Kein Geld für Ein-Euro-Ticket

Von: Jürgen Lange
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Verbesserungen bei Tarifen und Strukturen von Bus und Bahn sind zwar auch in Stolberg erwünscht, aber Politik und Verwaltung sehen keinen finanziellen Spielraum für weitere Subventionen. Foto: J. Lange

Stolberg. Einen XL-Tarif für den Öffentlichen Nahverkehr zum kleinen Preis will Aachen sich ab September leisten: Die Busfahrt soll nur noch einen Euro kosten im Innenstadtbereich zwischen Schanz, Ostviertel, Lousberg und Hauptbahnhof. SPD und Grüne wollen mit dieser Offensive den Nahverkehr stärken.

Die Beschlüsse dazu in den Ratsgremien stehen noch aus. Rund 500.000 Euro müsste die Stadt dafür an die Aseag bezahlen, um den Einnahmeausfall für den verbilligten Tarif decken zu können. In einem Gutachten, das auch den Nulltarif untersucht hat, wurden Summen und Potenziale ermittelt.

Kann die ÖPNV-Initiative der Kaiserstadt ein Vorbild für die Kupferstadt sein, wo für die Kurzstrecke 1,50 Euro zu berappen sind? Politik und Verwaltung reagieren mit einer Zurückhaltung, die vor allem von der städtischen Finanzlage geprägt ist.

Handlungsbedarf im Angebot von Bus und Bahn in Stolberg wird sehr wohl gesehen. „Aber Strukturen und Preisgestaltung müssen wir auf der Ebene der Städteregion lösen”, plädiert Ferdi Gatzweiler für eine Gesamtlösung, die in allen neun Kommunen der Region ihre Gültigkeit hat.

Alleingänge sind hier nicht die Sache des Bürgermeisters. Und es sei eine große Frage, ob sich Stolberg angesichts seiner Finanzen solche Subventionen überhaupt leisten kann. Stolberg zählt mit seinem großen Stadtgebiet und somit vielen Buskilometern über die ÖPNV-Umlage ohnehin zu den großen Kostenträgern der Aseag.

Der Aachener Vorstoß sei „sicherlich eine überlegenswerte Aktivität”, signalisiert auch Dieter Wolf (SPD) Zurückhaltung, „denn angesichts der städtischen Finanzlage genießt sie bei uns nicht die oberste Priorität”. Begrüßenswert, aber in Stolberg nicht bezahlbar, wertet auch Katharina Hirtz (Grüne); gleichwohl sieht sie noch Verbesserungsbedarf beim ÖPNV.

Optimierungen der Strukturen, Tarife und Kosten von Bus und Bahn überprüfen würde auch die CDU gerne, allerdings sieht auch Tim Grüttemeier keinen finanziellen Spielraum dafür, dass die Stadt die Preise der Tickets noch weiter subventioniert. Und ganz eindeutig formuliert Bernd Engelhardt die Lage: „Das sind Wunschträume, die wir überhaupt nicht bezahlen können”, erklärte der FDP-Fraktionsvorsitzende.
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