Stolberg-Venwegen - Kalte Hände tragen den Stern ins Haus

Kalte Hände tragen den Stern ins Haus

Von: Johannes Mohren
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Wenn die Sternsinger klingeln,
Wenn die Sternsinger klingeln, ist die Begeisterung meist groß: Auch die Eheleute Wieser freuen sich über den Besuch von Loisel, Max und Lukas. Foto: Johannes Mohren

Stolberg-Venwegen. Der Wind pfeift. Regen weht den Kindern böig ins Gesicht. Doch Max, Lukas und Loisel trotzen der ungemütlichen Witterung. Kalt werden ihre Hände, die den Stern, das Weihwasser und die Sammelbüchse durch den Ort tragen.

Das heftige Flattern ihrer Mäntel ist ein klares Indiz für die nassen Windstöße, die den Grundschülern immer wieder die goldenen Kronen von den Köpfen fegen. Doch sie gehen weiter.

Sie setzten sich ein, sie zeigen Solidarität, so wie bundesweit Hunderttausende Kinder und Jugendliche an diesen Tagen. „Klopft an Türen, pocht auf Rechte” heißt das Leitwort der diesjährigen Sternsingeraktion des Kindermissionswerks - und getreu diesem Motto haben sich auch in Stolberg in vielen Gemeinden junge Menschen auf den Weg gemacht.

„Die Kinder ziehen los, um zu den Menschen zu gehen, zu singen, ihnen den Neujahrssegen zu bringen und natürlich auch, um Geld zu sammeln für Kinder in aller Welt, denen es nicht so gut geht wie uns”, betont Pfarrer Vienken.

In diesem Jahr, bei der nun schon 54. Ausgabe des Dreikönigssingens, ist das zentralamerikanische Nicaragua Beispielland der Aktion - ein Staat, in dem Kinderrechte oft mit Füßen getreten werden. „Für diese Kinder sind unsere jungen Menschen unterwegs. Ihr Blick wird geweitet, sie übernehmen Verantwortung und zeigen dabei Solidarität”, lobt Pfarrer Vienken.

In Venwegen, dort wo sich auch Max, Lukas und Loisel auf den Weg machen, haben sich in diesem Jahr viele Sternsinger gefunden - an drei Tagen können alle Häuser des Ortes angesteuert werden.

Selbstverständlich ist das keinesfalls - und entsprechend groß ist die Freude bei Petra Reiß, die die Aktion in Venwegen gemeinsam mit Astrid Robens koordiniert und unterstützt. „Der unglaubliche Einsatz und das Engagement der Kinder, Jugendlichen und Begleiter ist wirklich großartig”, sagt Reiß und strahlt.

Doch es sind nicht nur die Kinder in aller Welt, die sich über die Hilfe freuen, sondern auch die Menschen vor Ort, die oftmals begeistert auf die Sternsinger warten - und ihren tapferen Marsch durch Wind und Wetter gebührend würdigen. „Die Sternsinger sind eine wirklich lieb gewonnene Tradition. Sie bringen einem jeden die frohe Botschaft ins Haus, es ist einfach ein schönes Gefühl”, betont der Venwegener Jürgen Robens. Viele sehen das so wie er, wenn Max, Lukas und Loisel an die Türen klopfen, bleibt beinahe keine Pforte verschlossen.

„Es gehört einfach mit zu unserem Ort dazu. Ich freue mich immer schon lange im Voraus auf die Sternsinger. Dass in diesem Jahr wieder so viele unterwegs sind, ist klasse”, befindet Annemarie Leisten. „Schaut, dass Ihr nicht weggeweht werdet!”, gibt sie ihnen mit auf den Weg und betrachtet glücklich den Haussegen, der nun ihre Türe ziert - „Christus mansionem benedicat”, oder vom Lateinischen ins Deutsche übersetzt: „Gott segne dieses Haus”.

Leuchtende Augen

Es sind freundliche Begegnungen, die die Sternsinger motivieren, sich dem Wetter bis zum Schluss, bis zum letzten Haus, standhaft zu widersetzen. Bei jeder Spende leuchten ihre Augen. Die Freude, etwas Gutes für andere Kinder tun zu können, ist groß. „Es hat wirklich viel Spaß gemacht”, berichtet Lukas nach der Rückkehr ins Pfarrheim.

Hier gibt es heißen Tee und Brötchen nach den Strapazen. Bei der Übergabe der schweren und klingelnden Geldbüchse sind die drei Sternsinger mächtig stolz. Am nächsten Tag geht es für sie weiter - sicherlich mit viel neuem Elan und vielleicht sogar bei etwas besserem Wetter.
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