Jugendwerkstatt: Finanzlücke muss geschlossen werden

Von: dö
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Als Vereinsausschuss unterstützen die Vorstandsarbeit der Jugendberufshilfe (v.l.) Frank Gilles, Hans Kleinlein, Manfred Hansen, Klaus Schleicher und Wolf van der Weyden. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. „Die Jugendwerkstatt ist eine Einrichtung für Jugendliche, die in besonderem Maße Schwierigkeiten haben, eine Berufs- und Lebensperspektive zu finden. Schwerpunkte sind die Persönlichkeitsentwicklung sowie die Teilhabe an Bildung, Arbeit und Freizeit“: Diese Kernaussagen gehören zu den Zielen des rund 70 Mitglieder starken Trägervereins Jugendberufshilfe, der sich jetzt in den Räumen der Jugendwerkstatt zur Jahreshauptversammlung traf.

Dabei stand vor allem die Berichterstattung über die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit im Mittelpunkt. Außerdem befassten sich die Vereinsmitglieder mit Wahlen, weil turnusgemäß die Mitglieder des Vereinsausschusses neu bestimmt werden mussten.

Den Rückblick hatte die Leiterin der Werkstatt, Gertrud Smets, übernommen. Sie machte die Gäste mit dem Programm „Jugend in Arbeit“, den drei Werkstattbereichen und dem Förderunterricht vertraut. So hatten an dem Projekt „Jugend in Arbeit“ laut Smets diesmal vermehrt ältere Jugendliche teilgenommen, die nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung den Wunsch nach Veränderung oder einer anderweitigen Beschäftigung hegten.

„Auch wenn es nicht immer möglich war diesen Veränderungswunsch zu realisieren, gelang es ihnen mit Unterstützung und Beratung durch Katja Knospe doch eine neue Stelle zu finden. Dies war vor allem immer dann der Fall, wenn private Problemstellungen nicht zu komplex und dominierend waren“, so die Werkstattleiterin. Sie versicherte, dass von den 54 neu hinzu gekommenen Jugendlichen, immerhin 24 Teilnehmer der Maßnahme eine Arbeitsstelle gefunden hätten und vier Probanden in andere gleichwertige Maßnahmen gewechselt seien.

Diese positiven Ergebnisse seien auch ein Beweis dafür, dass die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter, den beiden Kammern, den so genannten runden Tischen der Städteregion und den Mitarbeiten des Stolberger U 25-Teams überaus fruchtbar gewesen sei, so Smets. Die Werkstatt stellte Smets vor, indem sie den Gästen einen Überblick über die dortigen Bereiche - Holz, Textil und Garten - verschaffte sowie die 46 Jugendlichen im Alter von 14 bis 19 Jahren vorstellte, die an den Werkstattmaßnahmen teilgenommen hatten.

Demnach war die Arbeit dieser Jugendlichen von Aktionen und Maßnahmen geprägt, die beispielsweise der Herstellung von neuen, selbst gestalteten Stofffahnen für den Außenbereich, dem Kochen und Zubereiten der eigenen Mittagsmahlzeiten sowie der Erfüllung von Kundenaufträgen im Garten-, Holz- und Textilbereich galten.

Außerdem hatten sich die Teilnehmer kreativen, sportlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten gewidmet, indem sie unter anderem im Rahmen der Aachener Heiligtumsfahrt „Heiligtümer des Alltags“ herstellten, sich mit der digitalen Fotografie auseinandersetzten, an einem Sportangebot des Vereins Tabalingo teilnahmen und eine dreitägige Ferienmaßnahme nach Renesse in den Niederlanden starteten. Einen Schwerpunkt der Tätigkeit in der Jugendwerkstatt stellt der Förderunterricht dar, der von Sabine Giesker geleitet wird. Laut Smets wurden im Berichtszeitraum insgesamt 43 Jugendliche in der Jugendwerkstatt unterrichtet. Unterrichtsinhalte waren dabei die Vermittlung von Grundrechenarten, das Verstehen und Erfassen von Texten, die Förderung der Lesefähigkeit und praktische Übungen, die dem Bewerbungsverfahren und dem Training von Motivation, Merkfähigkeit und Konzentration galten.

Sorgen bereitet den Verantwortlichen der Jugendwerkstatt allerdings die zukünftige Finanzierung des Förderunterrichts. Denn der europäische Sozialfonds (ESF) hat zu Ostern seine Mittelvergabe eingestellt. „Wir hoffen, dass nun das Land Nordrhein-Westfalen die entstandene finanzielle Lücke schließt und der Förderunterricht weiter geführt werden kann“, so Smets.

Anschließend standen die Neuwahlen zum Vereinsausschuss an. Die vier Kandidaten konnten alle 13 abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen. Thema war auch die im Steinweg geplante Installation von so genannten Stolpersteinen, die der Erinnerung an die von den Nationalsozialisten ermordeten jüdischen Mitbürger dienen sollen. Es wurde beschlossen, diese Aktion in die pädagogische Arbeit mit den Jugendlichen einzubeziehen und die Mitglieder zu bitten, sich mit einem kleinen persönlichen Beitrag an der Finanzierung der Stolpersteine zu beteiligen.

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