Stolberg/Eschweiler - Karneval und Jazz - das passt

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Karneval und Jazz - das passt

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
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Jazz und Jecke passen wunderbar zusammen: Das 15. Närrische Pflegefestival findet in der Session 2009/2010 zu Gunsten des indestädtischen Jugendprojekts „Jazz & Street Academy Eschweiler” statt. Foto: Stefan Herrmann

Stolberg/Eschweiler. Reichlich Brass im Rathaus der Nachbarstadt: Fats von Gerolstein alias Dr. Klaus Lumma setzte mit seiner „Renew Brass Band” schon mal ein lautstarkes Ausrufezeichen.

Musik wehte direkt aus den Straßen von New Orleans in die Sitzungsräume der Eschweiler Verwaltung.

Grund des Gute-Laune-Auftritts der Brass-Kapelle: Das mit der Band verbundene Jugendprojekt „Jazz & Street Academy” wird in der Session 2009/2010 vom „Närrischen Pflegefestival” unterstützt.

„Das ist genau das Richtige!”, war denn auch Manfred Wüller direkt Feuer und Flamme. Der Stolberger Sprecher der Veranstaltungsgemeinschaft „Närrisches Pflegefestival” lädt für 28. Januar bereits zur 15. Auflage des jecken Treibens für den guten Zweck ein. Ihm zur Seite saß bei der offiziellen Präsentation nicht nur Sitzungspräsident Dagobert Königs, sondern auch Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram. Der übernimmt diesmal die Schirmherrschaft des Pflegefestivals und bekam von Wüller gleich mal den Hinweis: „Denken Sie dran: Bei uns herrscht Kostümzwang!”

Vom Säugling bis zum Senior

Kein Problem, beruhigte der Verwaltungschef, der ja schließlich aus einer Narrenhochburg stammt. „Karneval ist das, was die Menschen in unserer Stadt am meisten bewegt.” Vom Säugling bis zum Senior werde das Brauchtum gelebt. Und noch etwas gehöre indeauf- und abwärts und auch andernorts in der Städteregion dazu: „Beim Feiern denken viele stets an andere. Entweder an solche, die Hilfe brauchen oder eben jene, die sich für eine gute Sache einsetzen.”

Ein solcher Mensch ist Fats Lumma. „Jazz ist sein Leben”, weiß Bertram. Der Musiker fragte vor anderthalb Jahren einmal: „Was kann ich für die Stadt tun?” Gemeinsam war schnell die Idee einer Jazz & Street Academy geboren. Die Umsetzung dauerte dann eine Weile, Fats konnte es gar nicht schnell genug gehen, und seit einiger Zeit nun läuft das Projekt und hat bereits viele Partner und einiges an Aufsehen erregt.

Der Gedanke dahinter: Man möchte Jugendliche, gerade auch aus sozialen Brennpunkten, an die Musik und den Jazz heranführen. „So tragen wir zur sozialen Stabilität bei”, so die einhellige Meinung der Musiker. 15 Mann in weißen Hemden waren es bei der Präsentation, die den einzigartigen Mississippi-Flair ins Rathaus zauberten.

Junge und musikalisch jung gebliebene Blasmusiker und Trommler haben sich bisher zur Renew-Brass Band zusammengefunden, einer Straßen-Jazzband im Stil von New Orleans. Aufsuchende beziehungsweise zugehende Jugendarbeit steckt dahinter, ein Konzept, wie es seit vielen Jahren an der Inde und seit gut zwei Jahren verstärkt auch in Stolberg vom Jugendamt umgesetzt wird. Das ursprünglich nur für Eschweiler vorgesehene Projekt wird nun auch auf das Gebiet der „Sozialen Stadt Stolberg-Velau” ausgeweitet.


Normalerweise, so Manfred Wüller bei der Vorstellung, präsentiere man das „Närrische Pflegefestival” stets kurz vor dem ersten Advent. „Das hat dieses Mal nicht ganz geklappt”, überreichte er dennoch die ersten Orden an Bertram und Lumma.

Und ab sofort herrscht nun die Vorfreude, zunächst aufs Weihnachtsfest, dann auf eine sicherlich wieder tolle Veranstaltung im Januar - und schließlich auf einen warmen Geldregen für die Jazz & Street Academy in Eschweiler und Stolberg.

Über 70.000 Euro für soziale Projekte sind schon zusammengekommen

Am 28. Januar 2010 findet das 15. Närrische Pflegefestival im Jugendheim Münsterbusch statt. Dabei sind die Pflegedienstleitungen der Krankenhäuser Eschweiler, Stolberg und Würselen, die ambulanten und vollstationären Pflegeeinrichtungen im ehemaligen Kreisgebiet Aachen sowie die Mitarbeiter der AOK Rheinland/Hamburg.


450 „jecke Pfleger” aus insgesamt 140 Einrichtungen feiern an diesem Tag ausgelassen und gemeinsam für den guten Zweck. Im Laufe der Jahre sind so über 70.000 Euro für soziale Projekte zusammengekommen.



Das Programm steht bereits zum größten Teil: Unter anderem treten die Showtanzgruppe und die Regimentstrompeter der Prinzengilde Bergrath, de Jonge vam Dörp aus Dürwiß, der Stolberger Prinz, die Inde-Rebellen und die KG Mönsterböscher Jonge, die ein Heimspiel haben, auf.

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