Stolberg - Keine Bedenken mehr gegen Kunstrasen

Keine Bedenken mehr gegen Kunstrasen

Von: Kolja Linden
Letzte Aktualisierung:
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Im Mai sollen die Bauarbeiten auf dem Dörenberg beginnen, damit im Spätsommer auf dem neuen Geläuf gespielt werden kann. Foto: K. Linden

Stolberg. Der einsame Krötensucher, der am Dienstag auf dem Vichter Dörenberg seine Runden gedreht hat, dürfte zu spät gekommen sein. Dass das Projekt Sportplatzbau am Rande des ehemaligen Steinbruchs jetzt noch wegen des Vorkommens schützenswerter Kleintiere gekippt werden könnte, ist jedenfalls mehr als unwahrscheinlich.

Dem Ziel ganz nah

Am kommenden Dienstag wird der Landschaftsbeirat der Städteregion - der diesmal im Stolberger Rathaus tagt - voraussichtlich die zum Bau notwendige Befreiung erteilen, und zwei Tage später, am 15. April, dürfte auch der städtische Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt der planungsrechtlichen Stellungnahme der Verwaltung zustimmen, die keine Bedenken gegen die Maßnahme vorbringt. Der VfL Vichttal ist seinem Ziel damit erneut einen großen Schritt näher gekommen.

„Durch das Vorhaben werden planungsrelevante Tierarten weder durch direkte Verletzung noch indirekt durch Zerstörung wichtiger Lebensstätten geschädigt”, schreibt der Umweltamtsleiter der Städteregion, Thomas Pilgrim, in seiner Beschlussvorlage für den Landschaftsbeirat und empfiehlt die Zustimmung zu dem Vorhaben. Der landschaftspflegerische Begleitplan, der unter Beteiligung des Vereins erstellt wurde, sieht vor, dass der notwendige Ausgleich vollständig am Eingriffsort selbst erbracht werden kann. Zudem würden keine Bäume gefällt, lediglich kleinere Gebüschflächen müssten entfernt werden, so Pilgrim. Jedoch sind zum Ausgleich Anpflanzungen geplant, die zusätzliche Lebensräume schaffen.

Bedenken gegen den Bau eines Kunstrasenplatzes nebst einem Kleinspielfeld mit gleichem Belag sowie eines Sportheimes haben weder die Umweltbeauftragte der Stadt noch das Umweltamt der Städteregion. Gleiches gilt für die Landwirtschaftskammer und das städtische Tiefbauamt. Voraussetzung ist lediglich die Einhaltung der Auflagen im landschaftspflegerischen Begleitplan und die Ersetzung des Wirtschaftswegs, der am Rande des Steinbruchs bereits durch Aufschüttungen entfernt wurde.

Auch beim Immissionsschutz hat die Stadtverwaltung keine Bedenken. Wegen der günstigen Lage des geplanten Clubheims, in dem es unter anderem einen Gesellschaftsraum mit Thekenbetrieb geben soll, an der Nordwestseite des Grundstücks sei mit Lautstärkepegeln über dem zulässigen Wert nicht zu rechnen, heißt es in der Ausschussvorlage.

Beim VfL Vichttal jedenfalls stehen sie in den Startlöchern, erste Räumungsarbeiten wurden bereits in Angriff genommen. „Wir haben schon gerodet und mit der Demontage des Zauns begonnen”, sagt der 3. Vorsitzende Frank Donsbach.

Drei bis vier Monate Arbeit

Die Sommerturniere des Vereins werden allerdings noch nicht auf dem neuen Kunstrasen stattfinden können, denn von Baubeginn an beansprucht das Projekt voraussichtlich etwa drei bis vier Monate Arbeit. „Eine endgültige Freigabe der Gelder hat uns die Stadt für Ende April in Aussicht gestellt”, sagt Donsbach. Sobald das geschehen ist, kann der Kunstrasen-Auftrag an einen der Anbieter vergeben werden, mit denen der Verein in Kontakt steht. Danach kann es losgehen.

Der Krötensucher jedenfalls, der am Dienstag auf dem Vichter Dörenberg unterwegs war, dürfte sich ziemlich alleine vorgekommen sein. Von den nebenan kickenden Fußballern des Jugendferiencamps hat er nichts weiter als Kopfschütteln geerntet.
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