Jugendhilfe: „Offener Brief” soll Umbaumaßnahmen vorantreiben

Von: tol
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Wird der Rechtsanspruch auf einen U3-Platz in Stolberg erfüllt? Noch fehlen nötige Betreuungsplätze. Foto: Philipp Guelland/ddp

Stolberg. In einem „offenen Brief” mahnt Arndt Kohn, Vorsitzender des Stolberger Jugendhilfeausschusses, beim Land die Fördermittel für die „dringend erforderlichen Umbaumaßnahmen in den Kindertagesstätten Cornelia-straße, Rektor-Soldierer-Weg und St. Barbara Breinig” an. Außerdem stehe der für das laufende Jahr zugesicherte Zuschuss von 193 390 Euro noch aus.

Kohn warnt davor, Gerichtsverfahren zu riskieren, weil Eltern ihren Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ihre unter dreijährigen Kinder nicht erfüllt sähen. Schließlich müssten ohnehin schon „Einschnitte im freiwilligen Bereich Jugend und Soziales” vorgenommen werden. „Als Kommune im Nothaushaltsrecht ist Stolberg dringend auf die Landesmittel angewiesen”, schreibt der Ausschussvorsitzende an die Landesfamilienministerin Ute Schäfer. Und weiter: „Bitte sorgen Sie für eine zügige Bewilligung der Investitionsmittel!” Wenige Tage vor Weihnachten habe sie beim Krippengipfel in Düsseldorf zugesagt, dass „die noch ausstehenden Zahlungen zur U3-Betreuung in den Jahren 2012 und 2013 zügig an die einzelnen Jugendamtsträger verteilt werden sollen”.

In der ersten Januar-Woche habe sich noch nichts getan, bestätigt Josef Offergeld, Abteilungsleiter Kindertagesstätten in der Stadtverwaltung - obwohl der eingangs erwähnte Landeszuschuss 2012 quasi „schon verfrühstückt” sei. Es gibt Berechnungsschlüssel, mit denen die Zuweisungen an die einzelnen Einrichtungen ermittelt werden, und die Stadt verteilt sie schließlich gemäß der beschlossenen Prioritätenliste. Der Kindergarten St. Barbara Breinig soll in der Endausbaustufe 18 Plätze für Zweijährige vorhalten. Dann wird es dort drei 20er-Gruppen mit jeweils bis zu sechs Plätzen für Zweijährige geben. Die vierte Gruppe wird wie bisher eine integrative Gruppe für Drei- bis Sechsjährige mit fünf behinderten und zehn nicht-behinderten Kindern sein.

In der Übergangsphase gibt es im laufenden Kindergartenjahr in Abstimmung mit dem Landesjugendamt eine Gruppe mit zehn Kindern im Alter von zwei Jahren - zusätzlich zur bisherigen 20er-Tagesstättengruppe für Drei- bis Sechsjährige, einer Gruppe mit 16 Drei- bis Sechsjährigen und vier Zweijährigen sowie einer integrativen Gruppe. Die Kindertagesstätte Corneliastraße hält derzeit eine 25er-Regelgruppe für Drei- bis Sechsjährige und eine 20er-Gruppe mit bis zu sechs Plätzen für Zweijährige vor. Da die Zahl der Drei- bis Sechsjährigen in Stolberg deutlich rückläufig ist, wird die 20er-Gruppe in eine Zehnergruppe für Ein- und Zweijährige umgewandelt.

Wegfallende Plätze kompensieren

Mit der Ausweitung der Platzzahl in der Katholischen Kindertagesstätte St. Barbara wird zudem ein Teil der in den Tagesstätten Corneliastraße und Bertholdstraße wegfallenden Plätze für Drei- bis Sechsjährige kompensiert. Denn an Corneliastraße und Bertholdstraße sollen die Jüngsten einen Hort finden, wenn ihre Mütter und/oder Väter möglichst schnell wieder in den Beruf einsteigen möchten oder müssen. Deshalb muss natürlich die Infrastruktur der beiden städtischen Einrichtungen angepasst, im konkreten Fall ein Schlafraum und ein Raum zur allgemeinen Differenzierung geschaffen werden, denn besonders Einjährige haben großen Ruhebedarf.

„Wir wissen natürlich nicht, ob das Geld reicht”, gibt Josef Offergeld zu bedenken. Kalkuliert wird mit einer sogenannten fachbezogenen Landespauschale von 17.000 Euro für jeden neuen U3-Betreuungsplatz. Macht unterm Strich 18 mal 17.000 für St. Barbara, 10 mal 17.000 für die Corneliastraße und 22 mal 17.000 für die Tagesstätte am Rektor-Soldierer-Weg, insgesamt 850.000 Euro. Am Rektor-Soldierer-Weg sind 22 U3-Plätze, vorrangig für Kleinkinder aus dem Sozialraum Mausbach und Werth, geplant. Zwölf Zweijährige werden dort bereits betreut. Aus der 25er-Regelgruppe wird eine Gruppe mit zehn U3-Kindern. Die beiden 20er-Gruppen mit bis zu sechs Zweijährigen bleiben bestehen.
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