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Junges Grenzlandtheater: Schauspiel voller Poesie und Gefühle

Von: oha
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Die Mimen des Grenzlandtheaters schlugen die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer 8im Kulturzentrum in den Bann. Foto: O. Hansen

Stolberg. Auf der Bühne des Kulturzentrums herrscht reger Betrieb. Manuela Frauenrath, Tobias Novo und Sven Djurovic vom Jungen Grenzlandtheater Aachen verändern ständig die Kulissen. Rund 150 Schülerinnen und Schüler verschiedener Altersklassen verfolgen gebannt, wie die Akteure zudem in immer neue Rollen schlüpfen.

Zwei junge Soldaten ringen um die Gunst einer schönen Frau. Cyrano de Bergerac ist ein begabter Poet, aber schüchtern und hässlich. So wagt er es nicht, der angebeteten Cousine Roxane seine Gefühle zu offenbaren. Christian ist schön, weiß sich jedoch nicht auszudrücken. Ein Problem bei Roxane, die den Geist in der Liebe bewundert. Die beiden Männer gehen schließlich einen Pakt ein. Cyrano stellt seine Gefühle zurück und verfasst für Christian vom Gefechtsfeld aus die Liebesbriefe an Roxane. Ein Schauspiel voller Poesie, das das junge Grenzlandtheater“ am Montagmittag im Kulturzentrum aufführt.

Am Ende bleibt die schöne Roxane jedoch einsam zurück. Christian fällt in der Schlacht. In dem Moment, als sich Cyrano als eigentlicher Verfasser der Liebesbriefe outet, stirbt er vor ihren Augen. Die beiden Niederländer Jo Roets und Greet Vissers haben das ursprüngliche Stück von Edmond Rostand für Jugendliche bearbeitet. Und im Hörsaal des Kulturzentrums können selbst die jüngsten Zuschauer aus der 7. Klasse dem Stoff folgen. Am Ende gibt es denn auch artig Applaus für das Trio auf der Bühne. Und die Gelegenheit, mit den Schauspielern ins Gespräch zu kommen. „Es ist ja unglaublich, wie die vielen Rollenwechsel auf die Bühne gebracht wurden“, gibt es zunächst einmal Lob für die Mimen. „Wie lange habt ihr denn für das Stück geprobt?“, weil ein anderer Schüler wissen. „Fünf Wochen“, verrät Sven Djurovic. Und, dass die Proben manchmal durchaus lustig sein können. Schon wenn es darum geht, die lange Gumminase des Cyrano auf der richtigen Nase zum Halten zu bekommen.

Schauspieler im Theater zu sein, mache schon sehr viel Spaß, betont Tobias Novo auf Nachfrage aus dem Publikum. „Aber leben kann man davon kaum.“ Bevor die Nachwuchsschauspieler auf den Bühnenbrettern stehen, haben sie oft eine bis zu vierjährige Ausbildung an einer Schauspielschule hinter sich. „Viele haben Abitur. Aber Hauptvoraussetzung ist Talent“, gibt Sven Djurovic seinen Zuhörern mit auf den Weg. Das sei zum Beispiel auch nötig, um wie in Cyrano überzeugend einen Liebhaber zu spielen. Was ist, wenn eine vorgegebene Szene der Schauspielerin unangenehm ist? Oft könne man noch Einfluss auf die Gestaltung nehmen und mit dem Regisseur das eine oder andere Bestandteil ändern, betont Manuela Frauenrath. „Und wie kann man verhindern, dass Schauspieler während einer Szene lachen?“, fragt eine junge Zuschauerin nach. Für das Ensemble kein Problem: „Wir sind ausgelacht“, sagt Tobias Novo. „Bei den Proben haben wir schon alle möglichen Pannen durchgespielt.“ Und wenn dann doch die Gumminase während der Aufführung abfällt? Novo: Dann müssen wir improvisieren. Beim Theater ist eben alles live.“

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