Judokämpferin Stephanie Manfrahs: Olympia als Fernziel

Von: Jan Schlegelmilch
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Mit ihren 19 Jahren hat es Stephanie Manfrahs schon auf eine beachtliche Sammlung von Medaillen und Pokalen gebracht. Foto: J. Schlegelmilch

Stolberg-Mausbach. Sicher, stolz ist Stephanie Manfrahs schon. Sich in den Mittelpunkt stellen, angeben oder prahlen, das würde die zurückhaltende 19-Jährige aber nie - im Gegenteil. „Das muss ja nicht jeder wissen”, meint sie und grinst. Dabei hat Manfrahs genug nennenswerte Erfolge vorzuweisen.

Seit 12 Jahren kämpft die Stolbergerin Judo, aktuell für den 1. Judoclub Mönchengladbach in der Frauen-Bundesliga. 2007 war Manfrahs schon Deutsche Meisterin in der Altersklasse U17 (bis 63 Kilo), bei der Jugendolympiade in Belgrad kämpfte sie sich im selben Jahr auf Platz 5, beim hochklassig besetzten internationalen Turnier in St. Petersburg auf Platz 2. Und bei der Deutschen Meisterschaft im März holte Manfrahs in der Altersklasse U20 Bronze. Das sind nur die wichtigsten Platzierungen in ihrer Karriere. Und wenn es nach Stephanie Manfrahs gehen würde, dann würden sie an dieser Stelle gar nicht aufgelistet.

„Sie ist immer auf dem Boden geblieben”, betont Mutter Elke Manfrahs und verdeutlicht ihre Bescheidenheit: Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft habe Stephanie ihren Freundinnen verboten, von ihrem Titel in der Schule zu erzählen. Auch eine mitgebrachte Deutschland-Fahne musste auf Stephanies Befehl ganz schnell wieder eingepackt werden. Als Elke Manfrahs diese Geschichte erzählt, schmunzelt Stephanie. Die 19-Jährige hat ein sehr gutes Verhältnis zu ihren Eltern, die sie in ihrer Entwicklung von Anfang an unterstützt haben.

Der rasante Aufstieg begann bei der DJK Roland Stolberg unter Trainerin Elena Takasova und Patrick Haas. Besonders Takasova habe ihre weitere sportliche Laufbahn besonders geprägt, meint Manfrahs. Nicht nur, weil die Trainerin sie im Alter von 13 Jahren zum ersten Mal zum Stützpunkttraining nach Köln mitnahm. „Sie hat mir auch viel beigebracht und mir die nötige Disziplin vermittelt.”

Darüber hinaus ist es vor allem der Ehrgeiz, der Stephanie Manfrahs antreibt. Das gilt auch für ihren beruflichen Werdegang, die 19-jährige macht eine Ausbildung zur Erzieherin. „Der Beruf ist mir schon sehr wichtig, ich möchte beides unter einen Hut bekommen. Schließlich kann man mit Judo kein Geld verdienen”, weiß sie. Selbst dann nicht, wenn sie alle ihre sportlichen Ziele erreichen sollte. „Olympia ist sicher ein weit entferntes Ziel”, meint die Judoka. „Aber erst einmal kommen die „kleineren” Ziele. Wenn ich dieses Jahr die Europa- oder Weltmeisterschaft kämpfen könnte, wäre das schon ganz gut.”

Ob sie für die Turniere nominiert wird, hängt von ihren Leistungen und letztlich von den verantwortlichen Trainern ab. „Meine Chancen stehen eigentlich ganz gut, ich habe noch zwei Mitstreiterinnen in meiner Klasse. Vor den Schulferien wird noch bekannt gegeben, wer wohin hinfährt”, sagt sie. Anfang Juli ist Manfrahs hingegen definitiv bei einer Reise des Judo-Verbandes in ein internationales Trainingscamp nach Korea dabei. Für die Sportlerehrung der Stadt Stolberg ist das Ausnahmetalent im Übrigen nicht nominiert. Obwohl sie das ohne Zweifel müsste, wird es der bescheidenen Sportlerin vielleicht dennoch recht sein.
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