Stolberg - Jugendförderung: Günther Severens beklagt Kürzungen

Jugendförderung: Günther Severens beklagt Kürzungen

Von: Kolja Linden
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Macht sich angesichts der städtischen Finanznot Sorgen um die Jugendförderung in den Vereinen: Günther Severens. Foto: Grobusch

Stolberg. Eine Entwicklung „auf dem ganz falschen Weg”, sieht derzeit Günther Severens, wenn er die Auswirkungen der Geldnot Stolbergs, aber auch des Landes und des Bundes sieht.

Dem Vorsitzenden des Stadtsportverbandes treibt es Sorgenfalten auf die Stirn, dass für Kinder- und Jugendförderung in den Vereinen immer weniger Geld zur Verfügung steht. „Das ist eine Entwicklung, für die unsere Gesellschaft später die Rechnung präsentiert kriegt”, sagt Severens. Und dass diese Rechnung keine Freudensprünge hervorrufen wird, daran hat der Stolberger Sportfunktionär keine Zweifel.

Nachdem es auch von Land und Bund so gut wie keine finanzielle Förderung für Vereine gebe, die Jugendarbeit betreiben, hat nun auch die Stadt Stolberg eine Ausgabe gestrichen, die zuletzt Jahr für Jahr floss: 2500 Euro, verteilt nach einem bestimmten Schlüssel durch den Stadtsportverband. Im Haushaltssicherungskonzept ist diese - eine vergleichsweise geringe Summe - nicht mehr vorgesehen. Eine freiwillige Ausgabe, so Kämmerer Dr. Wolfgang Zimdars.

„Es sieht schlecht aus”, blickt Severens deshalb in eine düstere Zukunft. „Die Kommunen sind pleite.” Gespannt sei, wie sich die neue Regierungspräsidentin in dieser Frage geben wird. Der Wunsch, den er an Gisela Walsken hat? „Man müsste großzügiger verfahren, auch im kulturellen Bereich”, will Severens gar nicht nur für den Sport sprechen. Die Kommunen müssten in die Lage versetzt werden, mehr für die Jugendförderung zu tun. „Es macht mir Bauchschmerzen, dass die Stadt nicht in der Lage ist, 2500 Euro für die Jugend auszugeben.” Dass genau daran gespart werde, dafür habe er kein Verständnis. „Man sagt immer, die Jugend sei unser Kapital. Aber von Kapital sehe ich nicht viel.”

Für die Vereine, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, werde die Arbeit immer schwieriger, so Severens. Immer wieder höre er von seinem Sportbund angeschlossenen Vereinen, dass diese auf wichtige Anschaffungen verzichten müssten, weil kein Geld da sei, sagt der Vorsitzende.

Nicht jeder kann Beitrag zahlen

Hinzu kommt, dass viele Kinder aus ärmeren Familien keinen Mitgliedsbeitrag zahlen könnten. Auch dafür seien Zuschüsse wichtig, da tue jeder Euro gut.

Auch den Verwaltungskostenzuschuss für den Stadtsportverband habe man schon einmal streichen wollen, ein Unding, findet Severens. „Wir nehmen der Stadt dafür viel Arbeit ab”, sagt er. „Wir machen Platzbegehungen, verwalten Turnhallen, führen Aufsichten und richten Stadtmeisterschaften aus.” Die Streichung ist vom Tisch, „aber dafür habe ich hart gekämpft”.

Kämpfen müsse man auch für die Jugendförderung, sonst sehe die Zukunft düster aus. „Nur wenn wir die Kinder von der Straße haben, haben wir auch Kontrolle über sie”, sagt Severens. Im Sportverein lernten Kinder die richtige Einstellung zur Gesellschaft, Aufgaben auch für andere wahrzunehmen.

Und da spreche er nicht nur für den Sport: „Wenn Kinder keine Beschäftigung haben, sondern nur vor dem Fernsehen oder dem Internet sitzen, dann wird das schlimme Folgen haben.” Man müsse ihnen deshalb Alternativen bieten. Und die Rechnung des Sparens, die gehe garantiert nicht auf: „Später ist es immer teurer, die Versäumnisse der Vergangenheit wieder auszubügeln.”
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