Jugendliche auf der Liester im Stadtteilgespräch

Von: Mischa Wyboris
Letzte Aktualisierung:
liester_bu
Der Chic der 70er Jahre strahlt mittlerweile nur noch Tristesse aus: Heute bietet die Stadt auf der Liester zum zweiten Mal ein Stadtteilgespräch an.

Stolberg. Nächster Halt: mehr Toleranz. Für die Anwohner auf der Liester bedeutet das weniger Lärm und Vandalismus durch Jugendliche im Viertel, für die wiederum heißt das mehr Freizeitangebote. Wenn sich am kommenden Mittwoch um 18 Uhr rund 40 jugendliche Teilnehmer mit Anwohnern und Vertretern aus der Politik in der Propst-Grüber-Schule austauschen, geht es um einen Rückblick und eine Vorausschau.

Ein Stadtteilgespräch hat es bereits gegeben, vor fast einem Jahr. Nach zahlreichen Beschwerden von Anwohnern über Pöbeleien, Rangeleien und Graffiti von Jugendlichen traten städtische Jugendarbeiter als Vermittler auf - ohne die beiden „Parteien” jedoch zusammenzuführen. „Wenn wir uns als Anwalt der Jugendlichen einsetzen, müssen wir sie erst einmal kennenlernen und die Contenance haben, das Feld zu bereiten”, sagt Jugendpfleger Josef Offergeld, Abteilungsleiter der Jugendhilfeeinrichtungen.

Seit vergangenem Mai macht der Jugendbus auf der Liester Station und bietet den jungen Menschen, die sich mangels Jugendtreffpunkt bisher auf Spielplätzen und Kindergartenarealen trafen, jeden Montag von 16 bis 21 Uhr auf dem Hof der Hauptschule ein Kontrastprogramm; 23 Mal bislang. Doch die rollende Anlaufstelle ist seit November in Winterpause und insgesamt auf ein halbes Jahr begrenzt. „Wir haben schon eine Menge Beziehungsarbeit geleistet”, sagt Frank Döhla, Mitarbeiter der mobilen Jugendsozialarbeit. „Es ist wichtig, den Sozialraum nicht mit verbrannter Erde zu hinterlassen.” Auch Offergeld findet: „Wenn der Bus wieder weg ist, muss etwas bleiben.”

Die engere Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst der Hauptschule ist nur eine Maßnahme. Viele weitere sind angedacht und sollen beim zweiten Stadtteilgespräch am Mittwochabend zur Diskussion stehen. Döhla spricht von der möglichen Errichtung einer Jugendhütte, dem Bau eines Bolzplatzes, um dem Gekicke vor der Kirche ein Ende zu bereiten, und der Wiedereröffnung des katholischen Jugendheimes.

Auch die Verdienste des Jugendbusses sollen Erwähnung finden. Schließlich sei es „eine Herkules-Aufgabe gewesen, die verschiedenen Cliquen zu diesem Angebot zu bewegen”, sagt Offergeld über den Bus, der nach Atsch, Münsterbusch, Mausbach und Breinig nun auch auf der Liester hält und dort im Durchschnitt für 22 junge Gäste die Türen öffnet.

Kleines Gipfeltreffen

Doch bevor der Jugendbus aus der Winterpause rollt, kommt es auf der Liester zum kleinen Gipfeltreffen von Jugendlichen, Anwohnern und Politikern zur Aufwertung des Stadtteils für junge Menschen - und damit auch für die Anwohner, die sich belästigt fühlen. Ein Projekt mit Nachhaltigkeit? Döhla findet eine wohl berufsspezifische Antwort: „Ich bin grundsätzlich Optimist.”

In der Propst-Grüber-Schule geht es am Mittwoch um 18 Uhr nach der Begrüßung durch Bürgermeister Ferdi Gatzweiler um den bisherigen Einsatz des Jugendbusses und den Austausch von Jugendlichen, Anwohnern und Politikern. Dabei sollen unter anderem der Bau einer Jugendhütte und eines Bolzplatzes sowie die Öffnung eines Jugendheimes diskutiert werden.

Angemeldet haben sich rund 40 jugendliche Teilnehmer sowie Vertreter der CDU, der Jusos, derGrünen, der Grünen Jugend und des Jugendparlaments.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert