Kabarett in Altstadtkneipe: „Letzte Ausfahrt Eifel“

Von: Ricarda Peters
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Achim Konejung (l.) und Hubert vom Venn hatten das Publikum mit dem Programm „Letzte Ausfahrt Eifel“ schnell auf ihrer Seite. Der Auftritt des Kabarettisten-Duos kam in Stolberg bestens an. Foto: R. Peters

Stolberg. Wenn die Welt untergeht, bleibt einzig und allein die Eifel übrig. Und die Eifler können endlich die Schilder mit der Aufschrift „Fremdenzimmer“ abnehmen, die sie sowieso nur vor ihren Häusern angebracht haben, um die „Metrocard“ zu bekommen.

„Letzte Ausfahrt Eifel“ heißt das Kabarett-Programm von Hubert vom Venn und Achim Konejung, das das Duo jetzt in der Stolberger Altstadtkneipe „The Savoy“ zum Besten gegeben hat.

Konejung brachte mit seiner Klaviereinlage direkt zu Beginn der Vorstellung seinen Wunsch zum Ausdruck, von der Voreifel auf die Highlands, die irgendwo vor Nideggen liegen, zu ziehen. „Ich hab es satt, ich verlasse die Stadt“, sang der Pianist. Doch ohne weiteres wird niemand in die Eifel eingebürgert. Erst wer die Eifler Sitten und Eigenarten kennt und diese verinnerlicht hat, wird mit etwas Glück in der dritten Generation von den Eiflern als einer von ihnen anerkannt.

Hubert vom Venn hat es sich zum Ziel gemacht, seinem langjährigen Freund beizubringen, wie man richtiger Eifler wird. Doch schon beim Sprachtest rauft er sich das volle Haar. „Roetgen spricht man wie Brötschen aus, in der Eifel spricht man doch schließlich kein Deutsch“, erklärt er.

Als Achim Konejung den Weg der Grillhähnchen vom Züchter bis in den Hähnchengrill in seiner Heimatstadt schilderte und von den Auswirkungen des Braunkohleabbaus in der Eifel erzählte, griff der Kabarettist ernste Themen auf und schaffte es doch, diese mit Witz seinen Zuschauern nahezubringen.

Hubert vom Venn bewies wieder einmal, dass er es versteht, seine Heimat ordentlich auf die Schippe zu nehmen. Ob, wie bei seinem letzten Soloprogramm, alleine oder zusammen mit Achim Konejung, der dem knapp zweistündigen Programm mit seiner Stimme und seiner Klavierbegleitung den letzten Schliff verpasste.

„Es macht mehr Spaß, zu zweit auf der Bühne zu stehen, weil man auf den Anderen reagieren kann und die ganze Vorstellung lebendiger wird,“ erklärte Hubert vom Venn.

Dass es gar nicht so leicht ist, Eifler zu werden, hat das unterhaltsame Duo gezeigt. Als Hubert vom Venn am Ende des Abends das Publikum bat, zu entscheiden, ob Achim Konejung denn tatsächlich Eifler werden dürfe, lautete die einstimmige Antwort: „Ja“.

Doch nicht nur den „Einbürgerungstest“ hatte Achim Konejung zu diesem Zeitpunkt bestanden, ein eindeutiges „Ja“ bekam er auch gemeinsam mit seinem Partner zu hören – für einen sehr unterhaltsamen und gelungenen Abend.

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