Stolberg - Kalle Pohl: „Selfi in Delphi“ begeistert im Rittersaal

Kalle Pohl: „Selfi in Delphi“ begeistert im Rittersaal

Von: Dirk Müller
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Der bekannte Kabarettist Kalle Pohl erntet zahlreiche Lachsalven und tosenden Applaus für sein facettenreiches Programm „Selfi in Delphi“, das er unwiderstehlich im Rittersaal der Burg präsentiert. Foto: D. Müller

Stolberg. Ob heitere Wortspiele, Situationskomik, witzige Pointen, leise Töne oder deftigere Scherze – der Komödiant Kalle Pohl beherrscht mannigfaltige humoristische Disziplinen. Davon überzeugte er auch das Publikum im Rittersaal der Stolberger Burg im Rahmen des städtischen Kulturprogramms.

Pohl präsentierte sein aktuelles Kabarettprogramm „Selfi in Delphi“ und zeigte sich dabei trotz hartnäckiger Erkältung in Bestform. Das Publikum dankte es ihm mit viel Applaus und noch mehr Lachsalven, die immer wieder im Rittersaal erklangen.

Unter anderem berichtete Pohl davon, dass inzwischen 51 Prozent der Handy-Besitzer, den Menschen fotografieren, den sie auf der Welt am liebsten haben. Sie machen „Selfies“, lichten sich also selbst ab. „Und der Rest fotografiert sein Essen“, sagte der Kabarettist und stellte praktische Funktionen von Smartphones der neusten Generation vor: „Sie knipsen ihre Besitzer völlig automatisch, sehen sich die Bilder selbst an und löschen sie dann eigenständig.“

Technische Standards forderte Pohl auch in puncto Nachwuchs und hatte gleich ein beispielhaftes Baby-Handbuch mitgebracht. In für eine Bedienungsanleitung typischer Übersetzung zitierte er daraus: „Reiniger Sie der Baby niemals mit Benzin.“ Pohl parodierte mit einem schwarzen Schaf als Handpuppe köstlich die Sparte der Bauchredner, intonierte lustige Lieder, die er am Akkordeon begleitete, und trug komisch-lyrische Verse vor. Dem Niveau seines Kabarettprogramms tat es dabei keinen Abbruch, dass hin und wieder die Worte fielen: „Du dumm Sau, du!“

Denn Pohl schlüpfte gekonnt in mehrere Rollen, die er mit Leichtigkeit überzeugend wechselte, und eine davon war natürlich sein legendärer Vetter Hein Spack. Der übrigens trotz mitunter rüder Ausdrucksweise eigentlich ein ganz lieber Kerl sei: „Zu Hein kannst du jederzeit hingehen und bekommst alles von ihm. Das Problem ist nur: Er hat nix.“ Köstlich amüsierte Pohl mit Anekdoten wie der Geschichte vom arroganten Elektronik-Fachverkäufer, der Hein Spacks Unkenntnis vorführt und dafür selbstredend ein gepflegtes „Du dumm Sau, Du“ erntet.

Spacks „Bildungsurlaub in Delphi“ war ebenso einer der zahlreichen Höhepunkte des äußerst ansprechenden Abends, und als Pohl ein witziges Lied über Club-Urlaube und Animateure anstimmte, fungierte das begeisterte Publikum in der Burg als großer Chor. Kein Auge blieb trocken bei einer brillanten Einlage, in der der Kabarettist die Attitüden moderner Stand-up-Comedians aufs Korn nahm. Pohl ahmte die übertriebenen und oft unsinnigen Gesten und die bis an die Schmerzgrenze durchexerzierten ständigen Wiederholungen bekannter und erfolgreicher Comedians großartig nach.

Das Fazit des munteren Abends fällt eindeutig aus: Mit Kalle Pohl hat die Kabarett- und Comedy-Reihe im Rahmen des städtischen Kulturprogramms erneut einen Hochkaräter in der Kupferstadt präsentiert.

Pohls facettenreiche humoristische Unterhaltung auf hohem Niveau strapazierte die Lachmuskeln der Gäste enorm, und der tosende Beifall im Rittersaal bezeugte, wie hervorragend das „Selfi in Delphi“ beim Stolberger Publikum ankam.

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