Karneval der Tiere: Kinderkonzert des Stolberger Musiksommers

Von: mlo
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Am Mikrofon spricht Luisa Houben die niveau- und humorvoll geschriebenen Texte von Loriot während das Orchester unter Leitung von Louis Wilhelmus die Vorstellungskraft der Zuhörer herausfordert. Foto: M. Otten

Stolberg. Die eigene Begeisterung für klassische Musik an Kinder und Jugendliche weiterzugeben, ist dem Team um den Stolberger Musiksommer ein wichtiges Anliegen. Besonders beim Karneval der Tiere beim Kinderkonzert des 22. Stolberger Musiksommers.

In diesem Jahr wurde das Holzbläserensemble der Stolberger Sing- und Spielgemeinschaft unter Leitung von Louis Wilhelmus mit der Darbietung von Camille Saint-Saens Komposition „Karneval der Tiere“ verpflichtet.

Während Elke Hoffmann-Kittel in der zoologischen Fantasie für Groß und Klein den Klavierpart übernommen hatte, sprach Luisa Houben die Zwischentexte, die Vicco von Bülow in bester Loriot’schen Art niveau- und humorvoll dazu geschrieben hatte. Das mit zu den schönsten und vielseitigsten Orchesterwerken für junge Zuhörer zählende Werk porträtierte Elefanten, Kuckuck, Esel, Schildkröten und den berühmten Schwan.

Die ungewöhnliche Instrumentierung hatte ihren ganz eigenen Charme. Die vorwiegend jungen Musiker spielten prägnant und technisch sicher, so dass das Orchester mit transparent klingenden Intonationen glänzen konnte.

Erfrischend und geistreich begann das kulturelle Ereignis, zu denen die Ameise allein auf den Sitzplätzen 4791 seltsam kostümierte Tiere erblickte. Mit einem feierlichen Marsch in die Arena, allen voran „Seine Majestät, der Löwe“, zogen die Tiere ein.

Da gackerten und scharrten die Hühner und krähte der Hahn „im Kostüm des Kaisers Napoleon“, sechs wilde Esel rasten durch die Manege, die Schildkröten tanzten müde und schleppend nach dem Can-Can von Jacques Offenbach und die unbeholfene Elefantendame versuchte sich als Primaballerina.

Es folgten Sprünge der Kängurus, die langsam begannen und immer schneller wurden. Dann erklang Unterwassermusik für die Fische im Aquarium. Sanft bewegendes Wasser wurde durch die perlenden Läufe auf dem Klavier erzeugt und luden mit den anderen Instrumenten zum Träumen ein.

Saint-Saëns hatte eine Vorliebe für Tiere mit langen Ohren. Die Esel standen für eine Gruppe von Menschen, die zwar mit langen Ohren lauschen, aber nicht gut hören. Aus der Ferne wurde vom süßen Klang der Klarinette der Ruf des Kuckucks vernehmbar und Klavier, Streicher und Flöten piepsten und trällerten, damit jeder Besucher die 2000 Kolibris durch die Luft schwirren hörte.

Noch während „die Eichhörnchen und Wasserschweine zierliche Verbeugungen machten“, verkündete ein dicklicher Biber, dass der Gesang der Fossilien ausfalle und deswegen 64 Uhus die alten Schlager vortrügen. Alle warteten sie auf den prachtvollen Schwan, den Höhepunkt des Festes. Seine Schönheit und Größe gab Lara Liske in einem Violoncello-Solo ausdrucksstark zum Besten, wofür sie dann auch viel Zwischenapplaus erhielt.

Im Finale schloss sich der Kreis der Tierporträts. Noch einmal hatten die zuvor präsentierten Tiere einen kurzen Auftritt. Viele Themen aus dem Stück klangen noch einmal an. Der Applaus zeigte, dass der Nachmittag ein musikalischer Spaß für alle großen und kleinen Kinder war.

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