Kein Platz für Nazis in Stolberg

Von: Ottmar Hansen
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Bei der Demonstration gegen rechten Terror versammelte sich vergangenes Jahr eine bunte Schar von fast 1000 Menschen in Stolberg. Foto: Eisenmenger

Stolberg. Das Stolberger Bündnis gegen Radikalismus wird am Freitag, 5. und Samstag, 6. April, erneut ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit setzen. Gemeinsam wollen die Mitglieder und Unterstützer des Bündnisses für ein nazifreies Stolberg auf die Straße gehen. Die Botschaft ist klar: „Stolberg hat keinen Platz für Neonazis.“ Hintergrund ist, dass Rechtsextreme für besagtes Wochenende erneut eine Demonstration in Stolberg angekündigt haben.

 Seit 2008 treffen sich hier Neonazis aus ganz Deutschland zu einem „Trauermarsch“ durch die Stadt, um an den Tod eines vermeintlichen Sympathisanten zu erinnern. Zuletzt bröckelte die Unterstützung im braunen Lager allerdings. So fanden im vergangenen Jahr noch rund 260 Neonazis den Weg nach Stolberg.

Noch nicht genehmigt

Der Aufmarsch in diesem Jahr ist noch nicht durch die Polizeibehörde genehmigt. Der Antrag kam zunächst von Mitgliedern der Kameradschaft Aachener Land (KAL), die inzwischen verboten ist. Entsprechend wurde dann auch das Treffen in Stolberg verboten. Daraufhin reichte die neue Gruppierung „Die Rechte“ einen Antrag für den Marsch durch die Stadt ein. Da auch hinter diesem Antrag Ex-Mitglieder der KAL stecken, bleibe der Neonazi-Aufmarsch weiter verboten, hieß es zuletzt bei der Polizeibehörde.

„Erst recht nicht bei uns“

„Egal was passiert, wir werden auf jeden Fall auf die Straße gehen, um zu zeigen, dass rechtsradikale Ansichten und Fremdenhass nicht erwünscht sind in unserer Stadt“, betonte Beatrix Oprée, Sprecherindes Bündnisses gegen Radikalismus, bei der Vorstellung des Programms am Donnerstagabend. Unterstützung erhielt sie von Bürgermeister Ferdi Gatzweiler: „Neonazis haben keinen Platz auf dieser Welt, erst recht nicht in Stolberg.“

Das Bündnis rechnet mit mehr als 1000 Teilnehmern an der Gegendemonstration. Nicht zuletzt deshalb, weil ein attraktives Programm auf die Teilnehmer wartet. So wird am Freitag, 5. April, um 17 Uhr eine Ausstellung unter dem Titel „Machtergreifung 1933“ im Rathaus eröffnet. Um 18 Uhr wird ein ökumenischer Gottesdienst in St. Maria Himmelfahrt (Auf der Mühle) gefeiert. Um 19 Uhr findet ein Public Viewing des Konzerts „Arsch huh - Zäng ussenander“ Auf der Mühle statt.

Am Samstag, 6. April, beginnt das Programm um 12 Uhr auf dem Kaiserplatz mit politischen Reden und Musik. Unter anderem werden Brings und Carlos dabei sein. Gegegen 14 Uhr wird das wohl längste Solidaritätsbanner der Welt (mehr als ein Kilometer lang) ausgerollt, ehe sich der Demonstrationszug zur Mühle in Bewegung setzt. Auf dem Jordansplatz findet dann die Abschlusskundgebung statt. Neben den örtlichen Parteien nehmen zahlreiche Gruppierungen, Schulen, Jugendamt, Jugendparlament, der Europäische Culturkreis, City Starlights und „Jump“ teil, die New Orleans Brass Band sorgt für Musik. Für die Bewirtung mit Imbiss oder Waffeln ist ebenfalls durch zahlreiche Teilnehmer gesorgt

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