Kabelwerk beantragt Kurzarbeit für sechs Monate

Von: Sarah-Lena Gombert
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Aufgrund der schwierigen Auftragslage hat Leoni Kerpen in Stolberg Kurzarbeit beantragt – und ein Familienfest abgesagt. Foto: J. Lange

Stolberg. Das Unternehmen Leoni Kerpen mit Sitz an der Zweifaller Straße in Stolberg hat rückwirkend zu Beginn des Monats Mai Kurzarbeit für einen Teil seiner Stolberger Belegschaft angemeldet.

Betroffen ist der Bereich „Industrial Projects“. Das haben sowohl die Industriegewerkschaft Metall als auch die Konzernzentrale von Leoni mit Sitz in Nürnberg am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt.

Der Bereich „Industrial Projects“ umfasst, kurz gefasst, die Produktion von Kabeln für große industrielle Anlagen in der Ölbranche. Da der Ölpreis weiterhin sehr niedrig sei würden auf diesem Sektor derzeit wenige Investitionen getätigt und wenige neue Anlagen gebaut.

Und wo wenig investiert wird, werden auch keine Kabel gebraucht. Schon vor einigen Jahren hatte sich Leoni Kerpen aus ähnlichen Gründen von Teilen seiner Belegschaft trennen müssen und zeitweise die Kurzarbeit eingeführt.

Ein großes Familienfest, das für Ende Juni an der Zweifaller Straße geplant war, ist „aufgrund der schlechten Lage“ abgesagt worden. Der Konzern Leoni feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Auch im Stolberger Werk, das seit hätte der runde Geburtstag parallel mit dem Familienfest gefeiert werden sollen. Rund 800 Personen, so hieß es in einer Einladung aus dem April, hätte man zu dem Fest erwartet.

„Wir fanden solch ein Fest in Anbetracht der Tatsache, dass einige Kollegen von der Kurzarbeit betroffen sind, nicht passend“, erklärte Sven Schmidt, Sprecher des Unternehmens. „Beantragt ist die Kurzarbeit zwar bis Dezember dieses Jahres“, sagte Schmidt, doch man sei natürlich bemüht, den Zeitraum der Kurzarbeit so klein wie möglich zu halten.

Leonie Kerpen hat in Stolberg rund 400 Mitarbeiter. Die Leoni Aktiengesellschaft mit Hauptsitz in Nürnberg hat weltweit rund 74.000 Beschäftigte.

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