Jung, ledig und umschwärmt: Daniel I. neuer Prinz der Kupferstadt

Von: dim
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Mit Daniel I. (Mitte) hat die Kupferstadt einen jungen und dynamischen Prinzen der Kupferstadt proklamiert. Foto: Dirk Müller

Stolberg. Sichtlich bewegt ist Daniel Heinrichs in den Momenten gewesen, als aus dem ehrenwerten Bürger die Stolberger Tollität Daniel I. wurde. „Heute Abend geht in Erfüllung, wovon ich seit meinen Kindertagen träume“, sagte der ergriffene närrische Regent. Kurz darauf war er allerdings eher bewegend, denn nachdem er seinen illustren Hofstaat mit viel Kupferstädter und Münsterbuscher Lokalkolorit vorgestellt hatte, startete die bunte Gruppe im altehrwürdigen Rittersaal eine Karnevalsparty, die sich sehen und hören lassen konnte.

Schon mit dem Prinzenlied „Ne Jung us dieser Stadt“ servierten Daniel I. und sein Hofstaat Stimmung pur, und die Gäste bei der Proklamation konnten erleben, was es heißt, wenn Daniel verspricht: „Vom langen Hein zum Vichtbachtal fiere mer d‘r Karneval!“ Doch der närrische Regent hatte mit seinen Mannen noch eine schwungvolle Überraschung in petto, die die Gäste in der Burg vollends begeisterte.

In ansprechendem modernen Gewand präsentierten die Tollität und der Hofstaat ein Medley aus traditionellen Liedern, schmiedeten unter anderem als lustige Hammerschmiede das Eisen, solang es noch warm ist. Mit dem 27-jährigen Daniel I. hatte der Präsident der Ersten Großen Stolberger Karnevalsgesellschaft, Heinz Hartmann, einen jungen, dynamischen Prinzen proklamiert, der in natürlicher Art und Weise schnell die Herzen des Narrenvolks gewann. Und zudem über eine Optik verfügt, der sich auch Bürgermeister Ferdi Gatzweiler widmete, als er das Wort an Daniel I. richtete: „So auszusehen und ledig zu sein – da wirst Du in den Sälen noch sehen, was Du davon hast.“

Prinzenmütze, Federn und Zepter trug Daniel bereits, doch erst mit Gatzweilers Unterschrift auf der Proklamationsurkunde wurde seine jecke Regentschaft amtlich. Verlesen hatte die Urkunde erstmals Hartmann, der dafür „vom Floristen zum Juristen“ mutiert war. Er berichtete unter anderem vom „Checkpoint Ferdi auf der Mühle“, den Plänen, die Kupferstädter Kunstszene durch Kunstrasenplätze zu bereichern, und befasste sich mit der Entwicklung, dass heiraten in Stolberg „in“ sei, sterben hingegen weniger.

Bevor Hartmann den neuen Prinzen mit den Insignien der jecken Macht ausstattete, dankte er der scheidenden Tollität Dieter IV. (Brockmann), den die Erste Große als „überkochenden Prinzen“ in Erinnerung behalten werde. „Wir haben aus den Erfahrungen mit Dieter gelernt, und Daniel jetzt zwei Adjutanten zur Seite gestellt“, schmunzelte Hartmann.

Der Bürger Brockmann antwortete ebenfalls offen: „Ich danke der Ersten Große, dass sie mich zum Prinz gemacht hat, auch wenn mancher das zwischenzeitlich bereut haben mag.“ Er habe sich nicht „verbiegen“ lassen, sondern als „Fünf-vor-Zwölf-Prinz“ den Stolberger Karneval in der vergangenen Session gerettet. Damit schlug der Prinzenvater die Brücke zur Alemannia Aachen und überreichte Daniel I. Ein „Rettungs-T-Shirt“.

Für den ehrlichen wie respektvollen Umgang miteinander ernteten sowohl Hartmann, als auch Brockmann viel Applaus im Rittersaal, und zur Unterhaltung des Publikums trug nicht nur der kölsche „Krätzje-Sänger“ Phillip Oebel bei, sondern auch die Ehrung des Silberprinzen. Wie schon während seiner Regentschaft 1988 hatte Horst II. (Zimmermann) die Lacher „auf der trockenen Baustelle“ – der Rittersaal der Burg blieb während der Proklamation traditionsgemäß frei von Getränken – ganz auf seiner Seite. Kaum hatte Zimmermann jedoch den Satz „Et is noch nie jett jots us Oche jekomme“ ausgesprochen, belehrte der Präsident des AKV-Senats, Rolf Lücker, ihn eines besseren und verleih dem Stolberger Silberprinzen prompt einen Orden.

Nachdem Josef Behlau, Präsident des Stolberger Karnevalskomitees, dem neuen Prinzen versprach, die Gesellschaften des Komitees würden tüchtig mit ihm feiern, endete festlichen Proklamation in der Burg, und die Gäste machten sich mit ausgedörrten Kehlen rasch auf den Weg in die „Kiste“, um der Bestimmung der Kupferstädter Karnevalisten nachzugehen:


Fastelovvend fiere. Dort warteten schon zahlreiche Narren, für die im Rittersaal nicht genug Platz gewesen war, und noch einmal ließ Daniel I. temperamentvoll unter lautem Applaus sein Prinzenlied erklingen, gab sich anschließend bis in die Nacht als volksnaher Prinz, feierte ausgiebig mit den Komitee-Gesellschaften und allen Stolberger Jecken, die die Gaststätte zur „Rappelkiste“ machten.


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