Kein grünes Licht für Wiederbeschaffung des Lichterbrunnens

Von: Jürgen Lange
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Stolberg. Vor drei Jahren führten Recherchen unserer Zeitung nach dem 1988 im Steinweg demontierten Lichterbrunnen von Wilfried Tertin in einen Garten an der Buschstraße. Dort dienen die in Edelstahl gefassten Glasbrocken als Beeteinfassung.

Zwei weitere Jahre dauerte es, bis sich der Rechnungsprüfungsausschuss des Rates dem verschollenen Kunstwerk und seiner Wiederbeschaffung annahm.

Aber auch nach der Sitzung am Freitagabend ist sowohl die Rückgabe des seinerzeit für 5000 Euro angekauften Objektes noch die Frage der Verantwortlichkeiten geklärt.

Nicht einmal über die im September erteilten Arbeitsaufträge gab es einen ordnungsgemäßen Bericht, wie Ludwig Hahn (CDU) beklagte: „Hat die Verwaltung ein Jahr geschlafen?”

„Nicht auf dem Basar”

Denn eine aktualisierte Liste über den Bestand städtischer Kunstwerke liege ebenso vor, wie die Versicherungsfrage geklärt sei. Sehr wohl bei der Eigenschadenversicherung habe die Stadt angeklopft, entgegnete Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt auf Nachfrage von Bernhard Creyels (CDU): „Der Lichterbrunnen hat doch neben dem ideellen auch einen finanziellen Wert”.

Aber der Gemeindeversicherungsverband habe schon einmal erklärt, dass kein Versicherungsfall vorliege und man von einer juristischen Auseinandersetzung mit dem derzeitigen Besitzer besser die Finger lasse, so der Fachbereichsleiter.

Es könne aber doch nicht sein, dass man bei einem Hauskauf plötzlich einen Porsche miterwirbt, nur weil der zufällig in der Garage gestanden habe, mahnte Josef Hansen (SPD) eine Klärung der Rechtslage an.

Die sei aber vom Umstand der Verjährung geprägt, und deshalb könne man heute weder Porsche noch Kunstwerk so einfach zurückfordern, so Pickhardt, der aber eine juristische Stellungnahme ebenso zusicherte wie die Liste der Kunstwerke für den Kulturausschuss am 8.Dezember.

Außerdem werde die Verwaltung eine Stellungnahme zum Verschwinden des Kunstwerkes vorlegen, sicherte Bürgermeister Ferdi Gatzweiler zu.

Gleichwohl könnten die Bürger nicht nachvollziehen, warum ihr Kunstwerk nicht in öffentliches Eigentum zurückkehre, hinterfragte Hilde Steg (SPD).

Er habe aber nicht mit Verwaltungsakten wie auf einem Basar schachern können, verteidigte sich Pickhardt. Denn der Kunstwerk-Besitzer sei an einer Baugenehmigung interessiert, die nach der Gesetzeslage zu beurteilen sei.

Wobei ein solcher Antrag auf den ersten Blick durchaus genehmigungsfähig erscheine. Im Übrigen würde eine Rückkehr des Kunstwerkes in städtischen Besitz neue Fragen und Kosten aufwerfen: die des Standortes ebenso wie die einer Reparatur.

Da bleibe wohl bis zur nächsten Sitzung des Ausschusses nur ein Appell, das Kunstwerk zurückzugeben, meinte Klaus Berghausen.
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