Stolberg - Jusos: Attacke auf die große Koalition

Jusos: Attacke auf die große Koalition

Von: Dirk Müller
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Stolberg. Große Veranstaltungen in Hallen oder Festzelten gibt es beim politischen Aschermittwoch in der Kupferstadt nicht – die Jugendorganisation der SPD zieht aber auch ohne Brezeln, Weißwurst und Bier in dem kleinen Büro am Steinweg eine rhetorisch wie inhaltliche gewürzte Bilanz des politischen Geschehens in Stolberg.

Ironisch bis sarkastisch betitelt Ronja Missong, Vorsitzende der Jusos, Tim Grüttemeier als „Heile-Welt-Bürgermeister“, der dank „beinahe täglicher Presse-Inszenierung“ den Eindruck erwecke, nahezu alles in Gold verwandeln zu können. „Wir hoffen sehr, dass der Bürgermeister bis zu seiner Abwahl im Jahr 2020 bei dem Versuch, über den Vichtbach zu wandeln, nicht noch ins Wasser plumpsen wird“, sagt Missong.

Die Jusos gehen in ihrer Bilanz aber nicht nur mit dem Verwaltungschef, sondern auch mit der großen Koalition aus CDU und SPD ins Gericht. „Dass sich mit der Planungswerkstatt zur Umgestaltung des Kaiserplatzes in der Innenstadt allmählich etwas tut, ist begrüßenswert.

Im Steinweg herrscht dagegen immer noch Tristesse durch Leerstand“, beschreibt Missong und ihr Juso-Genosse Michael Weskamp fordert: „Die frühere Einkaufstraße muss umgewandelt werden. In Aachen leiden die Studenten unter Wohnungsnot und horrenden Mieten. Stolberg kann Abhilfe schaffen, und es sollte Aufgabe der Politik sein, Rahmenbedingungen zu schaffen und auf die Eigentümer leer stehender Ladenlokale einzuwirken, um Wohnraum für Studenten zu schaffen.“

Dazu zähle auch, mit Aseag und Euregiobahn ins Gespräch zu kommen und Fahrten zu später Stunde von Aachen nach Stolberg zu ermöglichen. „Auf der anderen Seite muss die Gestaltung des Stadtteils Mühle auf die Agenda“, erklärt Missong, dass die Koalition diesen Bereich „stiefkindlich“ behandle.

„Etwa das Problem der gesperrten Heinrich-Heimes-Brücke wird bis heute ausgeblendet, obwohl Gewerbetreibende und Anwohner davon sehr negativ betroffen sind.“ Die große Koalition dürfe die Mühle nicht aus dem Blick verlieren, dort sollten Sanierungsmaßnahmen geplant und umgesetzt werden; eine breitere Mischung von Geschäften wäre wünschenswert.

Die Jusos würden sich sehr darüber freuen, dass die Gesamtschule in Stolberg etabliert sei und gut angenommen werde, betont Tim C. Schmitz. „Doch stimmt es traurig, dass fast die Hälfte der für das kommende Schuljahr angemeldeten Kinder abgelehnt werden mussten. Viele von ihnen werden zu den Gesamtschulen in Brand und Eschweiler abwandern oder mit der Sekundarschule Vorlieb nehmen müssen“, führt Schmitz aus.

Die große Koalition habe bei der Errichtung der Stolberger Gesamtschule angekündigt, ihre Entwicklung genau zu beobachten. „Doch damit ist es nun nicht mehr getan. Die Anmeldezahlen sprechen eine deutliche Sprache.“

Jetzt müsse gehandelt und der Ausbau der Gesamtschule forciert werden. „Wenn für die Sekundarschule 1,9 Millionen Euro in die Hand genommen werden, muss auch in die Erweiterung der Gesamtschule investiert werden“, plädiert Schmitz. Weil die Hauptschulen Liester und Kogelshäuserstraße sowie die Realschule Liester ausliefen, sei die Zukunft der Sekundarschule gesichert, so dass diese nicht auf von der Gesamtschule abgelehnte Schüler angewiesen sei.

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