Kein Wasser: Acht Lämmer sterben wegen schlechter Versorgung

Von: lbe
Letzte Aktualisierung:
12210870.jpg
Für dieses Lamm kam leider jede Hilfe zu spät. Es ist eines von acht toten Lämmern insgesamt. Foto: B. Freialdenhoven

Stolberg-Münsterbusch. Wer ein Herz für Tiere hat, den schmerzen die Bilder, die sich noch bis Donnerstag auf der Wiese im Kohlbusch zwischen der Kleingartenanlage Kohlbusch und der Buschmühle abspielten, sehr. Dort lagen tote Lämmer auf der Wiese, einige Lämmer und Schafe humpelten, andere lagen einfach nur still da – vegetierten fast vor sich hin.

Es ist bereits das zweite Mal binnen weniger Monate, dass Schafe in Stolberg nicht ordnungsgemäß versorgt werden und sterben. „Die Tiere haben kein Wasser und stehen den ganzen Tag in der prallen Sonne“, sagt Bernd Freialdenhoven. Er wohnt in der Nähe der Wiese und hat die dramatische Situation mit seinem Handy dokumentiert. Außerdem hat er Polizei und Veterinäramt verständigt. „So geht es nicht weiter“, sagt er.

Acht Lämmer der 300 Tiere großen Herde sind dieses Mal gestorben, das teilte Detlef Funken, Sprecher der Städteregion Aachen, auf Anfrage mit. Außerdem sei vor dem mobilen Zaun ein Stacheldraht-Zaun angebracht worden. In dem hätten sich bereits einige Tiere verfangen. Freialdenhoven hat nach eigenen Angaben ein Tier befreit, das im Zaun fest hing.

„Es sind ein paar Dinge mächtig schiefgelaufen“, sagt Funken. Der Besitzer der Tiere sei langfristig erkrankt. Nun kümmere sich ein Gehilfe um die Tiere, der von der Versorgung nicht allzu viel verstehe. In der Wiese befinde sich ein Tümpel; der Gehilfe sei davon ausgegangen, dass die Schafe dort trinken können. „Für Lämmer ist es ein Problem aus stehenden Gewässern zu trinken“, sagt Funken. Einige von ihnen seien daher verdurstet.

Zwar stünden auch eine Wanne und ein Anhänger mit Wasser bereit, doch sei „niemand vor Ort, der das Wasser aufdreht“, sagt Freialdenhoven.

Inzwischen schauen er und seine Nachbarn regelmäßig nach den Tieren und füllen Wasser nach. Die Veterinäre der Städteregion waren am Donnerstag vor Ort und haben sich selbst ein Bild der Situation gemacht, sagt Funken. „Der Stacheldraht wurde wieder hinter den mobilen Zaun gelegt und auch ein Tierarzt war vor Ort, den die Besitzer gerufen hatten“, sagt er.

Nach Pfingsten wolle das Veterinäramt wieder kontrollieren, ob es den Tieren gut gehe. Freialdenhoven sieht das allerdings kritisch. „Das ist jetzt gut, aber zwei Tage später haben die Tiere wieder kein Wasser“, sagt er.

Ob es sich beim Besitzer der Tiere um denselben Schäfer handelt, in dessen Herde bereits im Februar drei Tiere starben, ist bislang noch unklar.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert