Kaufhaus Victor: Im August beginnt Umbau zum „Carré“

Von: Jürgen Lange
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Handarbeit: Das frühere Kaufhaus muss komplett entkernt werden, bevor Ende August der Umbau zum „Rathaus-Carré“ beginnt. Foto: J. Lange
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Wo an der Enkereistraße noch eine triste Fassade ist, werden die Wohnungen einen Blick über die Vicht zur Burg bieten. Quelle: nbp-Architekten
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„Wir haben keinen Zeitdruck“: Patrick Born ist Manager für das „Rathaus-Carré“. Foto: J. Lange

Stolberg. Es ist wie so oft im Leben. So lange die Tinte unter dem Vertrag nicht trocken ist, spricht man lieber nicht darüber. Dr. Christoph Kösters hat zwar noch nicht unterschrieben bei Fred Pfennings, aber fest steht: Die Itertalklinik Seniorenzentrum GmbH ist Ankermieter im zukünftigen „Rathaus-Carré“.

Dr. Kösters belegt mit barrierefreien Wohnungen nebst einem Pflegeangebot nicht nur die beiden Obergeschosse des früheren Kaufhauses Victor komplett, sondern wird auch einen einmaligen Blick über Vichtbach und Enkerei auf die Burg anbieten können – dort wo heute noch eine triste Fassade mit Hinterhof-Ambiente vorhanden ist. 39 Einheiten für betreutes Wohnen in verschiedenen Größen und in gehobenem Standard auf 2538 Quadratmetern entstehen. Im August soll der Umbau beginnen; noch liegt der Bauantrag bei der Stadt.

Die hat den Abrissantrag längst genehmigt. Im Inneren läuft die komplette Entkernung. Aus einst 4500 m² Verkaufsfläche plus Nebenräumen wird wieder ein Rohbau. „Das machen wir mit unseren eigenen Leuten“, sagt Patrick Born. Zwei Dutzend Container voller Wertstoffe – Kabel, Holz, Metall, etc. – sind bereits getrennt der Weiterverwertung zugeführt, berichtet Pfennings Projektbeauftragter.

Noch bis Mitte August läuft die Entkernung. Dann soll der eigentliche Umbau beginnen. Born weiß schon genau, wie‘s aussehen wird. Wo bislang Stufen und Rolltreppen die Verbindung zwischen den Geschossen garantierten, werden die Decken wieder verschlossen. Aber im hinteren Teil des Erdgeschosses wird ein neuer Durchbruch ins Kellergeschoss erfolgen. Dann wird man einen herrlichen Überblick über die zukünftigen Aktivitäten im Keller gewinnen können. Ein expandierendes Unternehmen aus der Freizeitbranche wird die hinteren Flächen von Erd- und Kellergeschoss komplett mieten. Der Name des Mieters ist noch tabu – siehe oben: Die Unterschrift fehlt noch. Aber er ist für Born neben Kösters ein zweiter Ankermieter, der den Spagat des neuen Eigentümers zwischen Refinanzierung des finanziellen Engagements und der Suche nach den möglichst passenden Pächtern für die Stolberger Innenstadt vereinfacht. Denn das neue Gesicht des „Rathaus-Carré“ zur Fußgängerzone hin, das fehlt noch. Es soll ein attraktives Gesicht werden.

Neben dem Potenzial der neuen Innenstadtbewohner aus den beiden Obergeschossen sowie den 21 hochwertigen Wohneinheiten, die auf dem Areal der Drummen-Villa am Kaiserplatz entstehen, soll ein attraktiver Einzelhandel das Angebot der Fachgeschäfte in der Fußgängerzone flankieren. Doch das zu finden, das passt und gleichzeitig an dem Standort interessiert ist, ist gar nicht so einfach. Führende Lebensmittelkonzerne haben abgewunken, wenig Interesse zeigte die Textilbranche und andere Fachmarktketten. Zu wenig Frequenz, zu wenig Verkaufsfläche, Überversorgung beim Sortiment oder unterschiedliche Mietpreisvorstellungen: Breit ist die Palette der Argumente, warum das Ensemble am Steinweg nicht zum individuellen Geschäftskodex passt.

Umgekehrt hat Born auch des öfteren abgenickt, wenn Dumping-Mieten gefordert wurden oder der nächste Anbieter von Billigware auf der Matte stand. Ein solches Sortiment passt nicht in die Stolberger Fußgängerzone, ist die Investoren-Familie überzeugt.

„Die Gespräche laufen mit verschiedenen Konzepten vom Bio-Supermarkt bis zum Elektronikfachhandel“, lässt sich Born in die Karten gucken. „Jedoch ist noch nichts konkret“. Muss es auch noch nicht sein: „Wir haben aber auch keinen Zeitdruck“, erklärt Born. Wenn im Spätsommer das „Rathaus-Carré“ zur Baustelle wird, ist eine Fertigstellung für das zweite Quartal 2016 avisiert, wobei Teilnutzungen bereits früher möglich sein können.

Vergleichbares wie für den Gewerbebereich gilt auch für das vorgesehene Restaurant, das im Bereich des früheren Tabakwarenladens eine Attraktion sein soll. „Interessenten dafür gibt es reichlich“, sagt Born. Aber gesucht ist auch hier nicht die nächste beliebige Angebot auf Imbiss-Niveau, sondern ein Restaurant, das der Fußgängerzone und dem „Carré“ zu Profil und weiterer Attraktivität verhilft.

Dazu soll auch gegenüber das zukünftige Angebot in dem freien größeren Ladenlokal beitragen. Auch hier mag der Projektbeauftragte Stefan Wallraven noch keine Namen nennen, weil Unterschriften fehlen. Gesichert ist jedenfalls die Nachricht, dass passend zum neuen schnellen Internet in der Kupferstadt ein Kommunikationsanbieter ein Beratungslokal in der Passage eröffnen möchte.

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