Jugendamt will frühzeitig Planungssicherheit haben

Von: Michael Grobusch
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Auch die kita Höhenstraße will die Stadt mindestens bis 2026 führen, wenn die Kirche auch über 2016 hinaus einer mietfreien Nutzung zustimmt. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Dreieinhalb Jahre sind eine lange Zeit, und dennoch drängt das Stolberger Jugendamt schon jetzt darauf, auch nach dem 31. Juli 2016 Planungssicherheit zu haben. An diesem Tag enden die Nutzungsverträge für die drei ehemals kirchlichen Kindertagesstätten Steinweg, Foxiusstraße und Höhenstraße, deren Betrieb und Trägerschaft die Stadt Stolberg nach einem Beschlusses des Rates vom 13. Juni 2006 zunächst für zehn Jahre übernommen hatte.

Das war dringend notwendig gewesen, um die Versorgung mit Betreuungsplätzen in den Stadtteilen sicherzustellen, da anderenfalls wegen der Haushaltskonsolidierung beim Bistum Aachen und der damit verbundenen Mittelkürzung für die Pfarrgemeinden eine Schließung gedroht hätte.

Nur noch ein Ansprechpartner

Zwischenzeitlich sind die drei früheren Pfarren St. Lucia, Herz-Jesu und St. Josef in der Großpfarre St. Lucia zusammengeführt worden. Die Stadt hat somit einen Ansprechpartner für alle drei Immobilien, die sie gerne wie bisher mietfrei nutzen möchte. Das ist angesichts der leeren Kassen im Rathaus Voraussetzung für den weiteren Betrieb der Kitas.

„Den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz hat der öffentliche Träger der Jugendhilfe, also das Jugendamt, zu gewährleisten,“ verweist Fachbereichsleiter Willi Seyffarth auf den juristischen wie auch praktischen Hintergrund. Durch eine Schließung der früheren katholischen Kindertagesstätten würde ein dramatisches Loch im Versorgungsnetz der Kupferstadt entstehen. Wahrscheinlich ist dieses Szenario aber offensichtlich nicht. „Bei ersten Gesprächen hat die Kirchengemeinde St. Lucia als Träger der Einrichtungen ein starkes Interesse an der weiteren mietfreien Bereitstellung der Häuser bekundet. Und damit an einem Beitrag zur Sicherung der pädagogischen Betreuung für Kinder in ihrem sozialen Wohnumfeld“, berichtet Seyffarth. Dabei sei eine Verlängerung um weitere zehn Jahre ins Auge gefasst worden. Offizielle Verhandlungen sollen nun folgen.

Das allerdings setzt einen Auftrag der Politik voraus, der im Jugendhilfeausschuss am Donnerstag erteilt werden soll. In letzter Instanz müssen dann am 19. März noch Hauptausschuss und Rat den Beschluss bestätigen, was dem Vernehmen nach allerdings eine Formsache sein wird.

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