Karnevalskomitee feiert 6 x 11 Jahre

Von: Dirk Müller
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Unter großem Applaus marschieren die Fahnenträger der Komitee-Gesellschaften in das bei der Jubiläumsmatinee sehr gut gefüllte Jugendheim Münsterbusch. Die Stimmung im Saal ist bestens. Foto: D. Müller
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Für beste Laune sorgte „Änne aus Dröpplingsen“, die den Komitee-Vizepräsidenten Michael Bartz zu einem Gardetanz für Senioren aufforderte.

Stolberg. Wenn man Udo Jürgens Glauben schenken mag, fängt das Leben für das Karnevalskomitee der Stadt Stolberg jetzt erst richtig an, denn das Komitee ist 66 Jahre alt geworden. Anlass genug, in dieser Session mehrere besondere Veranstaltungen auszurichten, allen voran die Jubiläumsmatinee, die jetzt im Jugendheim Münsterbusch zahlreiche Jecken begeisterte.

Denn das Programm konnte sich ebenso sehen lassen wie die Liste der Ehrengäste, zu denen unter anderem Vertreter von befreundeten Regionalverbänden innerhalb des Bunds Deutscher Karneval BDK zählten.

Während der Saal bereits um 11.11 Uhr sehr gut gefüllt war, hatten scheinbar manche Komitee-Gesellschaften ein wenig Probleme mit der morgendlichen Stunde. War auch der Einmarsch der Fahnenträger der dem Komitee angeschlossenen Stolberger Vereine imposant, hatten drei Gesellschaften es nicht geschafft, ihre Fahne im Saal zu präsentieren.

Der einzige Wermutstropfen der ansonsten rundum gelungenen Matinee. Reichlich vertreten hingegen waren Vertreter der Politik, was der Komitee-Präsidenten Josef Behlau augenzwinkernd mit dem Verweis auf das Wahljahr 2017 kommentierte.

Höhepunkte gab es viele bei dem jecken Jubiläum. So begeisterte unter anderem „Änne aus Dröpplingsen“ als fitte und witzige Rentnerin die Gäste mit köstlichen Späßen, und Wicky Junggeburth aus Köln brachte den ganzen Saal zum Singen.

„Im Gürzenich auftreten darf jeder. Nach Stolberg wird man berufen“, sagte Juggeburth unter tosendem Applaus. Selbstverständlich zeigte auch der Stolberger Karneval, was er zu bieten hat. Die KG De Wenkbülle steuerte einen attraktiven Gardetanz bei, das Mariechen der KG Mölle, Christina Wittland, präsentierte ein akrobatische Show, und die Trompetenbläser Donnerberg heizten dem Saal tüchtig ein.

Besonders umjubelt war einmal mehr der Auftritt des Stolberger Prinzen Axel I. (Wirthmüller), der mit seinem Hofstaat und der Ersten Großen KG mit ihrer Marie Eva Schulz für beste Stimmung bürgte. Absolut sehenswert war auch die „Spezialeinheit“ der KG Fidele Bessemskriemer, deren Showtanz das Publikum mitriss. Davon begeistert zeigte sich der Präsident des Bunds Deutscher Karneval (BDK), Klaus-Ludwig Fess. „Das war toll, und ich bin froh, dass die Damen der Showtanzgruppe keine Anscheinwaffen trugen“, scherzte Fess und fand anschließend klare kritische Worte.

Der Karneval bestehe aus geliebten und gelebten Bräuchen mit kulturellem Wert. „Unsere Traditionen haben eine Seele und ein Herz“, sagte der BDK-Präsident und kritisierte zu hohe Auflagen der Behörden, die das Brauchtum in Gefahr brächten.

„Städte und Kommunen sollten sich nicht der Gewalt und dem Terror beugen, sondern unser Kulturgut fördern. Die Ehrenamtler im Karneval engagieren sich für Gemeinwohl und Frohsinn“, meinte Fess und betonte: „Wir sagen Nein zu Terror und Gewalt und leben unsere Traditionen weiter, um den Menschen bei unseren Veranstaltungen und Umzügen für einen Moment die Angst zu nehmen.“

Passend zu diesem Gedanken, hatte zuvor Bürgermeister Tim Grüttemeier in seiner Laudatio auf das Stolberger Karnevalskomitee hervorgehoben, dass die aktiven Narren in Elferräten, Garden und Tanzgruppen letztlich für Pazifismus und Antimillitarismus stünden.

Grüttemeier dankte dem Komitee für seine Arbeit, lobte die Vielfalt des Stolberger Fastelovvends und gab den Karnevalisten mit auf den Weg: „Wir müssen mit der Zeit gehen, uns zum Teil an veränderte Bedingungen anpassen und neue Ideen entwickeln. Dabei sollten wir aber den Ursprung unseres Brauchtums nicht vergessen und die Traditionen pflegen.“

Bei der Jubiläumsmatinee des Komitees sprach auch Petra Müller, Präsidentin der Närrischen Europäischen Gemeinschaft NEG, ein Grußwort. „Der grenzenlose Karneval dient dem Zusammenhalt in Europa, der gerade heute sehr wichtig ist“, sagte Müller und erinnerte daran, dass am Vortag Kinder- und Jugendtollitäten aus mehreren Ländern Stolberg zur Europäischen Hauptstadt der Narrenjugend ernannt hatte. Dem Kupferstädter Karnevalskomitee dankte sie: „Ihr habt 66 Jahre lang Brücken geschlagen, Türen und Herzen geöffnet.“

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