Jugendwerkstatt lernt in Belgien dazu

Von: Mischa Wyboris
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Sag´s mit Bildern: Die Stolberger Jugendlichen mit ihren Motiv-Entwürfen für den Siebdruck-Workshop in Eupen. Foto: M. Wyboris

Stolberg. „Nur gucken, nicht anfassen!” Dieser von einer jungen Frau aus der Jugendwerkstatt gewählte Spruch soll bald ihr selbst gestaltetes T-Shirt zieren - und verkehrt dabei so ziemlich alles ins Gegenteil, was die praxisorientierte Einrichtung an der Bergstraße daheim und noch bis Anfang Juni auch in Eupen unternimmt.

Wenn die Stolberger Jugendlichen aus den drei Werkbereichen Holz-, Garten- und Textilarbeit bald ihren dritten Belgien-Besuch antreten, haben sie schon ein wenig Erfahrung beim Siebdruck gesammelt. „Die Leute sind sehr hilfsbereit; sie hängen sich richtig rein und erklären uns vieles”, sagt Nicole über den gerade angelaufenen Workshop in der Eupener Kreativwerkstatt Cardijn, die arbeitslose junge Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren beschäftigt und ihnen so die berufliche Eingliederung in die Gesellschaft ermöglichen möchte.

Erste Erfahrung gesammelt hat indes auch Sozialarbeiterin Katja Knospe von der Stolberger Jugendwerkstatt: „In Belgien läuft die Arbeit mit erwerbslosen jungen Menschen anders als in Deutschland”, resümiert sie und spricht davon, dass Fehlzeiten schneller ans Arbeitsamt übermittelt werden und „viel mehr dokumentiert wird”. Überrascht sei sie gewesen, wie geordnet der Workshop abläuft, bei dem die Eupener Mentoren für die Stolberger sind. „Die Ruhe der jungen Erwachsenen überträgt sich auf unsere Quirligen”, freut sich Knospe.

Mitfinanziert durch die Kulturstiftung der Sparkasse Aachen, sei der Workshop nicht nur eine Abwechslung zum Jugendwerkstattsalltag, erklärt Gertrud Smets von der Jugendberufshilfe: „Wir suchen immer wieder nach Medien für die Jugendlichen, sich selbst auszuprobieren und kreativ zu sein.”

Textiler Tiger

Welches Motiv nachher per Siebdrucktechnik auf den T-Shirts der Stolberger Teilnehmer landet, war ihnen selbst überlassen. Chinesische Schriftzeichen mit der Bedeutung „Ich liebe Dich”, ein textiler Tiger oder besagter Ausspruch „Nur gucken, nicht anfassen!” sind dabei herausgekommen. Bis die eigenen Shirts fertig sind und die Technik verinnerlicht ist, müssen die Jugendlichen allerdings noch so einiges anpacken und in die Hand nehmen. „Noch hapert´s da bei uns hin und wieder am Verständnis”, gesteht Knospe und hofft, nach Abschluss des Workshops in Eupen so viel gelernt zu haben, dass der Siebdruck auch in der Stolberger Jugendwerkstatt angeboten werden kann.

So oder so: Am Ende hat jeder der Jugendlichen ein eigenes Andenken im Schrank. Bis auf Nicole, die schon weiß, was sie damit machen wird. „Ich verschenke das leider”, verkündet sie und lacht.
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