Jupp Hammerschmidt in der Altstadt: Weihnachtszeit im „Sibirien Preußens“

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In der Eifel ist so einiges anders – auch in der Weihnachtszeit. Davon will Jupp Hammerschmidt bei seinem Auftritt am 4. Dezember in Stolberg auf humorvoll-unterhaltsame Weise berichten.

Stolberg. Mit seinem Weihnachtsprogramm „Da hammer die Bescherung. Als die Martinsfackeln noch Rüben waren“, gastiert Eifelkabarettist Jupp Hammerschmidt am Sonntag, 4. Dezember, in der Stolberger Altstadtkneipe „Piano“. Auf unnachahmliche Art schildert Hammerschmidt die Vorbereitungen der Eifeler Urbevölkerung auf das Weihnachtsfest.

Die Weihnachtszeit beginnt seit eh und je mit dem ersten Advent – außer in der guten alten Eifel. Als dort noch von Ende August bis Mitte Mai durchgängig mindestens zwei Meter Schnee lagen, als im „Sibirien Preußens“ noch jeder Mann sonntags seine eigene Sauna direkt am Körper trug, das sogenannte „Nyltesthemd“ – da begann dort die Weihnachtszeit exakt an Sankt Martin.

Ausgehöhlte Rüben als Fackeln

Die Laternen im Martinszug, die „Fackeln“, waren ausgehöhlte Rüben mit Kerze – und jedes Kind kriegte vom heiligen Mann einen „Weggemann“ mit Tonpfeifchen, in denen die Heranwachsenden ab September das Herbstlaub ratzekahl bis aufs letzte Blatt wegqualmten, weshalb in der Eifel auch nie ein Laubsauger gesehen wurde.

Sankt Nikolaus war ein weiteres weihnachtszeitliches Highlight, wie auch die große Krippe in der Kirche mit dem farbigen Beugemigranten, von den Eifeler Eingeborenen respektlos „Nickneger“ genannt. Nach der Bescherung, genau um Mitternacht, versammelte sich die Gemeinde frisch fichtennadelgebadet zur Christmette. Die Pappweihnachtsteller gaben zu diesem Zeitpunkt stellenweise schon das Silbergegrissels frei, hatten aber immer noch reichlich Dominosteine im Angebot – mit dieser ekligen Glibberschicht drin, die das kleine Jüppchen von der Konsistenz her an die glasigen Fettstreifen im Sonntagsrinderbraten erinnerte: Gänsehaut-Feeling pur!

Dann waren da noch die heute längst vergessenen „Möhren im Advent“, denen der Kalterherberger Karotten-Dichter Eduard Möhrike mit seinem Poem ein Denkmal gesetzt hat. Und noch vieles mehr von dem, was die Weihnachtszeit in der guten alten Eifel einst ausmachte, hat Jupp Hammerschmidt zu einer Melange aus Prosa, Reim und Gesang zusammengerührt.

Es wird gemunkelt, dass Zömmermanns Jupp, dä arme Schlupp, auch wieder zu Wort kommt. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr, Einlass ist ab 18 Uhr. Karten sind im Vorverkauf im „Piano“ erhältlich. Weitere Infos im Netz unter www.jupphammerschmidt.de und www.piano-stolberg.de.

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