Kaiserplatz-Gastronomie: Koalition zögert keine Sekunde

Von: -jül-
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Gläserne Fronten, Transparenz und viel Platz für Außengastronomie: Das Konzept des Aachener Investors ist angelehnt an das „Ferbers“ im Park an der Burtscheider Kapellenstraße. Die Opposition sieht mit diesem Projekt den historischen Platz zerstört und die vorhandene Gastronomie in Gefahr.

Stolberg. Die Meinungen sind gespalten. Grüne und Linke plädierten im Ausschuss für Stadtentwicklung vehement gegen die Pläne einer großen Gastronomie auf dem Kaiserplatz – unterstützt von knapp einem Dutzend Bürgern. Dr. Anna-Maria Keimes und Martin Hohlstein, Klaus Josef Kaesler und Hildegard Schulze Brock-Kaesler, Wilfried Hemmann und Günter Dahmen sind die Wortführer.

Vor allem an Dimension und Gestaltung rieben sie sich, aber auch am Tempo. Erst seit zwei Wochen liegen Skizzen und Pläne vor, die das fast dreiviertel Jahr währende Ringen um eine möglichst optimale Lösung darstellen.

Ein Punkt, der auch die FDP wurmte. Weiteren Beratungsbedarf bei den Liberalen mahnte Bernd Engelhardt an und bat um Vertagung der Entscheidung auf Oktober. Dann könne man ja auch die zuvor von den Kritikern geforderte Bürgerbefragung durchführen. „Die Altstadttore sollten uns eine Mahnung sein“, appellierte Engelhardt.

Aber weder liberaler Kompromiss noch oppositioneller Widerstand brachten die Ratsmehrheit von ihrem zustimmenden Weg ab: „Ja, das Gesicht Stolbergs ändert sich, und auch das des Kaiserplatzes wird sich ändern“, prognostizierte Siegfried Pietz. Der externe Investor werde nicht nur Stolberger, sondern auch auswärtige Gäste anziehen. „Wir sehen das Projekt mit Optimismus und wollen den Versuch wagen“, so der Sprecher der CDU-Fraktion.

„Unser Ziel ist es, die Innenstadt von der Mühle bis zum Willy-Brandt-Platz zu beleben“, signalisierte Rolf Engels Einigkeit mit dem Koalitionspartner. Die Gastronomie auf dem Kaiserplatz sei ein entscheidender Baustein dazu, der seit 2009 verfolgt und positive Auswirkungen auf den Steinweg haben werde. „Der Entwurf ist akzeptabel“, machte der SPD-Sprecher deutlich, dass die Genossen keine glühenden Verfechter des gewählten Standortes sind. Sie hatten eine Lage auf dem vorderen Kaiserplatz präferiert. „Aber das ist kein Grund, uns in die Schmollecke zurückzuziehen.“ Die SPD sei überzeugt mit diesem Projekt zu einer Belebung Stolbergs beizutragen.

Vorwürfe der Opposition, mit Tempo Fakten an der Öffentlichkeit schaffen zu wollen und hinter den Kulissen gemauschelt zu haben, wies Tobias Röhm zurück. „Seit Dezember ist die Gastronomie auf dem Kaiserplatz ein Thema, das mehrfach in Ausschüssen und Bürgerbeteiligungen behandelt worden ist“, verwies der Technische Beigeordnete darauf, dass seit Jahresbeginn mit dem Investor an der Planung gearbeitet werde und diese mit der Unteren Denkmalschutzbehörde im Rathaus und dem Landeskonservator in der Abtei Brauweiler abgestimmt seien.

Den Zeitplan wiederum gebe das Förderprogramm vor, das den Beginn des Umbaus ab Aschermittwoch vorsehe. Deshalb solle am Dienstag im Hauptausschuss der Vertrag mit dem Investor abgestimmt werden, damit rechtzeitig die Ausführungsplanung erfolgen könne, so Röhm.

Zuvor hatte Architekt Philipp Hansen (sein Aachener Büro Werrens & Hansen realisierte z. B. das „Ferbers“ in Burtscheid und Objekte im Pontviertel) die geplante Gastronomie skizziert. „Wir wissen um die exponierte Lag und gehen die Gastronomie mit Vernunft gegenüber den Denkmälern an“. Die müsse aber auch eine Größe haben, um wirtschaftlich zu funktionieren, so Hansen. 130 m2 Gastraum sind derzeit vorgesehen. Viel Glas soll für Transparenz, hölzerne Applikationen für Struktur sorgen ohne den historischen Bauten die Schau zu stehlen.

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