Jusos: Inhaltliche Ziele stets im Blick

Von: Johannes Mohren
Letzte Aktualisierung:
jusos_bu
Ziehen Bilanz, bekräftigen alte und formulieren neue Ziele: Jan Bachmann, Gürhan Dogan, Dennis Hicks, Juso-Vorsitzender Tim Schmitz und Patrick Haas (v.l.) verzichteten am politischen Aschermittwoch nahezu vollständig auf die tagesüblichen Stammtischparolen und setzen vor allem inhaltliche Akzente. Foto: J. Mohren

Stolberg. „Am Aschermittwoch, ist alles vorbei”. Bis heute singen die rheinischen Jecken das Lied des Kölner Krätzchensängers Jupp Schmitz, wenn sich die fünfte Jahreszeit nach den närrischen Tagen und Wochen dem Ende zuneigt.

Doch während in der Bütt am Tag nach Karneval wirklich für viele Monate das große Schweigen beginnt, geht es an den Rednerpulten tief im Süden Deutschlands, in Biberach und Passau, Straubing und Vilshofen hoch her.

Dann übernimmt die Politik das Zepter und erhitzt die Gemüter: Der politische Aschermittwoch hat Tradition im deutschen Politikgeschäft, samt seinem nicht selten polemischen Schlagabtausch der Parteien, seinem Hohn und Spott und seinen markigen Worten.

Auf letztere verzichten die Stolberger Jusos an diesem Tag im Parteibüro der Stolberger SPD allerdings nahezu vollständig. Ganz bewusst wolle man sich auf die inhaltlichen Ziele konzentrieren, so Tim Schmitz, Vorsitzender des Kupferstädter Ortsverbandes der Jungsozialisten. Er sitzt mit in der fünfköpfigen Runde, konzentriert wirken hier alle.

Bildungspolitik, der anstehende Naziaufmarsch in Stolberg Anfang April, Hartz IV und die Gesamtschule für Stolberg sind die Kupferstädter Themenschwerpunkte für den politischen Aschermittwoch, ein Tag, der für die Jusos in Stolberg inzwischen auch Tradition hat. „Wir legen hier unseren Standpunkt dar, zeigen Schwerpunkte unserer Arbeit auf und definieren Ziele, an denen wir uns später dann auch messen lassen”, betont Ratsmitglied Patrick Haas. Eigener Standpunkt und Abgrenzung von den anderen Parteien - ein bisschen Atmosphäre des politischen Aschermittwochs kommt da auch an der Vicht auf.

Über bereits verwirklichte Ziele freuen sich die Jusos im Büro am Steinweg in bildungspolitischer Hinsicht. Langjährige Forderungen seien nun von der Landesregierung umgesetzt worden, so Schmitz. Dazu zählten unter anderem die Abschaffung der Kopfnoten sowie der Studiengebühren zum kommenden Wintersemester, Gebühren, „die Bildung zu einer Frage des Geldbeutels” gemacht hätten. Der eingeschlagene Weg sei richtig, müsse aber nun konsequent weitergegangen werden bis zur komplett gebührenfreien Bildung, fordern die Jusos.

Flagge zeigen gegen Naziaufmarsch

Während es draußen langsam dunkel wird und die letzten Spaziergänger auf dem Steinweg durch das große Fenster nur noch schemenhaft zu erkennen sind, wird es im Parteibüro kommunalpolitisch: Der Naziaufmarsch Anfang April ist nun Thema. Flagge zeigen wolle man beim „Stolberger Bündnis gegen Radikalismus” in der Innenstadt, gemeinsam mit möglichst vielen Bürgern.

Großes Kopfschütteln gibt es für die CDU. „Die haben einen Schlitterkurs, das ist unglaublich”, meint Haas: Der Umschwung von anfänglicher strikter Ablehnung der Gesamtschulpläne hin zu ihrer vehementen Unterstützung erstaune ihn. Die Gesamtschule werde kommen, das sei auch im Sinne der Jusos. „Es geht nicht mehr um das âOb´, sondern lediglich um das âWie´”, fügt Schmitz hinzu, denn die Bürger wollten eindeutig eine Gesamtschule. Diesen Wunsch müsse und werde man bedienen.

Eine Stellungnahme zum beherrschenden Thema des politischen Aschermittwochs fernab der Vicht entlang der Donau gibt es erst auf Nachfrage und ruft dann große Einigkeit hervor. Das Comeback von zu Guttenberg, für das der CSU-Vorsitzende Seehofer wenige Stunden zuvor in Passau warb, findet keinen Zuspruch. Vielmehr gibt es klare Worte: Am besten solle Seehofer doch gleich mit den Platz räumen. Es ist halt politischer Aschermittwoch, der Tag der Stammtischparolen, nach getaner inhaltlicher Arbeit auch in Stolberg.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert