stillstehen, steht in diesen Tagen auch das Telefon in Heinz Heitkämpers Büro oft nicht still. Denn im Gegensatz zu den Mitarbeitern auf der Straße, macht sich die beliebte Urlaubszeit zwischen Weihnachten und Neujahr im Rathaus bemerkbar – weniger Personal, mehr Anrufe. „Viele Bürger rufen an, um sich zu erkundigen, ob in ihrer Straße noch geräumt wird“, sagt Heitkämper. Ein Anwohner aus Mausbach habe sich kürzlich zu Recht gemeldet, weil bei ihm noch nicht gestreut worden sei.

Tatsächlich hatte ein Fahrer einen Teil jener Straße ausgelassen, der laut städtischer Straßenreinigungssatzung eigentlich von Schnee und Eis hätte befreit werden müssen.

Eine Frau aus der Innenstadt beanstandete ebenfalls, dass noch nicht geräumt worden sei. Doch ein Blick in ein Computerprogramm, das via GPS-Signal aufzeichnet, wo und wie viel Salz gestreut wurde, verriet Heitkämper, dass diese Version so nicht stimmen konnte.

Nicht alle Dörfer und Stadtteile Stolbergs sind nach Angaben Heitkämpers im gleichen Maße von Schneefällen und Eis betroffen. Der Grund liegt auf der Hand: Es sind die teils deutlichen Höhenunterschiede der unterschiedlichen Stadtteile. „Der Donnerberg und Zweifall sind meistens zuerst betroffen. Dort machen wir am häufigsten Winterdienst“, sagt Heitkämper und spricht dabei aus Erfahrung. Manchmal komme es aber auch zu seltsamen Phänomenen. Zum Beispiel, wenn in Breinig und Breinigerberg Schnee falle, in angrenzenden Ortschaften jedoch gar nicht. „Das ist manchmal wirklich kurios.“

Ob und wie lange es schneit und wie kalt es in den nächsten Tagen wird, erfährt das Technische Betriebsamt seit 13 Jahren vom Deutschen Wetterdienst in Essen. Vom 15. Oktober bis 15. April erhält das TBA täglich zwischen 10 und 11 Uhr eine 24-Stunden-Prognose. Und die kommt gleich in dreifacher Ausführung: per Mail, per Fax und per SMS an die Handys der verantwortlichen Mitarbeiter. Zusätzlich erhalten sie jeden Freitag eine Langzeitprognose für die kommenden sieben Tage sowie Warnhinweise, sofern etwa mit starken Verwehungen zu rechnen ist. Nicht selten würden auch die Daten lokaler Wetterstationen in Eschweiler und Belgien überprüft, sagt Heitkämper. „Unser Hauptaugenmerk liegt aber auf der 24-Stunden-Prognose des Deutschen Wetterdienstes. Auch sie kann um zwei Grad variieren, hat sich aber als relativ präzise erwiesen.“

Die Wettervorhersagen sind für Heitkämper und seine Kollegen nicht nur für die Erstellung der Dienstpläne entscheidend. Denn auch die Steusalzbestände müssen ständig im Blick behalten werden – und der Salzverbrauch pro Wintersaison schwankt stark.

So wurden im Winter 2013/14 gerade einmal 120 Tonnen Salz benötigt. 2500 Tonnen waren es dagegen im Jahre 2010. Und jetzt? Bereits 90 Tonnen Salz wurden nach Angaben der Stadt auf den Straßen der Kupferstadt in diesem Winter gestreut. 360 Tonnen an Vorräten lagern noch immer in den Silos der Stadt. „Wenn das Wetter so bliebe, würden wir mit dem Salz noch 14 Tage auskommen“, sagt Heitkämper. Ein überschaubarer Zeitraum. Doch Heitkämper gibt Entwarnung und verspricht: „Binnen 24 Stunden können wir neues Salz ordern.“

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