Junge Helfer kümmern sich um Flüchtlingskinder

Von: Thomas Waltl
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Während in der Aula der Propst-Grüber-Schule rund 25 Helfer riesige Mengen Kleidung, Schuhe, Taschen, Hygieneartikel, Spielsachen und andere Gebrauchsgegenstände sortieren, bringen Peter Cosler (links auf unserem Bild) und Franz-Josef Kaiser von der Stolberger Feuerwehr weiteren Nachschub. Foto: D. Kinkel-Schlachter
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Vertreter des Jugendamtes beraten mit den Jugendlichen, wie die Freizeit für die Flüchtlingskinder gestaltet werden kann. Foto: T. Waltl

Stolberg. Am Montag hatten sich mehr als 100 Bürger im Ratssaal versammelt, um den 151 Flüchtlingen, die die Kupferstadt erreicht haben, ehrenamtlich zu unterstützen. Rund 20 Ehrenamtliche, davon die meisten Jugendliche, aber auch junge Erwachsene bis hin zu Senioren trafen sich am Donnerstagabend im Jugendzentrum Westside erneut, um über die Freizeitangebote für die 42 Flüchtlingskinder zu sprechen.

Koordiniert wurde das Ganze von Willy Seyffarth, Petra Morgenstern und Ralf Esser vom Jugendamt, die in dieser Woche schon einmal mit dem Spielemobil auf die Liester zu den Flüchtlingen gefahren waren, um sich ein Bild der aktuellen Lage zu verschaffen. Der Entschluss von Esser danach lautete: „Die Kinder hatten einen großen Spaß mit den Spielen, und deshalb soll es auch in der kommenden Woche ein vielfältiges Freizeitprogramm geben, um den Lebensalltag der Kinder zu lockern.“

Dieses Freizeitangebot kann sich nach dem Treffen der Ehrenamtlichen mehr als sehen lassen. Von Montag bis Donnerstag fährt das Spielemobil zu den Kindern, gespickt mit einer Vielzahl von Spielgeräten, darunter Tretroller und Stelzen. Auch Malaktionen, zahlreiche Ballspiele wie Tischtennis sowie Gesellschafts- und Bewegungsspiele wird es für die Flüchtlinge, die aus 20 verschiedenen Nationen kommen, in der kommenden Woche geben.

Das beachtliche Angebot von einigen Ehrenamtlichen, die Kinder abzuholen und zum beliebten Spielplatz nach Walheim zu fahren, kann hingegen nicht durchgeführt werden. Denn da die Flüchtlinge der Stadt Stolberg zugewiesen sind, dürfen diese ohne Erlaubnis die Stadtgrenzen nicht verlassen.

Des Weiteren sind sich die Pädagogen vom Jugendamt auch bewusst, dass weniger oft mehr ist, wie Ralf Esser betonte: „Man darf nicht vergessen, dass die Kinder eine lange und vor allem anstrengende Reise hinter sich haben. Deshalb müssen wir aufpassen, dass wir sie mit dem Freizeitangebot nicht überrumpeln. Aus diesem Grund haben wir zwischen den Spielemöglichkeiten auch genügend Pausen eingeplant.“

Und sollte es zwischenzeitlich zu Regenfällen kommen, ist man trotz der kurzen Zeit, in der das Jugendamt nach der Flüchtlingsankunft reagieren musste, gut vorbereitet. Denn dann könnten sich die Flüchtlinge bei zahlreichen Gesellschaftsspielen in die Aula der Propst-Grüber-Schule, in der sie untergebracht sind, zurückziehen. Betreut werden die Kinder bei den Aktivitäten dann von den vielen Ehrenamtlichen, die auch selber ihre Spielideen einbrachten und sogar selbst Spiele organisieren werden.

Während eine freiwillige Helferin eine Olympiade mit Eierlauf, Sackhüpfen und weiteren Geschicklichkeitsspielen organisiert, bringt eine andere ihre Riesenmikadostäbchen mit. Auch die Idee mit Seifenblasen und Luftballons etwas zu machen, kam von einer Ehrenamtlerin.

Bei dem Treffen mit anwesend war auch Hildegard Nießen, Ehrenamtsbeauftragte der Stadt Stolberg. Sie fand nochmals klare Worte zur derzeitigen Situation in der Kupferstadt: „Das Echo der Bevölkerung ist nahezu unbeschreiblich. So viele haben sich bereit erklärt, zu helfen.“ Bei den vielen Spenden müsse man momentan jedoch eine Pause einlegen. Die Lager seien einfach noch bis oben hin gefüllt.

Neben Sachspenden und vielen weiteren Hilfsangeboten haben auch viele ihre Dienste als Dolmetscher angeboten. Ein Dienst, den auch einige der versammelten Jugendlichen erfüllen können. Neben Englisch sind Türkisch und Arabisch nur zwei weitere Fremdsprachen, die ein paar der Jugendlichen beherrschen.

Einer dieser Jugendlichen ist Husam. Der 17-Jährige spricht perfekt arabisch und möchte in seiner Freizeit nun seine Hilfsbereitschaft anbieten: „Nachdem ich gerade das Abitur abgeschlossen habe und derzeit noch keine Vorlesungen an der Uni habe, nutze ich die Zeit, um den Menschen und vor allem Kindern so gut es geht zu helfen. Das ist tausendmal besser, als tatenlos zu Hause rumzusitzen.“

Sollten die Flüchtlinge, anders als derzeit geplant, auch noch übernächste Woche in der Kupferstadt bleiben, dann würde sich das Jugendamt nochmals zusammensetzen und darüber beraten, wie das kurzfristig geplante Freizeitangebot weitergehen könnte. „Aber erstmals sind wir sehr zufrieden, dass wir die kommende Woche mit Freizeitangeboten und genügend ehrenamtlichen Helfern gefüllt bekommen haben. Das ist ein großes Lob wert, so etwas in nur drei Tagen auf die Beine zu stellen“, beendete Esser das Treffen und fügte erfreut hinzu: „Diese Wärme, die ich von den Flüchtlingskindern gleich beim ersten Sehen zurück bekommen habe, werden auch alle Ehrenamtlichen bekommen und sie für ihre Zeit, die sie für die Flüchtlinge investieren werden, entschädigen.“

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