Keine Schweißperlen wegen Schneeflocken

Von: Robert Flader
Letzte Aktualisierung:
winter_bu
Einmal auftanken bitte: Andreas Kreutz an einem der 100 Tonnen fassenden Silos des Technischen Betriebsamtes. Mit insgesamt acht Großfahrzeugen wappnet sich Stolberg gegen den Wintereinbruch. Foto: R. Flader

Stolberg. Pünktlich könnte man sagen, kurz vor dem ersten Advent, soll es endlich soweit sein: Laut Vorhersagen wird der Winter - mit reichlich Schneefall im Schlepptau - ab Donnerstag in der Region Einzug halten. Und damit möglicherweise auch die Kupferstadt ganz in Weiß tauchen.

Denn sowohl der Deutsche Wetterdienst als auch eifelwetter.de kündigen für die nächsten Tage bis mindestens in Richtung Nikolaus (6. Dezember) Temperaturen unter dem Gefrierpunkt an.

Doch der drohende Wintereinbruch treibt den Verantwortlichen in der Stadt keine Schweißperlen auf die Stirn - noch nicht. „Wir sind bestens gerüstet”, sagt Georg Paulus, Leiter des Technischen Betriebsamtes.

Mit anderen Worten: Rund 520 Tonnen Streusalz, verteilt auf vier Silos, zusätzlich 350 Tonnen sogenanntes loses Material, das mit Splitt gemischt werden kann, stehen bereit, um die Straßen im Stadtgebiet innerhalb weniger Stunden für die Verkehrsteilnehmer sicher zu machen.

Acht Fahrzeuge, acht Touren

In der Praxis bedeutet dies, dass acht Großfahrzeuge im Bedarfsfall, bei starkem Schneefall und Schneeböen, insgesamt acht Touren fahren könnten. „Normalerweise”, sagt Paulus, „reichen aber ein bis drei Fahrten”. Momentan führt der Winterdienst bereits regelmäßig Kontrollfahrten durch.

Einer, der vom Winterdienst sprichwörtlich ein Lied singen kann, ist Andreas Kreutz. Der 47-Jährige ist Vorarbeiter beim Technischen Betriebsamt, es wird bereits sein 31. Winter im Dienst. „Das größte Problem”, erzählt er, „ist Blitzeis.” Davor wären auch die schweren Unimogs nicht geschützt. „Manche Leute denken, unsere Fahrzeuge lassen sich automatisch auf der Straße halten.”

Stolberg sei durch seine extreme Berg- und Tallage ohnehin ein Sonderfall für den Winterdienst. Kreutz: „Wir haben hier ganz andere Herausforderungen als zum Beispiel Aachen zu bewältigen.” Auch manche Verkehrsteilnehmer würden beim Streuen nicht die Geduld aufbringen, die nötig sei, obwohl es hauptsächlich um deren Sicherheit gehe.

„Naja, solche Leute gab es schon immer, und die werden wir auch weiterhin treffen”, sagt Andreas Kreutz. Probleme gebe es ansonsten keine, man lerne mit jedem Winter dazu.

Streusalz soll erstmal reichen

Diese Erfahrungen zeigen auch, dass die vorhandenen Streumengen zunächst bis zum Jahreswechsel ausreichen, zu Engpässen wie 2009/10 dürfte es bei „normalem” Witterungsverlauf nicht kommen, so Georg Paulus: „Das ist aber immer ein bisschen schwer zu planen, denn man kann nie wirklich mehr als zehn bis 16 Tage verlässlich vorausblicken”, entgegnet der Leiter des Technischen Betriebsamtes denjenigen, die bereits vor einem neuen Jahrhundertwinter warnen.

Ohnehin sei das Betriebsamt komplett auf den Wetterdienst angewiesen - und der orientiere sich grundsätzlich wöchentlich neu.

Zurück zum vergangenen Winter: Die extreme Kälte hinterließ an Straßen und Bürgersteigen teils heftige Schäden in Form von Rissen und Löchern. „Das haben wir aber relativ schnell in den Griff bekommen”, beruhigt Paulus.

Und dabei sei dem Betriebsamt ausgerechnet das kühle Frühjahr entgegengekommen. Paulus: „Das Grün ist spät gewachsen; so konnten wir die Probleme schnell beheben, dass keine bleibenden Schäden entstanden.” Gerade mit Blick auf die Verkehrssicherheit sei darauf geachtet worden, in erster Linie die Straßenlöcher im wahrsten Sinne zu stopfen.

Werktags wird der Winterdienst seinen Betrieb um 5 Uhr aufnehmen, „damit die Straßen um 7 Uhr frei sind”, erklärt Georg Paulus. Zusätzlich gibt es - bei kurzfristigen, extremen Wetteränderungen - einen Bereitschaftsdienst.

Paulus: „Wenn etwa für die Voreifel zwei Grad angekündigt sind, fahren wir rechtzeitig raus, denn das kann für Stolberg schon Schnee bedeuten. Wir wollen uns schließlich nicht überraschen lassen.”

Ob der bevorstehende Wintereinbruch zwangsläufig weiße Weihnachten verspricht, kann jedoch noch niemand beantworten.


Sommerreifen im Winter: Höheres Bußgeld

Ein höheres Bußgeld droht Autofahrern, die bei Schnee und Eis noch mit Sommerreifen unterwegs sind.

Statt der bisherigen 20 Euro sind künftig 40 Euro fällig. Bei einer Verkehrsbehinderung steigt das Bußgeld auf 80 Euro an und, es gibt einen Punkt in Flensburg.

Zur Winterbereifungspflicht will der Bundesrat am 26. November die Drucksache 699/10 beschließen. Die neue Verordnung soll Anfang Dezember in Kraft treten.

Nach dieser Verordnung darf „bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte ” ein Kfz nur noch mit Winterbereifung durch den Verkehr rollen, heißt es in der Vorlage des Bundesverkehrsministeriums.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert