Keine Veranstaltungen mehr für junge Leute im Jugendheim

Von: Andreas Gabbert
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Wird es in Zukunft nicht mehr geben: Angebote wie die Kinderdisco - hier ein Archivbild - im Evangelischen Jugendzentrum Bergstraße. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg/Mausbach. Generationen von Jugendlichen haben im Jugendheim an der Bergstraße ihre Freizeit verbracht. Das ist nun Vergangenheit. In Zukunft wird es dort keine Veranstaltungen wie die Jugenddisco Underground mehr geben. Die Räumlichkeiten werden jetzt von dem neuen Familienzentrum der evangelischen Kirchengemeinde genutzt.

Im vergangenen Jahr nutzten Familienzentrum und Jugendliche die Räume noch gemeinsam. „Das passt aber schlecht zusammen”, sagt Angela Kaesler, die mit ihrem Kollegen Gerd Tilgner das Jugendheim geleitet hat. Zeitlich sei man sich zwar nicht in die Quere gekommen, dennoch habe es Reibungspunkte gegeben, angefangen bei der Raumgestaltung und der Dekoration. Was für Dreijährige ansprechend sein mag, ist für Jugendliche eben Kinderkram. Außerdem könne man nicht dauernd hin und her räumen, sagt Kaesler.

Die evangelische Kirchengemeinde will den Schwerpunkt ihrer Jugendarbeit jetzt nach Mausbach verlagern. „Da ist ja sonst nicht viel”, sagt Kaesler. Bisher gab es dort eine Kindergruppe und einen „Teenie-Treff”. Diese Angebote bleiben bestehen. Hinzu kommen zwei Termine für einen Jugendtreff.

Diese Entwicklung sieht Josef Offergeld, Jugendpfleger der Stadt Stolberg, durchaus positiv, sie sei im Sinne des Jugendhilfeplans. Er spricht von einem „optimalen Synergieeffekt”. Man habe das Angebot in Mausbach schon seit längerer Zeit ausweiten wollen. Außerdem müsse dem veränderten Freizeitverhalten der Jugendlichen Rechnung getragen werden. Junge Leute seien heute wesentlicher mobiler. Stationäre Einrichtungen seien zwar nach wie vor wichtig, sie hätten bei Jugendlichen aber nicht mehr den gleichen Stellenwert wie noch vor Jahren. Zunehmend wichtiger werde hingegen die mobile Jugendarbeit in den verschiedenen Stadtteilen, um ein möglichst flächendeckendes Angebot bereit zu stellen. „Es geht darum, mit den vorhandenen Ressourcen das Optimale zu erreichen.”

Negative Auswirkungen für die Jugendlichen in Stolberg sieht Offergeld nicht. Es gebe Gespräche über eine Kooperation mit dem mobilen Jugendbus, und auch eine Kooperation mit dem Familienzentrum kann sich Offergeld vorstellen. Außerdem gebe es im Gegensatz zu Mausbach in der Stadt für junge Menschen Alternativen, beispielsweise den städtischen Jugendtreff Westside.

Einen ähnlichen Standpunkt vertritt Pfarrer Jens Wegmann, zuständig für die Jugendarbeit in der evangelischen Kirchengemeinde. Er spricht von einer „Zwischenmaßnahme”. Zukünftig würden Schwerpunkte anders gesetzt, man habe „eine ganze Menge neu konzipiert” und sei noch im Gespräch mit dem städtischen Jugendamt. „Die Angebote für Jugendliche müssen immer wieder angepasst und weiterentwickelt werden”, sagt Wegmann. Die Erfahrung der vergangenen Jahre habe gezeigt, dass Projekte und bestimmte Veranstaltungen von den Jugendlichen eher angenommen würden. Als Beispiele nennt er Projekte zu den Wahlen im vergangenen Jahr, zum Thema Karneval und Alkohol, Ferienspiele und Fachtage zu Friedensthemen.

Die evangelische Kirchengemeinde werde sich auch in Zukunft in die Arbeitsgemeinschaft aller Träger der offenen Jugendarbeit einbringen und intensiv mit dem mobilen Jugendarbeiter der Stadt zusammen arbeiten, kündigt Wegmann an.
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