Stolberg - Junge Pflanzen bangen um ihr Überleben

Junge Pflanzen bangen um ihr Überleben

Von: Sarah Sillius
Letzte Aktualisierung:
Die Förster und Pflanzen hoff
Die Förster und Pflanzen hoffen auf Regen, denn die Waldbrandgefahr steigt. Waldbrand an der Fischbachstraße... Foto: Jürgen Lange

Stolberg. Die Sonne scheint, auch für die Ostertage sind sommerliche Temperaturen vorhergesagt. Das steigert die Freude auf die Feiertage. Doch nicht bei allen, denn die Sonne hat auch ihre Schattenseiten. Die Wälder haben derzeit gegen die extreme Trockenheit anzukämpfen.

Und das freut die Förster weniger. Die Waldbrandgefahr steigt mit jedem Tag, an dem kein Regen fällt. "Es ist noch nicht extrem kritisch, aber man darf die Lage auch nicht herunterspielen", sagt Stolbergs Förster Theo Preckel. Besonders die Nadelbäume, die sich in den Südlagen befinden, sind gefährdet. Seit Anfang März haben sie kaum Wasser gesehen.

„Das neue Grün ist noch nicht hoch genug gewachsen, um das Alte zu überdecken, das sehr trocken ist”, erklärt Preckel. Was ihm aber noch mehr Sorgen bereitet als ein vielleicht drohender Waldbrand sind die rund 25.000 Jungpflanzen, die erst vor drei Wochen angepflanzt wurden und sich jetzt gegen die Trockenheit durchsetzen müssen. Dabei haben die jungen Gewächse kaum eine Chance, sie werden höchstwahrscheinlich eingehen, wenn nicht bald ein paar Tropfen vom Himmel fallen.

Auch Robert Jansen vom Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde kennt diese Sorgen. In dem Staatswald, seinem rund 12.000 Hektar großen Zuständigkeitsgebiet, das sich bis Stolberg erstreckt, wurden in diesem Frühjahr sogar 80.000 neue Pflanzen in die Erde gesetzt - hauptsächlich Eichen, Buchen und Douglasien. Den Förstern bleibt ebenso wie den Pflanzen nichts anderes übrig, als auf den Regen zu warten. „Wir können ja bei der Masse nicht wie im Garten jeder Pflanze mit der Gießkanne hinterher laufen”, sagt Jansen. Auch die Waldbrandgefahr schätzt er als ernst zu nehmen ein. „Auf einer Skala von eins bis vier liegt die Gefahr derzeit zwischen eins und zwei”, erklärt Jansen. Die Möglichkeit eines Waldbrandes bestehe eigentlich in jedem Frühjahr, doch in diesem Jahr sei sie aufgrund der langen Trockenheit noch deutlicher.

Immerhin geht es Nordrhein-Westfalen im bundesweiten Vergleich noch recht gut. „Bei uns ist der Kieferbestand nicht ganz so hoch wie zum Beispiel in Niedersachsen oder Mecklenburg-Vorpommern, wo der Kieferbestand viel höher ist.” Das meint auch Preckel: „Im Laubwald kann nichts passieren, wenn, dann im Kiefernwald.” Grund ist der hohe Harzanteil in den Kiefern, der wie Zunder brennt. „Eine Grundaufmerksamkeit muss da sein”, sagt Jansen. Von März bis Oktober ist das Rauchen im Wald aufgrund der Trockenheit ohnehin verboten. Auch weggeworfene Flaschen stellen eine Entzündungsgefahr dar.

Waldbesucher werden außerdem gebeten, ihre Autos auf den vorgesehenen Parkplätzen zu parken, damit die Rettungsfahrzeuge im Falle eines Waldbrandes problemlos den Weg passieren können.
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