Kein neuer Einzelhandel im „Prattelsack”

Von: -jül-
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Weitere Märkte mit einem zent
Weitere Märkte mit einem zentrenrelevanten Sortiment soll es im Umfeld der Prattelsackstraße nicht mehr geben. Die Verwaltung möchte mit Restriktionen die Innenstadt Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Die „grüne Wiese” ist in diesem Fall eher eine Industriebrache, aber auch dort ist eine weitere Ansiedlung von Einzelhandel nicht erwünscht: Mehr als die Handvoll Discounter, die sich bereits vor Jahren im Bereich der Prattelsackstraße angesiedelt haben, soll es in dem Stadtteil auch in Zukunft nicht geben.

Mit dieser Zielsetzung soll der Stadtrat auf seiner Sitzung am 13. Dezember einen Bebauungsplan verabschieden, der eine weitere Ausdehnung von Einzelhandel zwischen Mühlener Ring und Nikolausstraße sowie zwischen Eschweilerstraße und Bahnlinie verhindern soll - zumindest dann, wenn das Sortiment als zentrenrelevant klassifiziert wird oder wenn es sich um Vergnügungsstätten handelt.

Mit diesen Einschränkungen im „Prattelsack” möchte die Verwaltung die „richtigen” Einzelhandelszentren stärken: in erster Linie die Innenstadt von der Mühle bis Oberstolberg, aber auch den neuen Standort auf dem Atscher Kistenplatz. Einzige Ausnahme dieses Vorhaben ist die Umwandlung des Geländes des ehemaligen Metallwerkes an der Eisenbahnstraße. Dort wurden bereits Anträge für den Bau eines Verbrauchermarktes bewilligt bevor die Verwaltung vor fünf Jahren in die Bauleitplanung einstieg. Zweimal wurde deshalb eigens eine erlassene Veränderungssperre verlängert.

Bereits das 2008 verabschiedete Einzelhandelskonzept der Stadt klassifizierte den „Prattelsack” mit seinen Niederlassungen von Discount-Ketten als einen „Sonderstandort”, den Kunden überwiegend mit dem Auto ansteuern. In der Nachbarschaft wohnten nicht ausreichend genug Menschen, die zu Fuß zum Einkaufen kämen und damit die Märkte auslasten könnten, so die Verwaltung.

Gleichwohl ist der Standort ein beliebtes Einkaufsziel vieler Stolberger, weil er eben per Pkw bequem zu erreichen ist - insbesondere für die Velau und den Donnerberg, weil dort das Einzelhandelsangebot unterentwickelt ist.

Aber eine Einbeziehung in das innerstädtische Hauptzentrum sei aus Sicht der Städtebauplanung nicht gegeben - wegen seiner Entfernung. Selbst verfüge der „Prattelsack” auch über zu wenig Angebote, die ein Einkaufszentrum kennzeichnen würden. Aber mit jedem Einzelhandelsbetrieb, der dort eröffnen würde, würde vor allem die Innenstadt weiter geschwächt.

Aber auch zur Sicherung des Bestandes im „Prattelsack” sollen weitere Neuansiedlungen mit einem zentren- und nahversorgungsrelevanten Sortiment unterbunden werden. Allenfalls die Möglichkeit zur Erweiterung um höchstens zehn Prozent bis zur maxmal erlaubten Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern möchten die Stadtplaner zur Zukunftssicherung noch einräumen. Von weiteren Restriktionen soll allerdings auch abgesehen werden, weil bislang „nachweislich keine schädlichen Auswirkungen auf die zentralen Versorgungsbereiche der Stadt” registriert wurden.

Allerdings hat es sich bei den bislang im „Prattelsack” angesiedelten Einzelhandelsbetrieben nicht um großflächige Unternehmen mit einer Verkaufsfläche von mehr als 800 Quadratmeter gehandelt. Für ihre Realisierung war nicht eine Ausweisung als Kern- oder Sondergebiet erforderlich und sie „verfügten planungsrechtlich über einen Genehmigungsanspruch”.
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