Kein Spukschloss, sondern intakte Schule

Von: Michael Grobusch
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Von Auflösungserscheinungen keine Spur: Die kommissarische Leiterin Lucia Weiß und ihre Vertreter Thomas Jansen (l.) und Christoph Dickeler berichten von einem uneingeschränkten Schulleben und Unterrichtsangebot an der auslaufenden Propst-Grüber-Hauptschule.

Stolberg. Die Zahlen lassen nichts Gutes vermuten: 80 Schüler und 13 Kollegen sind von der Propst-Grüber-Hauptschule im Januar 2015 übriggeblieben. Das ist nicht viel für eine Einrichtung, die früher einmal durchgängig zweizügig war. Doch es ist offenbar immer noch genug, um den Erziehungs- und Bildungsauftrag uneingeschränkt erfüllen und ein intaktes Schulleben aufrecht erhalten zu können.

„Am Anfang hatten wir die Befürchtung, dass sich unsere Schüler irgendwann wie in einem Spukschloss vorkommen könnten. Doch davon sind wir glücklicherweise ganz weit entfernt“, stellt Lucia Weiß fest. Sie ist seit der Pensionierung von Walter Clahsen im Jahr 2012 kommissarische Leiterin der Schule auf der Liester, die ausläuft und im Sommer 2017 geschlossen wird. Und sie wird als solche in bewährter Manier von Christoph Dickeler und Thomas Jansen unterstützt. Dass hier in zweieinhalb Jahren Schluss sein wird, merkt man den Dreien nicht an. „Wir haben die gleiche Arbeit und den gleichen Stress wie immer“, schmunzelt Dickeler. „Weniger Schüler bedeuten nicht, dass es weniger zu tun gibt.“

Voigtsberger: Standort halten

Als der Schulausschuss am 17. Mai 2011 den Grundsatzbeschluss fasste, eine Gesamtschule einzurichten und die Propst-Grüber-Schule auslaufen zu lassen, war auf Leitungsebene schnell klar, dass sich für die Schüler nichts Grundlegendes ändern sollte. „Die Politik hat uns damals versichert, dass jeder unserer Schüler hier noch seinen Abschluss machen kann. Und diese Zusage gilt weiterhin“, unterstreicht Lucia Weiß. Daran haben auch die Kommunalwahlen im vergangenen Jahr und die Ablösung von Ferdi Gatzweiler als Bürgermeister nichts geändert, wie Robert Voigtsberger bestätigt. „Wir setzen alles daran, den Standort bis zum Schluss zu halten“, versichert der Erste Beigeordnete auf Anfrage.

Zwischenzeitliche Überlegungen, die letzten beiden Jahrgänge in die Kogelshäuserschule zu „verlegen“, sind ad acta gelegt. „Das hätte auch schon rein konzeptionell nicht gepasst. Schließlich gibt es bei uns Halbtags- und in der Velau Ganztagsunterricht“, findet Lucia Weiß. Entscheidend dürfte aber vor allem die Tatsache gewesen sein, dass die Kogelshäuserschule mittlerweile ebenfalls ausläuft und sukzessive durch Stolbergs erste Sekundarschule abgelöst wird. Platz für weitere Hauptschüler gibt es deshalb nicht. „Fakt ist somit, dass wir hier bis 2017 arbeiten und das Versprechen einhalten können, dass wir den Eltern und ihren Kindern gegeben haben“, stellt Thomas Jansen fest.

Damit die bevorstehende Schließung nicht zu schrittweisen Einschränkungen führt, gibt es einen mit der Bezirksregierung abgestimmten Stufenplan. Er soll beispielsweise sicherstellen, dass die verbleibenden Lehrer bis zum Schluss alle Fächer abdecken können. Zwar wird es ab August in der Summe nur noch sechs volle Stellen geben. „Aber dennoch wird sich an der Qualität des Angebotes nichts ändern“, betont Lucia Weiß. Was sich indes ändern wird, ist die Zahl der Lehrer, die einen Teil ihrer Stunden an einer anderen Schule geben.

Das gute Klima an der Schule, da sind Christoph Dickeler und seine beiden Kollegen sicher, wird dadurch nicht beeinträchtigt. „Es wird familiärer, und das hat durchaus seine Vorteile.“ Dickeler berichtet von vielen Gesprächen zwischen Schülern und Lehrern und davon, dass man sich mittlerweile ausnahmslos sehr gut kenne. Gähnende Leere gibt es im Übrigen bisher auch nicht. Zwar wurde zu Schuljahresbeginn der Pavillon außer Betrieb genommen. „Die Räume im Hauptgebäude werden aber ausnahmslos alle genutzt und bieten uns die Möglichkeit, noch differenzierter in kleineren Gruppen zu arbeiten“, freut sich Thomas Jansen.

Insgesamt bleibt also festzuhalten: Von Endzeitstimmung gibt es in der Propst-Grüber-Schule keine Spur, auch wenn das Ende absehbar ist.

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