Katholiken werden an die Urnen gebeten

Von: Christoph Hahn
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Die meisten der Gottesdienstbesucher gehen auch an die Wahlurnen. Gleichwohl engagiert sich nur ein Bruchteil der Christen in ihren jeweiligen Gemeinden. Foto: J. Lange
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Schon Anfang November werden die katholischen Christen wieder zur Wahlurne gebeten. Sie müssen die Kirchenvorstände, deren Aufgaben unter anderem im Bereich der Vermögensverwaltung liegen, neu wählen. Foto: J. Lange
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„Es ist ein umfassendes Amt“: Pfarrer Jens Wegmann hat auch gezielt Kandidaten angesprochen. Foto: J. Lange

Stolberg. Kirchenleute und Politiker haben doch das eine oder andere gemeinsam – zum Beispiel, dass beide vor Wahlen mit Elan an die Sache gehen, aber sich dabei immer um eine angemessen hohe Beteiligung der Stimmberechtigten Sorgen machen müssen.

Bei den katholischen Christen der Kupferstadt zum Beispiel werden am 7. und 8. November die Kirchenvorstände, deren Aufgaben unter anderem im Bereich der Vermögensverwaltung liegen, neu gewählt. Die Wahlen zum Presbyterium, dem Leitungsorgan der Evangelischen Gemeinden in Stolberg sowie Zweifall/Kornelimünster, steht zwar erst zum 14. Februar des kommenden Jahres an. Die Vorschlagslisten für die Kandidaten sind aber in diesen Tagen abgeschlossen worden, können jedoch auf einer Gemeindeversammlung Ende November um weitere Namen ergänzt werden.

In der Evangelischen Gemeinde Stolberg werden mindestens 13 Kandidatinnen und Kandidaten für das Presbyteriumsamt gesucht. Außerdem sind zwei beruflich Mitarbeitende in das Presbyterium zu wählen. Die vorgeschlagenen Kandidatinnen und Kandidaten müssen am Wahltag mindestens 18 Jahre alt, in das Wahlverzeichnis eingetragen und nach den Bestimmungen der Kirchenordnung zur Leitung und zum Aufbau der Kirchengemeinde geeignet sein. Darüber hinaus dürfen sie das 75. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Wahlberechtigt ist, wer am 17. Januar 2016, also zu Beginn der Auslegung des Wahlverzeichnisses, Mitglied der Kirchengemeinde ist, zu den kirchlichen Abgaben beiträgt, soweit die Verpflichtung hierzu besteht, und am Wahltag konfirmiert oder mindestens 16 Jahre alt ist. Das Wahlverzeichnis wird in der Zeit vom 17. Januar 2016 bis zum 7. Februar 2016 zur Einsichtnahme im Gemeindeamt, Finkenberggasse 11, in 52222 Stolberg ausgelegt.

Grundsätzliches heißt es zum Presbyteramt in dem Wahlappell „Aufkreuzen und in der Gemeinde mitarbeiten“ des evangelischen Kirchenkreises Aachen: „Presbyter sein heißt also, Verantwortung übernehmen, mitwirken, mitentscheiden. Denn in der evangelischen Kirche werden Beschlüsse nicht „von oben“ getroffen, sondern von den eigenverantwortlichen, gewählten „Regierungen“ einer jeden Kirchengemeinde. Die Gemeinden entsenden einige ihrer Mitglieder in die Kreissynode, diese wiederum in die Landessynode.

Die meisten Mitglieder dieser Leitungsgremien sind Ehrenamtliche. Die Amtszeit der Presbyterinnen und Presbyter beträgt jeweils vier Jahre, und eine Gemeinde hat auch immer mindestens vier Presbyter. Die genaue Zahl richtet sich danach, wie groß die Gemeinde ist.“

Jens Wegmann, Pfarrer und Vorsitzender des Stolberger Presbyteriums, vermeldet: „Für alle vakanten Stellen gibt es Kandidaten.“ Gezielt seien potenzielle Mitglieder des Leitungsgremiums vorher angesprochen worden, „denn es ist ein umfassendes Amt.“

Ganz abgeschlossen sei das Nominierungsverfahren noch nicht: Bei einer Gemeindeversammlung im Anschluss an den Sonntagsgottesdienst am 29. November (Beginn: 10 Uhr) können weitere Vorschläge gemacht werden.

Bereits in ein paar Tagen, am 7. und 8. November, werden die Katholiken der Kupferstadt an die Urnen gebeten. Zufrieden mit dem Rücklauf ist Ulrich Krott, Mitglied des Kirchenvorstandes von St. Markus in Mausbach, das wiederum zur Gemeinschaft der Gemeinden Stolberg-Süd gehört, aber deswegen noch gar nicht. Der Rücklauf bei der Suche nach Kandidaten sei „gering“. Dem gegenüber macht Krott geltend: „Unsere Arbeit braucht Rückendeckung.“

Und noch einmal fordert der Mausbacher Solidarität ein: „Wir brauchen die Unterstützung der Leute.“ Will sagen: Je stärker die Beteiligung bei den Wahlen ausfällt, desto stärker stehen die Mitglieder des vor allem mit Finanz- und Personalfragen befassten Gremiums da. Damit erscheint es nur konsequent, wenn der erfahrene Mandatsträger die anderen Gläubigen in die Pflicht nimmt: „Ich fände es gut, wenn die Leute zu den Wahlen gehen und damit ihr Interesse bekunden.“

Anja Keldenich, Koordinatorin der Pfarre St. Lucia mit sieben angeschlossenen Gemeinden, engagiert sich ebenfalls für eine starke Wahlbeteiligung. Damit der Zuspruch der Katholiken nicht hinter den Erwartungen zurückbleibt, setzen sie und ihre Mitstreiter auf eine Vielfalt an Medien und Informationen.

Unter anderem soll es „Anregungen bei Gottesdiensten“ geben. Außerdem sind Aushänge und Mitteilungen vorgesehen. Zudem sollen die Katholiken von St. Lucia gezielt auf die Möglichkeit der Briefwahl hingewiesen werden.

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