Kampf gegen den Steinbruch geht weiter

Von: Esther Kellen
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Wo früher nur Wiesen waren, sind jetzt die Bagger auf dem Vormarsch: Zwischen Breinig und Kornelimünster entsteht zurzeit der Steinbruch. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Der Kampf gegen den Steinbruch zwischen Breinig und Kornelimünster geht weiter. Das hat die Bürgerinitiative „Rettet das Münsterländchen” auf ihrer Jahreshauptversammlung noch einmal bekräftigt.

„Trotz vieler Unkenrufe haben wir immer noch 323 Mitglieder”, berichtete der 1. Vorsitzende Franz-Theo Muyrers. Beim Bericht des Vorstandes wurde deutlich, dass die Interessengemeinschaft aus ihrer Sicht einen Kampf gegen die sprichwörtlichen Windmühlen führt.

Trotz „unzähliger Verfehlungen der Firma BSR”, die mit Hydraulikbaggern, Sprengungen und Abtransporten des Materials für jede Menge Lärm sorge, schreite die Überwachungsbehörde in Aachen nicht ein. „Wir haben uns immer wieder beschwert, aber es ist nie etwas passiert”, resümierte Muyrers. Auch mit ihren Klagen gegen den Steinbruch hatte die Initiative bisher nur wenig Erfolg.

Bereits im November 2007 wurde bei der Bezirksregierung Köln Widerspruch gegen den Steinbruch eingelegt. Damals beteiligten sich nach Aussage des Vorsitzenden über 800 Bürger an der Widerspruchsaktion. Trotzdem begann die Firma BSR im Januar 2008 mit ersten Abtragungen.

Trotz vieler Rückschläge halten die Mitglieder weiter zusammen. Im Februar 2008 klagten drei Betroffene stellvertretend für die Bürgerinitiative.

Zur Tragung der Kosten wurde ein Solidaritätsfonds eingerichtet, der sich aus Überschussbeträgen der Mitgliedsbeiträge und den Spenden von 30 Mitgliederparteien speiste. Es wurde ein Eilverfahren angestrengt, um eine Stilllegung der Baustelle zu erwirken.

Im April erhielt die Initiative die Nachricht, dass auch dieses Verfahren nicht das gewünschte Ergebnis gebracht hat. Auch jetzt noch läuft die Klage eines Betroffenen, stellvertretend für die Bürgerinitiative.

Nicht nur Lärm und Staub belasten laut Muyrers die Anwohner in Breinig, Dorff und Kornelimünster: „Ich habe das Gefühl, dass jeder, der sich gegen den Steinbruch einsetzt, geschnitten wird. Es wird absichtlich ein Keil in die Dorfgemeinschaft getrieben”, ereiferte sich ein Breiniger. Viele stimmen ihm zu. „Wir haben nichts gegen bestimmte Leute persönlich”, appelliert Muyrers an die Vernunft der Gegenseite. „Wir wollen nur verhindern, dass der Steinbruch weiter die Umgebung zerstört.”

Enttäuscht sind die Mitglieder auch von der Politik. „Niemand setzt sich ein, im Gegenteil. Axel Wirtz hat sich sogar für die die Belange der BSR eingesetzt”, erklärte Muyrers. Der Vorsitzende forderte seine Mitglieder auf, weiterhin Eigeninitiative zu zeigen. „Wenn Sie betroffen sind, melden Sie sich bei der zuständigen Behörde und sagen Sie auch uns Bescheid. Nur so können wir etwas erreichen”, mahnte Muyrers.

Und obwohl es bisher wenige Erfolge zu verbuchen gibt, steht die Initiative hinter ihrem Vorstand. Alle Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt.
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