Kampf gegen die Uhr und den Gegner am Brett

Von: Toni Dörflinger
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Konzentration und Strategie sind entscheidend: Nils Henrotte (l.) und Alberto Bamberger waren zwei von insgesamt 27 Akteuren beim 15. Indestadtturnier. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Plötzlich wird es hektisch. Flink eilen die Finger von Nils Henrotte über das Schachbrett. Scheinbar ohne Überlegung bewegt er seine schwarzen Schachfiguren vorwärts. Der 20-Jährige hat nämlich bemerkt, dass seinem Kontrahenten die Zeit davonläuft.

Um sich selbst einem Zeitvorteil zu verschaffen, sind jetzt schnelle Züge angesagt. Schließlich stehen jedem Spieler nur 15 Minuten pro Partie zur Verfügung. Und wer die Zeit überschreitet, hat unweigerlich verloren. Dieses Missgeschick passiert Alberto Bamberger. Im Eifer des Gefechts hat der 45-Jährige die Schachuhr aus dem Auge verloren. Und so kann sich Henrotte, der wie Bamberger Mitglied des Eschweiler Schachclubs ist und im Aachener Schachverband die Position des Jugendwartes bekleidet, einen der heiß begehrten Punkte sichern.

Diese Szene war symptomatisch für das 15. Offene Indestadtturnier, das am Wochenende in der Gaststätte „En de Kess“ ausgetragen wurde. Gastgeber und Ausrichter war zum achten Mal der Stolberger Schachverein. Die überregional ausgeschriebene Veranstaltung findet immer abwechselnd in Eschweiler und Stolberg statt. Allerdings war diesmal mit 27 Schach-Assen, die überwiegend aus der Städteregion Aachen kamen, das Teilnehmerfeld recht schwach besetzt.

Gespielt wurde im Schnellschachmodus nach Schweizer System. Das heißt, jedem Akteur standen 15 Minuten Bedenkzeit pro Partie zur Verfügung, um seinen Kontrahenten mit einem „Schach matt“ oder wegen einer Zeitüberschreitung zu besiegen. Da das Turnier neun Runden umfasste, konnten maximal neun Punkte erreicht werden. Bei einem Remis wurde der Punkt unter den beiden Akteuren aufgeteilt.

Geleitet wurde das Turnier, bei dem es abgesehen von mitunter schnellen Handbewegungen und hektischen Spielzügen sehr ruhig zuging, von Alexander Meurer. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, hatte der 42-jährige Computerfachmann als Turnierleiter zwei lange Tischreihen mit jeweils acht Spielfeldern vorbereitet.

Jüngster Akteur war der 14-jährige Kevin Deider aus Eschweiler, dem es sichtlich Spaß machte, sich mit den ganz Großen – immerhin konnten 14 Teilnehmer eine Turnierwertungszahl vorweisen, die weit über 1700 lag – zu messen. „In einem solchen Turnier kann man viel lernen“, versicherte der hoch motivierte Jugendliche, der seit rund 20 Monaten Schach spielt und sich im Endeffekt mit einem 20. Platz und 3,5 Punkten wacker schlug.

Dank Kollege Computer ging die Auswertung der einzelnen Partien übrigens recht schnell. Nach einigen Mausklicks wurde auf dem Bildschirm auch schon das Ergebnis sichtbar. Nach jeder Partie musste dann die Besetzung der Spielpaarungen neu zusammengestellt werden. „Dieser Modus sorgt dafür, das nur ungefähr punktgleiche Kontrahenten aufeinander treffen“, erklärte Meurer.

Für Nils Henrotte, der neben Kevin Deider, in diesem Jahr der zweitjüngste Teilnehmer war, hat sich das Turnier gelohnt. Der junge Mann durfte sich mit sechs Punkten über einen beachtlichen vierten Platz in der Gesamtwertung freuen.

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